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Baumsterben bereitet Sorge

Großenhain. Barockgarten Zabeltitz hat ein Problem mit sterbenden Bäumen. Große Sorge bereitet jetzt der Zustand besonders alter Buchen.

Die Stadtverwaltung Großenhain ist alarmiert! Im Barockgarten Zabeltitz sehen Naturfreunde derzeit nicht nur die schöne Idylle. Der Klimawandel lässt grüßen. So oder so ähnlich lässt sich zusammenfassen, was gerade im Barockgarten passiert. Nachdem erst im Frühjahr etwa 15 Kiefern und Fichten wegen massiven Borkenkäferbefalls gefällt werden mussten, sterben derzeit in der sogenannten Wildnis, im hinteren Bereich des Barockgartens, vor allem alte Buchenbäume in Größenordnungen ab. Sie haben ihr komplettes Laub verloren und vertrocknen einfach an ihrem Standort.

Zu alt und unflexibel?

Ein Grund dafür ist nicht nur ihr hohes Alter, sondern vor allem die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre und die damit verbundene Absenkung des Grundwasserstandes. Damit kommen besonders die betagten Parkbewohner nicht mehr klar. Der Wurzelhorizont der Laubbäume, der sich über Jahrzehnte ausgebildet hat, gelangt nicht mehr ans Grundwasser heran, so dass die Bäume unweigerlich austrocknen. Einige sind bereits ganz abgestorben, bei anderen sind nur noch Teile der Krone belaubt. Abgestorbene Äste und lichte Kronen lassen das Ausmaß der Schäden an zahlreichen Bäumen auch für den Laien erahnen.

Teile des Barockgartens sind gesperrt

Aus Sicherheitsgründen hat die Stadtverwaltung den Bereich der Wildnis für Besucher ab sofort gesperrt. Eine Beseitigung der geschädigten Bäume ist vorerst nicht möglich, sondern frühestens ab September vorgesehen. Die Stadtverwaltung bittet die Besucher des Barockgartens darum, die entsprechenden Absperrungen und Hinweisschilder zu beachten. Das extrem regenarme Frühjahr und der fast schneelose Winter setzt dem heimischen Grün bereits ein weiteres Jahr in Folge zu. Mittlerweile sind davon nicht nur die Jungbäume betroffen, sondern auch die alten Riesen. Matthias Schmieder, Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung, bereitet dies Sorgen: »Schon 2018 und 2019 mussten wir große Trockenschäden verzeichnen. Die Hoffnungen auf einen schnee- und regenreichen Winter und Jahresanfang haben sich leider nicht erfüllt, so dass wir uns schon jetzt vor allem um die im Herbst und Frühjahr gepflanzten Jungbäume intensiv kümmern müssen.«

Trotzdem an Neupflanzungen festhalten

»Mit Blick auf den Klimawandel und die Fähigkeit der Bäume, schädliches CO2 zu binden, sind Baumpflanzungen auch weiterhin eine wichtige Strategie der Stadt. Schwierig ist: Einerseits brauchen wir Bäume, Bäume, Bäume, um mehr CO2 im Boden binden zu können und Schatten in der Stadt zu schaffen, andererseits wissen wir, dass wir nicht mehr in der Lage sind, diese Jungbäume bei fortschreitender Trockenheit ausreichend zu wässern«, erklärt Matthias Schmieder.

Hilfe und technische Aufrüstung

Für die Versorgung der Bäume mit Wasser wird der Fuhrpark jetzt aufgerüstet. Um einen Ausfall der Technik zu verhindern, sind im Doppelhaushalt 2020/2021 die Anschaffungen von zwei neuen Wasserwagen geplant. Im Stadtgebiet helfen die Ortswehren der FFW und viele Anwohner sowie Gewerbetreibenden dem Bauhof beim Gießen der Stadtbäume. Es ist allerdings nicht möglich, alle Bäume in den Parks und Gärten ausreichend zu wässern.

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