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In Bernsdorf endet eine Ära

Bernsdorf. Das Projekt »Kube 42« hat sich in Bernsdorf einen Namen gemacht. Mangels Fördergelder kann es nicht weitergeführt werden.

Katrin Klein sieht nicht glücklich aus. Der Schreibtisch an ihrem Arbeitsplatz gegenüber ist schon leergeräumt. Sozialpädagogin Tina Götze, Mitarbeiterin der ersten Stunde, hat das Projektbüro »Kube 42« bereits verlassen. Beide waren in den letzten zwei Jahren die Ansprechpartnerinnen, wenn Menschen Hilfe und Rat suchten, Ideen gesammelt, Veranstaltungen sowie Projekte organisiert und umgesetzt werden wollten.

Vor sechs Jahren wurde das mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und dem Land Sachsen finanzierte Projekt für sozial benachteiligte Menschen aus der Taufe gehoben. In dieser Zeit hat es sich, dank seiner engagierten Mitarbeiter und Unterstützer, einen sehr positiven Namen in Bernsdorf gemacht. Nicht zuletzt auch wegen der vielen Anwohner des Fritz-Kube-Ringes und anderer Menschen, die das Projektangebot sehr rege nutzten und mit Leben erfüllten. Punktuell und zielorientiert war »Kube 42« genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. In Form von »Sozialer Anlaufstelle« und »Quartiersbüro« engagierten sich die Mitarbeiter für noch mehr Zwischenmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und zeigten Lösungswege aus schwierigen Lebenslagen und Krisensituationen. Zudem wurde der Stadtteil mit diversen Angeboten belebt, um die Lebensqualität und das nachbarschaftliche Miteinander zu fördern. »Viele gemeinsame schöne Aktionen sind auf diese Weise entstanden. Sowohl durch das familiäre Miteinander des Projektteams als auch durch engagierte und dankbare Anwohner«, beschreibt Projektmitarbeiterin Katrin Klein ihre Erfahrungswerte.

So berichtet eine Anwohnerin, wie glücklich sie darüber sei, dass die Mitarbeiter ihr bei Amtshandlungen und beim Umzug geholfen haben. Eine andere Teilnehmerin lobt das besondere Engagement bei der Beratung von rechtlichen Angelegenheiten gefolgt von ihrem Fazit, dass es sehr schade sei, dass »Kube 42« zum Ende des Jahres 2021 ausgelaufen ist.

Sicher denken die Organisatoren und Teilnehmer auch gern an die vielen gemeinsamen Aktivitäten zurück, bei denen alle Generationen mit einbezogen wurden. Denn neben Schuldnerberatungen, Einzelgesprächen und Hilfe bei Bewerbungsschreiben kamen auch gemeinsame Feierlichkeiten nicht zu kurz. So wurden Stadtteilfeste und Bastelnachmittage sowie Aktionen für Kinder, Senioren und Familien ins Leben gerufen. In den Ferien konnten sich Kinder über Zirkusaktionen, Bastelangebote, Yoga- und Fitness- sowie Tanzkurse freuen. Gemeinsam mit Anwohnern wurde auch der Bolzplatz am Fritz-Kube-Ring neugestaltet, ein Spielplatz wieder hergerichtet, Baumpflanzaktionen und Kinderflohmärkte durchgeführt.

Neben den zwei Projektsäulen der Beratung und der Begleitung fand auch der Aspekt der Bildung seinen Anteil. So erfuhr die Ausbildungsrallye beim jüngsten Tag der offenen Unternehmen eine erfreulich hohe Resonanz. Das zeigt auch, welch hohes Engagement in den Aufbau eines gut funktionierenden und auf gegenseitiger Unterstützung basierenden Netzwerkes gelegt wurde.Bürgermeister Harry Habel brachte es letztlich auf den Punkt: »Wer es schafft aus ‚Kube 42‘ einen Namen zu machen, den nahezu jeder in Bernsdorf und Umgebung kennt, der hat alles richtig gemacht. Danke und Anerkennung sowie absoluten Respekt vor der Arbeit. Eine Stadt definiert sich aus meiner Sicht darüber, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Und das haben die Damen ganz toll gemacht.«

Nun ist das Projekt »Kube 42« zum Jahresende 2021 ausgelaufen, weil es keine neuen Fördermittel mehr gibt. »Das macht mich schon traurig«, meint Katrin Klein wehmütig. Aber: Die Stadt Bernsdorf und die RAA arbeiten gemeinsam daran, die Gründung eines gleichwertigen Projektes ins Leben zu rufen. Und wer die Stadt kennt, weiß, dass dies wohl auch gelingen wird.

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Kommentar von Uwe
Für mich war es sehr oft eine absolute Hife bei vielen umständlichen Papierkram wo ich verzweifelt bin. Bei Kube 42 kein Problem ich kann nur gutes sagen.
Wenn von allen Sei der Stadt und des Bürgermeisters so gelobt wird ,in so vielen Punkten dann wäre doch eine Finanzierung durch die Stadt selbst auch möglich gewesen.
Es gibt genug Abgaben und Steuern um das Projekt weiter laufen zu lassen.
Echt schade kann ich nur sagen