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Mitstreiter für Live-Performance gesucht

Görlitz. Görlitz wird Teil einer einzigartigen Premiere: Das „Theater der 10000 findet gleichzeitig an 100 verschiedenen Orten in ganz Deutschland statt – darunter auch auf dem Marienplatz in der Neißestadt.

Das »Theater der 10000« ist die bisher größte Live-Performance im öffentlichen Raum. Auf der Domplatte in Köln, vor dem Braunschweiger Schloss, vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz, auf dem Marktplatz in Bremen, vor der Porta Nigra in Trier, auf der Sendlinger Straße in München und auch auf dem Marienplatz in Görlitz – die Aktion findet am 11. Mai gleichzeitig an 100 verschiedenen Orten in ganz Deutschland mit je 100 Menschen statt. Und wer dabei sein will, kann sich ab sofort anmelden.

 

Regieanweisungen übers Handy

»Man braucht weder Vorkenntnisse noch schauspielerische Fähigkeiten – Neugier und Offenheit genügen«, erklärt Constanze Zöllter, Leiterin des lokalen Unicef-Teams Görlitz, die die Aktion in ihrer Stadt organisiert. »Jede und jeder ab 16 Jahren ist herzlich eingeladen, Teil dieses besonderen Erlebnisses zu werden und die Kraft einer Gemeinschaft in unserer Stadt und über Hunderte Kilometer hinweg mit anderen Menschen zu erfahren.«

Um 12:19 Uhr am 11. Mai fällt der Startschuss für die synchrone, etwa halbstündige Theateraktion. Die Teilnehmer laden am Aktionstag eine Audio-Datei mit dem Theaterstück auf ihr Smartphone, die simultan für alle Orte deutschlandweit gestartet wird. Über Kopfhörer erhalten sie die Regieanweisungen und erleben die Story. 

In dem Stück geht es um ein fiktives, aber nicht unrealistisches Szenario: In der nahen Zukunft ist unsere Erde zu einem kaum noch lebenswerten Ort geworden. Von Kriegen, Krisen und Umweltkatastrophen gebeutelt, droht ihre endgültige Zerstörung. Die Menschen leiden, weil ihre Vorfahren diese Katastrophe nicht verhindert haben. In der geplanten Aufführung wird die Zeit zurückgedreht. Es ist heute, im Jahr 2019, noch nicht zu spät, um die Weichen neu zu stellen und für eine bessere Zukunft zu sorgen. Dabei spielen die 10000 Teilnehmer der Performance eine wichtige Rolle.

 

Kindheit braucht Frieden

Das »Theater der 10000« will zum aktiven Mitgestalten der Gesellschaft auffordern. Initiiert hat das Projekt Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Entwickelt und umgesetzt wird es gemeinsam mit einem engagierten Kreativteam und einem bundesweiten Netzwerk von ehrenamtlichen Unicef-Gruppen an den 100 Veranstaltungsorten. Das Projekt ist Höhepunkt und zugleich Abschluss der Kampagne #kindheitbrauchtfrieden für Kinder im Krieg und auf der Flucht. 

 

Wann & wo:

  • Was: Theater der 10000, die größte Live-Performance im öffentlichen Raum
  • Wann: 11. Mai, 12:19 Uhr
  • Wo: 100 Orte in Deutschland, darunter der Marienplatz in Görlitz
  • Anmeldung:  www.theaterder10000.de

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Ausstellung: „Rohe Kunst“ in Kirschau

