Stefan Staindl

Krieg in der Ukraine:  + Update + Spenden- und Hilfsmöglichkeiten im Landkreis

Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Es gibt immer einen Weg zu helfen, auch wenn man selbst von einem Problem nicht direkt betroffen ist. So erreichten den Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) in den vergangenen Tagen zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung mit Hilfsangeboten für die Menschen in der Ukraine und die Geflüchteten, teilt OSL-Sprecherin Nora Bielitz mit.
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Foto: Pixabay

Die Möglichkeit zur Geldspende über ein Spendenkonto des Landkreises

 
Die Spendenbereitschaft im Landkreis OSL sei seit jeher groß. Dies zeige sich auch in der aktuellen Krise und der Bereitschaft der Bürger mit Sach- und Geldspenden den geflüchteten als auch den in der Ukraine gebliebenen Menschen zu helfen. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz könne Spenden annehmen – jedoch keine Sachspenden, sondern ausschließlich Geldspenden. Sachspenden werden laut Nora Bielitz zum Beispiel vom DRK, von verschiedenen Kirchenvereinen und anderen Initiativgruppen angenommen.
 
Kathrin Tupaj, Integrationsbeauftragte des Landkreises, berichte: »Die Hilfs- und Spendenbereitschaft bringt zum Ausdruck, dass sich die Bürger mit den Betroffenen solidarisieren und ihr bestmögliches dafür geben die Situation mit ihren Möglichkeiten zu verbessern. Es ist jedoch wichtig, dass insbesondere Sachspendensammlungen und deren Transporte koordiniert erfolgen. Private Initiativen sollten nicht ausschließlich in Eigeninitiative diese Organisation übernehmen, sondern sich mit Hilfsorganisationen abstimmen. So kann sichergestellt werden, dass wirklich nur der benötigte Umfang an Sachspenden eingesammelt wird und weder an der Sammelstelle noch am Transportziel die Sachgüter in zu großer Menge zusammenlaufen. Bedenken Sie bei etwaigen Transporten an die Grenze auch, dass bereits aus Polen signalisiert wurde, dass dort der Kraftstoff knapp wird. Wichtig ist überdies hinaus, dass nach der ersten Welle der Hilfsbereitschaft diese nicht abebbt. Erstrecht dann, wenn die Geflüchteten aus der Ukraine im Landkreis eintreffen, brauchen wir viele Akteure, die ihre Kräfte, Möglichkeiten und Fähigkeiten gebündelt und organisiert hier vor Ort im Landkreis einsetzen.«
 
Um Anschluss an eine Initiative zu finden, könnten Bürger die Integrationsbeauftragte des Landkreises kontaktieren (E-Mail: kathrin-tupaj@osl-online.de oder Telefon: 03573-8701060). Auch Einzelhelfer könnten bei Kathrin Tupaj registriert werden. Ansprechpartner von Initiativen oder auch Einzelpersonen würden von der Integrationsbeauftragten in das bestehende Netzwerk aufgenommen werden, über welches alle Registrierten aktuelle Informationen erhalten. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) informiere, dass Geldspenden in der aktuellen Situation sinnvoller seien. Sachspenden könnten im Vergleich zu finanziellen Spenden weniger flexibel eingesetzt werden und würden mit Lager- und Transportkosten einher gehen.
 
Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat laut Sprecherin Nora Bielitz ein Spendenkonto eingerichtet. Insofern die Spende für die aktuelle Thematik Ukraine/Krieg/Kriegsgeflüchtete verwendet werden soll, sollte dies unbedingt im Verwendungszweck bei der Überweisung angegeben werden. Die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Kathrin Tupaj, koordiniere die eingegangenen Spenden und sorge dafür, dass das Geld entsprechend des angegebenen Verwendungszweckes bei einer dafür zuständigen Initiative oder Hilfsorganisation ankommt.
 
Bei Zahlung bitte angeben:
Verwendungszweck: Spende (Ukraine….o.ä.)……….. /PK 0200034.7/
Landkreis Oberspreewald-Lausitz
IBAN: DE56 1805 5000 3010 1000 50
BIC: WELADED1OSL
Sparkasse Niederlausitz.
 
Spendenquittungen würden erst ab einem Betrag von mindestens 300 Euro ausgestellt werden. In diesen Fällen werden laut Bielitz jedoch auch Angaben zum Spender benötigt (Name und Anschrift).
 
Wo finden Bürger Informationen zu Hilfsinitiativen im Landkreis OSL und wo finden Initiativen eine Möglichkeit Bürger auf ihre Aktionen aufmerksam zu machen?
Hilfsorganisationen und Initiativen aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz könnten sich zum Beispiel auf der Internetseite www.helpto.de mit ihren Aufrufen und Angeboten registrieren. Die Internetseite HelpTo biete eine standortbezogene Zuordnung der Angebote an, sodass sich Bürger aus dem Landkreis über die standortbezogene Suche zu lokalen und regionalen Hilfsmöglichkeiten informieren könnten.
 
