Carola Pönisch

Profunder Kenner der Doppelortschaft

Dresden. Geht es um den Stadtteil Leubnitz-Neuostra, so gibt es wohl nur wenige Dresdner, die ihn so gut kennen wie Conrad Richter. Hier begann seine Leidenschaft für Stadtgeschichte und Stadtführung.

 Das soll also seine letzte Führung gewesen sein? Schwer vorstellbar. Vor allem für ihn selbst. Denn ob Conrad Richter seiner Stadtführer-Tätigkeit wirklich vollständig abschwören kann, vermag er derzeit nicht zu sagen. Auf alle Fälle wird man den 82-Jährigen jetzt aber eher privat und ohne schweren Ordner mit Fotos und Schriftstücken durch die Straßen ziehen sehen.

Seit 33 Jahren führte Conrad Richter durch Dresden, kennt jeden Stadtteil von Schönborn bis Altfranken und von Niederwartha bis Kleinzschachwitz. Nun hat er sich von der Stadtführer-Tätigkeit verabschiedet – standesgemäß mit einer letzten Tour durch den Stadtteil Leubnitz-Neuostra, dort, wo alles begann.

 Lehrer weckte die Leidenschaft für Wandern

»Hier in Leubnitz, damals war es ein einzelner Ort und keine sogenannte Doppelortschaft, ging ich zur Schule. Es gab einen sehr aktiven Lehrer, der uns auch nach der Schule noch beschäftigte. So sind wir oft hier in der Umgebung wandern gewesen«, erzählt der Stadtführer vor jener Schule. »Auf diesen Wandertouren hat er uns die Vegetation erklärt, besondere Steine gezeigt und uns ganz allgemein für die Natur und Architektur begeistert. Damit war der Grundstein für meine Tätigkeit gelegt.«

So richtig ins Rollen kam die Sache dann jedoch erst später. »Mein Vater wollte, dass ich erst einmal eine Ausbildung mache, bevor ich studiere, damit ich im Notfall fest im Leben stehen würde«, so Richter.

Also wurde er zunächst Konstrukteur für Luftfahrtgerätetechnik, studierte danach und arbeitete zuletzt als Ingenieur, ehe er wieder zu den Wurzeln zurückkehrte. »1985 erhielt ich die Lizenz für Stadtführungen und Semperoper-Führungen.« Seitdem war er immer wieder unterwegs, führte Touristen durch die historische Altstadt und zeigte Dresdnern Stadtteile, in die sie sonst nicht so oft kommen.

Die letzte Tour? Wirklich die letzte?

Auf seiner letzten Tour durch Leubnitz-Neuostra Mitte Juni nahmen vor allem alte Bekannte teil. »Viele sind mit mir schon durch andere Stadtteile gegangen, kennen die Stadt fast so gut wie ich«, sagt er augenzwinkernd.

Dass er nie wieder die Besonderheiten einer Villa, eines Straßenzuges oder der Stadt allgemein erklären wird? Daran wollten wohl die meisten an jenem Nachmittag nicht so recht glauben.....

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Mund-Nase-Masken von der Näh-AG

Lübbenau/Spreewald. Im August 2020 begann das neue Schuljahr und während sich Schülerinnen und Schüler wieder mit Hausaufgaben quälen und Neues lernen, kämpfen hier und da auch Kinder ums Überleben. So auch Marlene, die neunjährige Tochter eines Kollegen von Schulsozialarbeiterin Nicole Lehmann der AWO Jugendarbeit Jugendsozialarbeit in Lübbenau. Ergriffen von dieser Nachricht, wollten auch die Schülerinnen ihrer Näh-AG der Ehm-Welk-Oberschule helfen, sind jedoch zu jung, um sich selbst bei der DKMS als Stammzellspender registrieren zu lassen. Jede Registrierung bei der DKMS ist für Spender kostenfrei, dennoch entstehen der DKMS je Registrierung von 35 Euro. So entstand die Idee eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Gemeinsam entwickelten die Jugendarbeiter ein Konzept, mit möglichst hohem Mehrwert. Da Mund-Nasenschutz-Masken derzeit an jeglicher Stelle benötigt werden und sich die Schülerinnen der Näh-AG so mit einbringen können, entstand die Idee, Masken zu nähen und gegen einen freiwilligen Obulus für eine Spende zugunsten von Marlene zu verteilen. Das Konzept wurde erweitert, um auch der Familie helfen zu können und so fanden sich schnell Partner, welche diese Aktion mit unterstützten. Die AWO Integrationskita »Wichtel« bot beispielsweise fertige Masken innerhalb der Elternversammlungen an. Das gesamte Team um Einrichtungsleiterin Cornelia Wipp leistete eine beeindruckende Arbeit. Anfang Oktober nahm die Näh-AG die Spenden entgegen. Nicole Lehmann bedankt sich im Namen ihrer Näh-Mädels auch an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei allen Helfenden für jede kleine, aber auch die überaus großzügigen Spenden. Insgesamt konnten 160 Euro entgegengenommen werden. Darüber hinaus geht ein weiterer Dank an das Mitarbeiterteam und Schülerinnen und Schüler der Ehm-Welk-Oberschule sowie der Firma HW-BAU, welche sich ebenfalls finanziell in die Aktion einbrachte. Mund-Nasen-Masken mit den unterschiedlichsten Motiven werden weiterhin in der Näh-AG genäht. Bei Interesse reicht eine E-Mail an karolin.holz@awo-bb-sued.de. Wer sich bei der DKMS als Spender registrieren möchte, kann dies hier tun.Im August 2020 begann das neue Schuljahr und während sich Schülerinnen und Schüler wieder mit Hausaufgaben quälen und Neues lernen, kämpfen hier und da auch Kinder ums Überleben. So auch Marlene, die neunjährige Tochter eines Kollegen von…

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