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Eines der am besten kontrollierten Lebensmittel

Görlitz. Leitungswasser wird in Deutschland streng kontrolliert. Den Durst am Wasserhahn zu löschen ist also kein Problem. Und es schont die Umwelt.

Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, sollte ein Erwachsener laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) am Tag 1,5 Liter Wasser trinken. Viele greifen zu Wasser aus der Flasche. Aber braucht es das, oder kann man sich das Geld und die Schlepperei sparen und Leitungswasser trinken?

Die Stiftung Warentest hat in diesem Jahr 31 Medium-Mineralwässer getestet. Alle waren mikrobiologisch einwandfrei, 27 schnitten insgesamt gut oder sehr gut ab. Klingt erstmal gut. Aber in vier Probanden wurden oberirdische Verunreinigungen gefunden, ein Wasser war mit Uran belastet. Klingt weniger gut, auch wenn die Verunreinigungen laut Stiftung gesundheitlich nicht bedenklich sind.

Interessant zu wissen ist, dass Mineralwässer nicht mineralstoffreich sein müssen. Seit 1980 ist kein Mindestmineralstoffgehalt mehr vorgeschrieben. Beim Test der Stiftung Warentest wiesen 15 Wässer einen geringen Mineralstoffgehalt auf (Summe aller Mineralstoffe unter 500 Milligramm pro Liter). „Manches Trinkwasser liefert da mehr“, schreibt Stiftung Warentest. Auch muss man auf die Bezeichnungen achten. Tafelwasser beispielsweise ist abgefülltes Leitungswasser, auf Wunsch mit etwas Kohlensäure.

Bei Mineralwasser ist ein Analyseauszug auf dem Etikett vorgeschrieben. Aber woher erfahre ich, was in meinem Leitungswasser steckt? Wasserversorger sind verpflichtet, über die Qualität des Trinkwassers zu informieren. So kann man beispielsweise bei den Stadtwerken Weißwasser, Löbau, Zittau und Görlitz online sehr detailliert nachlesen, was aus dem Hahn kommt. „Unser Trinkwasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln“, so Matthias Hänsch, Geschäftsführer der Stadtwerke Zittau. Man nutze zur Überwachung das externe akkreditierte Labor „Team Umweltanalytik“ aus Ebersbach-Neugersdorf. Die Überprüfung des Trinkwassers erfolge in Abstimmung und nach Freigabe des Gesundheitsamtes und sei abhängig von der aufbereiteten Wassermenge, so Hänsich. Das Rohwasser an den Fassungen und das Reinwasser nach Aufbereitung im Wasserwerk wird mindestens monatlich beprobt. Darüber hinaus werden zusätzlich regelmäßig Proben aus dem Wassernetz entnommen. Auch bei den Stadtwerken Löbau nutzt man externe Labore, um die Trinkwasserqualität prüfen zu lassen. „Pro Jahr erfolgen circa 100 Beprobungen“, so Geschäftsführerin Jana Otto. Allerdings liegen die letzten Meter der Leitung nicht mehr in der Verantwortung des Versorgers, sondern der des Hauseigentümers. Zu den Themen Bleirohre (wurden in Gebäuden, die vor 1973 gebaut wurden, teilweise verwendet) und Legionellen muss man also im Zweifel mit seinem Vermieter sprechen.

Auch die Stadtwerke Görlitz verweisen auf unsere Anfrage hin auf die strengen Kontrollen, die die Trinkwasserqualität sicherstellen. Nur akkreditierte unabhängige Stellen dürfen die Analysen nach Trinkwasserverordnung durchführen. „Zudem wird das Trinkwasser zusätzlich zu unseren Prüfungen vom örtlichen Gesundheitsamt überwacht, welches auch Proben an das Landesuntersuchungsamt in Dresden zur Analyse schickt“, teilt Pressesprecherin Belinda Brüchner mit. Leitungswasser werde sogar strenger kontrolliert als Mineral- und Tafelwasser, weil dafür zum Teil strengere Grenzwerte gelten und auch mehr Parameter geprüft werden müssen.

Und in Sachen Umwelt? Da schneidet das Trinkwasser aus der Leitung natürlich am besten ab. Denn Herstellung der Verpackung, Transport des Wassers in den Handel und nach Hause und auch das Entsorgen oder Wiederverwerten der Falschen verbraucht Energie und Ressourcen. „Das Trinken von Leitungswasser erzeugt weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser“, schreibt das Umweltbundesamt. Und günstig ist das Wasser aus der Leitung auch noch. Der Liter kostet in Deutschland laut statistischem Bundesamt im Schnitt 0,2 Cent.

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