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Rödertalbienen starten mit Zittersieg ins neue Jahr

Auch im neuen Jahr bleibt der HC Rödertal weiter in der Erfolgsspur und gewinnt, am Ende etwas glücklich aber trotzdem verdient, gegen die SG H2Ku Herrenberg mit 26:24 (14:10).

Bienen-Coach Frank Mühlner musste in dieser Partie nur auf die beiden Verletzten Julia Mauksch und Thilde Boesen verzichten. Dafür rutschte Nachwuchstalent Isabel Wolff erneut in den Kader.

Vor 511 Zuschauern startete der HCR gut in die Partie. Nach gut einer Minute ließ Brigita Ivanauskaite (5 Tore) Marie-Christine Beddies (4 Tore) ins Leere laufen und nutzte die so entstandene Lücke zum 1:0-Führungstor. Auf der anderen Seite war es zwei Minuten später Juniorinnen-Nationaspielerin Lea Neubrander (8/1 Tore), die zum 1:1 ausglich. Die Bienen blieben jedoch die spielbestimmende Mannschaft. Nach fünf Minuten verwandelte Egle Alesiunaite (4/1 Tore) einen herrlichen Tempo-Gegenstoß zum 3:1. Nur 40 Sekunden später trug sich auch Kamila Szczecina (8 Tore) mit einem schönen Tunnel gegen die Schlussfrau der „Kuties“ zum ersten Mal in die Torschützenliste ein (4:2). Die Polin zeigte erneut eine ganz starke Partie. Nach dem guten Start und der zwischenzeitlichen 6:3-Führung ließen es die Bienen etwas ruhiger angehen. Sie vergaben gleich mehrere Großchancen, um den Vorsprung auszubauen. Dadurch gelang den Gästen aus Herrenberg der 5:6-Anschlusstreffer. HCR-Trainer Mühlner sah sich gezwungen in der 15. Minute die grüne Karte zu zücken, um seine Mädels neu einzustellen. Seine Worte schienen die Mannschaft erreicht zu haben. In den nächsten fünf Minuten zogen die Bienen auf 11:6 davon. Nun schlichen sich erneut Fehler und Ungenauigkeiten in das Spiel der Gastgeberinnen. Die Leibssle-Sieben nutzte diese Schwächephase aus und konnte erneut den 10:11-Anschlusstreffer feiern. Die letzten Minuten vor der Pause gehörten dann wieder den Bienen. Zunächst erhöhte Alesiunaite per verwandeltem Strafwurf auf 12:10. Kurze Zeit später folgte das 13:10 durch Ivanauskaite nach einem schönen Spielzug – Tammy Kreibich (1 Tor) spielte quer durch den Kreis Jessica Jander (4 Tore) an, welche den Ball direkt zurück auf die einlaufende Litauerin passte. Sie war es auch, die den 14:10-Halbzeitstand erzielte. In der letzten Minute der ersten Halbzeit zeigte Torfrau Ann Rammer ihre Klasse. Nachdem sie schon mehrere Bälle parierte, entschärfte sie ebenfalls den fälligen 7-Meter der Herrenbergerinnen vor der Sirene.

In den zweiten 30 Minuten stellten die Gäste ihre Abwehr auf 5:1 um und Ivanauskaite wurde konsequent in Pressdeckung genommen. Mit dieser Maßnahme brachten sie die Bienen in große Schwierigkeiten. So hatten die Herrenbergerinnen bis zur 44. Minute den Rückstand auf 16:17 verkürzt. Kurz vorher gab es einen Schreckmoment auf der Seite des HC Rödertal – Szczecina wurde unabsichtlich im Gesicht getroffen und musste daraufhin behandelt werden. Glücklicherweise konnte sie wieder auf die Platte zurückkehren. Die Partie wurde nun umkämpfter. Alesiunaite hatte in der 45. Minute ein gutes Auge für die frei stehende Jander, die von außen in die kurze Ecke zum 18:16 einnetzte. Allerdings gelang es den Bienen nicht sich weiter abzusetzen und das Spiel wurde hitziger. Leider machte das Schiedsrichtergespann in dieser Phase nicht den sichersten Eindruck und sorgte zunehmend für Unverständnis beim Publikum. Durch Tore von Beddies und Neubrander bejubelten die Gäste den 22:22-Ausgleich (52. Minute). Das Match war wieder vollkommen offen. Kurz darauf verhinderte Rammer mit einer Parade die erste Gäste-Führung des Spiels. Die Mühlner-Sieben bewies in dieser Phase starke Nerven. Mit einem 3:0-Lauf wollten sie für eine erste kleine Vorentscheidung sorgen. Doch die SG aus Herrenberg war auch davon nicht unterzukriegen und kam kurz vor Schluss erneut auf 24:25 heran. Bei noch 16 Sekunden auf der Uhr nahm Mühlner sein letztes Time-Out. Die Gäste sahen die Gelegenheit etwas Zählbares aus dem Rödertal mitzunehmen und öffneten ihre Abwehr. Nach einer Passstafette zog Kreibich zum Tor und setzte den 26:24-Schlusspunkt. Besonders mit der offensiven 5:1-Abwehr der Herrenbergerinnen, in der zweiten Halbzeit, hatten die Bienen heute ihre Mühe. Was auch zu denken geben sollte, ist die schlechte Chancenverwertung vom Siebenmeterpunkt – nur einer von sechs Versuchen fand sein Ziel.