Kirschau. Rund elf Prozent der Menschen in Deutschland leiden entsprechend einer Studie der WHO an chronischen Depressionen. Die Tendenz ist zunehmend. Das Projekt „Schattenseiten – LEBEN“ greift den Umgang mit diesem Thema auf und bearbeitet es künstlerisch. Behandelt werden Fragen wie „Was ist eine Depression?“, „Was ist einfach nur Traurigkeit oder Melancholie?“, „Wie gehen wir damit um?“, „Was bedeuten Glück und Freude?“.  Mit diesen Fragestellungen und den Antworten soll eine breite Öffentlichkeit erreicht werden. Schattenseiten - LEBEN ist dabei kein trauriges oder depressives Projekt, sondern eines voller Lebensfreude, mit einer positiven Lebenseinstellung und vielen nachdenklichen Elementen. Die Galerie FLOX in Kirschau präsentiert ab 26. Mai mit der Ausstellung „Schattenseiten – LEBEN“ eine Künstlergruppe bestehend aus Eric Fish mit „Naiver Liedermalerei“, Ute Näser, ebenfalls mit Malerei, und als künstlerischen Kontrapunkt Thomas Christinas mit einer vor Ort entwickelten Installation. „Mit Eric Fish, Ute Näser und Thomas Christians wird erstmalig eine gesamte Ausstellung bei FLOX der Kunstrichtung Art Brut gewidmet. Es ist eine sehr emotionale Ausstellung dreier Künstler mit ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen,“ erläutert Hellfried Christoph, der Leiter der Galerie und ergänzt: „Art Brut als unbekannte oder wenig beachtete Kunstrichtung vereint Kunstschaffende von autodidaktischen Laien über Kinder bis hin zu Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung.“ Die Bezeichnung ging vom französischen Maler Jean Dubuffet aus, der sich eingehend mit einer naiven und antiakademischen Ästhetik beschäftigte. Art Brut, auch „rohe Kunst“ genannt, beschreibt eine Kunst jenseits jeglicher etablierten Formen und Strömungen. Sie speist sich oft bewusst oder unbewusst aus einem therapeutischen Ansatz heraus. Die Ergebnisse sind in den meisten Fällen spontane, situative Arbeitsergebnisse, meistens mit sehr hoher Intensität und extremer emotionaler Dichte. Für die Kunstschaffenden stellt diese Möglichkeit durchaus eine „Ventilfunktion“ dar. Gleichfalls wird so Öffentlichkeit erzielt, die stellvertretend für andere Betroffene spricht. Und dem Rezipienten können sich neben dem rein ästhetischen Seherlebnis Zugänge zu Innenwelten auftun, die sowohl persönlich wie auch gesellschaftlich verdrängt werden. Zu nennen sind Thematiken wie Melancholie, Trauer, Depression bis hin zum Suizid. Für Eric Fish, dem Liedermacher, Sänger und Frontmann der Folk-Metal-Band Subway to Sally, sind seine Arbeiten „zusätzliche Strophen“ zu seinen Songs und stellen spannende Übergänge vom Hören zum Sehen dar. In der Ausstellung werden die Besucher die Möglichkeit haben, per Audiosystem die Songs zu einigen Bildern beim Betrachten zu hören. „Als Einmaligkeit wird bei dieser Ausstellung zu Werken von Eric Fish und Ute Näser eine Audiodeskription (Übersetzung) für Blinde erarbeitet. Damit wird ein barrierefreier Zugang auch für Sehbehinderte möglich“, erzählt Uwe E. Nimmrichter, der Leiter des Projektes „Schattenseiten – LEBEN“. „Danke dafür der blinden Hörfilmautorin und Sängerin Johanna Krins.“ Die Ausstellung „Schattenseiten – LEBEN“ ist Bestandteil des vom 10. Mai bis 5. Juli stattfindenden gleichnamigen Projektes des Vereines für Kunst, Kultur und Umwelt im sächsischen Dreiländereck. Die Ausstellung ist bis einschließlich 5. Juli im Friese Kirschau zu sehen. Rund elf Prozent der Menschen in Deutschland leiden entsprechend einer Studie der WHO an chronischen Depressionen. Die Tendenz ist zunehmend. Das Projekt „Schattenseiten – LEBEN“ greift den Umgang mit diesem Thema auf und bearbeitet es künstlerisch.…

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