Carola Pönisch

Windelmanufaktur: Öko, Bio und trotzdem superschick

Dresden. Wenn es um Windeln geht, wird Stephanie Oppitz leidenschaftlich. Einmal, weil sie Pampers & Co. überhaupt nicht mag, zum anderen, weil sie seit vier Jahren mit großem Erfolg Stoffwindelhosen herstellt.

 Eine volle Wegwerfwindel über Stunden an einem Babypo? Für Stephanie Oppitz grenzt das an körperliche Verwahrlosung. Nicht zu reden von all den chemischen Substanzen wie Parabenen, Tensiden und Duftstoffen, die in so einer Sorgloswindelhose stecken. Und wenn sie erst auf die Müllberge zu sprechen kommt, die sich im Laufe einer normalen dreijährigen Windelphase anhäufen („wir sprechen hier von bis zu 5.000 Wegwerfwindeln und 1,25 Tonnen Müll“), dann bleibt in ihren Augen aber so gar nichts, was für Wegwerfwindeln sprechen könnte.

Geniales Prinzip: Drei in einer

„Ich bin total öko“, sagt die junge Frau über sich. Doch auf die Idee einer stofflichen Alternative kam sie erst, als das dritte Kind da war. „Drei Kinder zwischen Vier und gerade geboren, da kommt so viel Müll zusammen, dass ich mir ernsthaft überlegt habe, dass es so nicht weitergeht.“

Zunächst probierte Stephanie Oppitz noch herkömmliche Mullwindeln, Bindewindeln und Wollüberhosen aus, doch das ließ zugleich den Wäscheberg ins Unermessliche wachsen. Also setzte sich die studierte Architektin zwischen windeln, füttern, spielen mit den Kindern und dem Schreiben an der Doktorarbeit hin und machte sich Gedanken. Schritt eins: Wie könnte es besser gehen? Schritt zwei: Wie näht man überhaupt?

 „Beim Entwerfen kam mir mein technisches Verständnis zugute, das Nähen habe ich dank Laptop gelernt“, lacht sie. Heraus kam – nach vielen Versuchen und diversen Fehleinschätzungen – ein ausgeklügeltes, beinah perfektes 3-in-1-Windelsystem, das sich Stephanie Oppitz inzwischen schützen ließ. „Es besteht aus einer Windelhose zum Knöpfen, einer größenverstellbaren Innenwindel aus Polyurethanlaminat oder Merinowolle sowie Saugeinlagen aus Baumwollfrottee, Hanffleece oder Bambus Prefold “, erklärt sie. Logisch, dass alle Materialien hochwertig sind und auf die Herstellung der Rohmaterialien geachtet wird.

 Große Nachfrage, stetes Wachstum

Inzwischen hat Stephanie Oppitz für ihre WindelManufaktur nicht nur zahlreiche Auszeichnungen und sehr viel wohlwollende Presse erhalten, sondern  auch elf feste Arbeitsplätze geschaffen, davon neun in Vollzeit. Mittlerweile werden in der kleinen Manufaktur auch Biowaschlappen, waschbare Stilleinlagen, Wetbags, Taschentücher, Krabbeldecken, Lätzchen und Flanellfeuchttücher hergestellt. Rund 600 Pakete mit ihren Produkten gehen monatlich per Post in alle Welt.

Der nächste große Coup startet noch im November, wenn Slipeinlagen und Stoffbinden als zweite große Marke „Von Ocker und Rot. Für schönere Tage“ an den Start geht. „Und ich will Ausbildungsbetrieb werden“, nennt die taffe Dresdnerin ihr nächstes großes Ziel.

www.windelmanufaktur.com

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