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Werktage im Oktober

Kamenz. Anne Hasselbach und Jan Eickhoff veranstalten am kommenden Wochenende sogenannte »Werktage« in der ehemaligen Fahrrad- und Automobilfabrik Steudel und der Baderei Kamenz.

Viele Jahrzehnte blieben die Türen der Pulsnitzer Straße 32 und 34 geschlossen. Fast unscheinbar fristete ein geschichtsträchtiges Areal sein Dasein. Die schrittweise Wiederbelebung soll nun Zwischenetappe einer Gesamtentwicklung sein. Im Rahmen des Projektes »Schätze heben - Mitte neu erleben« wurden von den Initiatoren Anne Hasselbach und Jan Eickhoff Angebote entwickelt, die neugierig auf das Projekt machen, Beteiligung generieren und Menschen langfristig an diesen Ort binden, damit er auch in Zukunft überlebensfähig ist.

Sphärische Klänge und ein zweites Leben für Fahrräder

Den Auftakt bildet am Freitag, 2. Oktober, um 19 Uhr ein Theremin-Konzert und Workshop mit Carolina Eyck aus Berlin. Sphärische Töne erklingen, wenn sie ihre Hände durch die Luft bewegt und dem ungewöhnlichen, berührungslos gespielten Instrument Klänge entlockt. Die Zuhörer werden mit einbezogen und lernen durch eigene, haptische Erfahrungen die Geheimnisse dieser Musik kennen.
In der Pulsnitzer Straße 32 gründete der Kamenzer Erfinder Horst Steudel 1895 einen Handwerksbetrieb für die Reparatur und den Neubau von Fahrrädern der Marke »Saturn« und baute dafür eine Werkhalle. An den Ort und den Erfindergeist knüpft der Upcycling-Workshop am Samstag, 3. Oktober, von 10 bis 15 Uhr an. Unter der Leitung von Jan Eickhoff, Falk Schirmer und Norbert Webs vom Fahrrad-Veteranen-Freunde-Dresden 1990 e.V. soll alten Fahrrädern ein neues Leben gegeben werden. Aus gebrauchten Fahrradteilen werden neue Unikate, wie z.B. Leuchtkörper entwickelt und die Reparatur eines alten Fahrrades wird demonstriert. Alle Altersgruppen sind herzlich willkommen.
Zu erleben ist die Kamenzer Fahrradgeschichte auch in der Ausstellung »Schätze heben«, die am Samstag, 3. Oktober, um 16 Uhr eröffnet wird. Highlights der Ausstellung sind das Steudelsche Saturn-Fahrrad und das A.G.B. Super-Elastic-Fahrrad, auch »Federndes Einheitsrad« genannt. Die vom Ortschronisten Norbert Portmann in Wort, Bild und Exponat zusammengetragene Ausstellung wird ergänzt durch Materialbilder, die Kinder und Erwachsene im Rahmen eines Workshops entwickelt haben.

Gemeinsam kochen zum Erntedank

Die Baderei war im Mittelalter ein Ort des geselligen Lebens. Zum Erntedank wird mit dem Kochloft Dresden am Sonntag, 4. Oktober, ein kulturell verankerter Ritus neuartig erlebbar gemacht. Mit einer mobilen Küche werden von 15 bis 19 Uhr 5-Minuten-Gerichte gezaubert und verkostet. Die Zutaten liefern dabei die Besucher. Gartenbesitzer sind angesprochen, ihre saisonalen Gartenerzeugnisse beizubringen. Dabei soll die Leidenschaft am Kochen geweckt werden.

»Was frisst den Kamenzer auf?« fragt Iryna Ivanova in ihrer Lesung am Sonntag, 4. Oktober, um 19 Uhr. Die Ärztin und Autorin entwickelte aus einer Umfrage eine poetische Antwort auf die Essgewohnheiten der Kamenzer. Dabei ergründet sie nicht nur einzelne Geschmäcker, sondern auch das Seelenleben der Menschen. Sie zeigt am Beispiel einer Kleinstadt und im Rahmen der Interkulturelle Woche des Landkreis Bautzen wie lebendig Literatur sein kann.

Für alle Veranstaltungen, außer Erntedank und Ausstellung, wird um Anmeldung gebeten an info@baderei-kamenz.de oder 0160/ 1765447

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