HCR-Trainer Frank Mühlner: „In der ersten Halbzeit bin ich mit meinen Spielerinnen und der gezeigten Leistung zufrieden. Sie haben nur vereinzelte Fehler gemacht. Auch die Abwehr stand gut. Mit der Umstellung der Gäste in der zweiten Hälfte kamen die Schwierigkeiten. Derzeit haben wir große Probleme, wenn Brigita in Pressdeckung genommen wird. Wenn man sich die kämpferische Leistung meiner Mannschaft ansieht, sind die beiden Punkte aber verdient im Rödertal geblieben.“

Florian Triebel

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Friedenslauf-Spenden gehen an Drudel 11

Ostritz. Rund 300 Menschen liefen im Oktober in Ostritz für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Die Hälfte der beim Friedenslauf gesammelten Spenden, 2450 Euro, wurde inzwischen an Drudel 11 e.V. aus Jena überwiesen. Dies teilen der Vorstandsvorsitzende des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal, Dr. Michael Schlitt, und der Mitorganisator des Friedenslaufes, Landrat a.D. Günter Vallentin (Ostritz), mit. Drudel 11 engagiert sich seit 25 Jahren als anerkannter Träger der Jugendhilfe. In zahlreichen Projekten – vom Jugendzentrum bis hin zur Ausstiegsberatung für Neonazis  – hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen Selbstkompetenz zu vermitteln und dabei Anreize zum Perspektivwechsel zu geben. Inzwischen kann das Team von Drudel 11 auf eine langjährige Erfahrung in den Bereichen der Gewalt- und Radikalisierungsprävention zurückblicken. Sebastian Jende vom Verein Drudel 11 dazu: „Mit großer Freude hat unser Verein diese tolle Nachricht von der Spende erhalten. Ein besonderer Dank geht an alle Spender und Läufer und natürlich an das IBZ St. Marienthal als Veranstalter sowie an die Verantwortlichen der Stadt Ostritz.“ Drudel 11 bietet Beratungen für Ausstiegswillige aus rechtsextremen Zusammenhängen an. Gemeinsam mit den Ausstiegwilligen wird in der vertraulichen Einzelberatung der bisherige, zumeist von Gewalterfahrungen, Vorurteilen und Hassideologien geprägte Lebensweg reflektiert. Dabei werden gemeinsam neue Lebensperspektiven für die Ausstiegswilligen erarbeitet. Sebastian Jende dazu weiter: „Die Struktur der rechtsextremen Szene hat oft zur Folge, dass sich Ausstiegswillige in einem eng gesponnenen Netz gefangen fühlen. Vor allem der hohe soziale Druck aus der Szene, bis hin zu Drohungen und Verfolgung, führt bei Ausstiegswilligen oftmals zu einem Gefühl der Ohnmacht. Ist aber die Ausstiegsmotivation gegeben, dann setzt unsere Beratung genau an diesem Punkt an und hilft den Aussteigern einen Ausweg zu finden und sich neu zu orientieren.“ Der andere Teil der Spenden wurde für das „Ostritzer Friedensfest“ zur Verfügung gestellt. Der „Ostritzer Friedenslauf“ im Oktober war auch eine Reaktion auf den am gleichen Tag im Ostritzer Hotel „Neißeblick“ stattgefundenen „Kampf der Nibelungen“. Zu dieser Kampfsportveranstaltung kamen zahlreiche Mitglieder der rechtsextremen Szene.Rund 300 Menschen liefen im Oktober in Ostritz für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Die Hälfte der beim Friedenslauf gesammelten Spenden, 2450 Euro, wurde inzwischen an Drudel 11 e.V. aus Jena überwiesen. Dies teilen der Vorstandsvorsitzende…

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