Silke Richter/ asl

Ein Klangspiel für die Krabatmühle

Schwarzkollm. Dank einer Kooperation und viel Engagement ist nun auf dem Erlebnispfad für Besucher noch viel mehr zu entdecken.

Viel Pfad, wenig Erlebnis! Dieser Ruf eilte dem Erlebnispfad an der Krabatmühle seit längerer Zeit voraus. Natürlich hat das Areal hinter der Mühle dennoch seinen besonderen Charme. Besonders wenn dicke Nebelschwaden die sumpfigen Wiesen, angrenzenden Wälder und den Stauweiher nebst Mühlengelände in ein mystisch angehauchtes Licht tauchen, dürfte bei vielen Besuchern zauberhafte Stimmung aufkommen. Die angebotenen abendlichen Irrlichterführungen, in denen nachgestellte Szenen aus der Krabatsage zum Mittelpunkt des Geschehens werden, sind nicht nur bei Kindern sehr beliebt, sondern werden auch für gemeinsame Familienabende genutzt.

Dennoch könne der Erlebnispfad durchaus mehr Attraktivität gebrauchen, sagte sich vor ein paar Monaten das Team um Doreen Zschiesche von der Projektleitung »Offene Jugendwerkstatt« im Haus Bethesda, die sich in Trägerschaft der Diakonie St. Martin befindet. Die »Offene Jugendwerkstatt« gibt es seit neun Jahren. Das Angebot ist ein durch das Jobcenter und das Jugendamt des Landkreises Bautzen finanziertes Projekt, das sich an junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren aus dem Altkreis Hoyerswerda und Kamenz richtet. Hauptziel ist die Aktivierung und berufliche Eingliederung der Teilnehmer. Die Krabatmühle und die offene Jugendwerkstatt kooperieren schon seit geraumer Zeit miteinander. Bereits im vergangenen Jahr stellten Jugendliche neue Hinweisschilder her, die den Besuchern auf dem Mühlenpfad den richtigen Weg zeigen sollen. Offenbarten sich doch die früheren Beschilderungen als falsch und führten die Besucher (ungewollt) in die Irre.

Ein Unikat, das Seinesgleichen sucht

In den letzten Monaten nahm ein neues Projekt langsam Gestalt an. Im Haus Bethesda wurde fleißig an einem neuen Klangspiel gewerkelt, das kürzlich seinen Platz auf dem Erlebnispfad der Mühle gefunden hat. Ein Unikat, das Seinesgleichen suchen dürfte. Steckt in dem Kunstwerk doch nicht nur sehr viel Liebe zum Detail, sondern auch eine Menge Herzblut. Das Resultat darf die fünf engagierten Jugendlichen nicht nur sehr stolz machen. Der Bau dieses einzigartigen Instrumentes hat auch ein entscheidendes Kapitel im Leben der Jugendlichen geschrieben, auf das sich nun erfolgreich weiter aufbauen lässt. Ein weiterer Baustein, um motiviert und mit einem festen Ziel vor Augen in den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt starten zu können. Unterstützung und fachliche Anleitung fanden die Teilnehmer der »Offenen Jugendwerkstatt« bei dem sehr musikalischen Tischlermeister Volkmar Graupner und Praxisanleiter Markus Graupner.

Das Instrument wurde aus Robinienholz gebaut und basiert auf dem Funktionsprinzip eines Xylophons. Auf den einzelnen hölzernen Klangtafeln stehen die Namen der Müllerburschen geschrieben, die in der Krabatsage eine Rolle spielen. Janine Fritsche hat für die richtige Tonfarbe jeder einzelnen Klangtafel viel Zeit und Mühe investiert, damit das Instrument auch richtig gestimmt ist. Und nicht nur bei ihr, sondern auch bei den anderen Teilnehmern aus der »Offenen Jugendwerkstatt« machte sich etwas Wehmut breit, als sie von ihrem Kunstwerk Abschied nehmen mussten. »Ich bin sehr traurig. Am liebsten würde ich das Klangspiel mit nach Hause nehmen«, meinte Josi über das lieb gewordene Unikat, das in mühevoller Handarbeit hergestellt wurde.

Ein Abschied für immer ist es dennoch nicht. Wird doch die »Offene Jugendwerkstatt« zukünftig auch die Pflege des Klangspiels und eventuelle Reparaturen übernehmen. Als fester Kooperationspartner der Krabatmühle sind auch weiterhin gemeinsame Projekte geplant. So soll mit weiteren szenisch dargestellten Ergänzungen die Attraktivität des Erlebnispfades schrittweise erhöht werden.

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