Wohin können sich Bürger wenden, die ein privates Wohnungsangebot zur Unterbringung von Geflüchteten zur Verfügung stellen könnten?
In den vergangenen Tagen wurden bereits vor allem in den Sozialen Netzwerken auf Plattformen aufmerksam gemacht, über die ein jeder seine Wohnraumangebote registrieren lassen kann, die er privat den Geflüchteten zur Verfügung stellen könnte. Das MSGIV informiert zu dieser Thematik: »Viele Brandenburger möchten helfen und bieten private Wohnunterkünfte für ukrainische Geflüchtete an. Das Integrationsministerium hat eine E-Mail-Adresse für private Unterkunftsangebote eingerichtet: unterkunftsangebote.ukraine@msgiv.brandenburg.de. Die Angebote werden von dort an die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte, die die Unterbringung vor Ort koordinieren, weitergeleitet. Für die Unterbringung von Geflüchteten sind im Land Brandenburg die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig.« (https://msgiv.brandenburg.de/msgiv/de/themen/integration/gefluechtete-aus-ukraine/)
 
(03. März 2022, PM/Landkreis Oberspreewald-Lausitz)
 
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Mögliche Unterbringung von Geflüchteten im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Aktuell werden im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) in Zusammenarbeit mit den Kommunen und Städten Wohnmöglichkeiten für die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchteten Menschen organisiert, teilt OSL-Sprecherin Nora Bielitz mit. Auch der Landkreis selbst habe Kapazitäten zur Unterbringung.


Die Nachrichten aus der Ukraine wurden auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz zunächst mit Ungläubigkeit aufgenommen. Die erste Ungläubigkeit wich schnell dem Erschrecken, Bedauern und vor allem dem Bestreben helfen zu wollen. Die Erkenntnis, dass in dem seit über 70 Jahren friedlichen Europa tatsächlich wieder Krieg herrscht, habe auch die in OSL schwer getroffen. »Die Auslöschung von Menschenleben ist niemals eine Lösung. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei den Menschen in der Ukraine. In diesen Tagen trafen bereits die ersten Geflüchteten aus der Ukraine im Landkreis ein, welche von Familienmitgliedern aufgenommen wurden. Aber auch unabhängig von familiären Beziehungen sind die asylsuchenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bei uns im Landkreis willkommen. Wir werden unser Bestes geben ihnen hier im Landkreis eine sichere Zuflucht zu bieten«, so Landrat Siegurd Heinze.
 

Erste Abstimmungen haben stattgefunden

 
Bereits am Freitagmorgen der vergangenen Woche habe eine Abstimmung zwischen dem Land Brandenburg und den Landkreisen stattgefunden, in welcher sich zur Unterbringung von Geflüchteten beraten wurde. Im Anschluss daran stand der Landkreis Oberspreewald-Lausitz am Freitagnachmittag in Kontakt mit allen Bürgermeistern und Amtsdirektoren des Landkreises, welche großes Engagement zur Mithilfe bekundeten, informiert Nora Bielitz.
 

Landkreis hat eigene Kapazitäten

 
Derzeit würden die Städte und Kommunen prüfen, welche Möglichkeiten es in ihren Bereichen gibt, Wohnraum für die Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse aus dieser Prüfung sollen in den nächsten Tagen über den Landkreis zentral gesammelt werden. Von der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt könnten die Geflüchteten über diese zentrale Informationsstelle beim Landkreis auf die Wohnungsangebote verteilt werden. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz könne und werde zudem auf eigene vorhandene Ressourcen zurückgreifen. Dazu würden freie Kapazitäten in der Gemeinschaftsunterkunft Sedlitz und den Wohnverbunden in Lauchhammer, Vetschau, Calau und Großräschen zählen. Derzeit seien in diesen Einrichtungen um die 50 Plätze frei, welche zur Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine genutzt werden könnten.
 

Vorerst keine Sporthallen belegen

 
Derzeit sei es nicht geplant und noch nicht erforderlich, Sporthallen oder ähnliche Räumlichkeiten zur Unterbringung dieser zu nutzen. Aktuell sei keine Anzahl der Menschen abschätzbar, die nach ihrer Flucht aus der Ukraine im Landkreis Oberspreewald-Lausitz eintreffen werden. Diese Zahl sei vor allem von den Entwicklungen in der Ukraine abhängig. Landrat Siegurd Heinze betont: »Wir hoffen, dass die Anzahl der Geflüchteten gering ist. Wir werden alle Kräfte mobilisieren, um auch einer gegeben falls großen Anzahl von Geflüchteten eine sichere Zuflucht und eine Wohnmöglichkeit zu geben. Eine geringe Anzahl würde jedoch bedeuten, dass positive Entwicklungen in der Ukraine und damit ein schnelles Ende des Krieges erzielt werden und ich denke das hoffen wir alle in diesen Tagen.«
 

Viele Nationalitäten im Landkreis

 
Zu aller erst stelle die Unterbringung von Menschen aus der Ukraine eine Hilfe in der Not dar. Aus der Not könnten sich aber auch neue Perspektiven und eine neue Zukunft entwickeln. Im Landkreis OSL würden derzeit 4.418 Ausländer leben (männlich: 2.687; weiblich: 1.731; divers: 0), davon 2.387 Personen aus Nicht-EU-Staaten (Stand 7. Februar 2022). Zu den zehn am häufigsten vertretenen Nationalitäten zähle dabei auch die ukrainische mit 114 Personen.
 

Erleichtertes Verfahren

 
Das Bundeministerium des Inneren und für Heimat berichte: Die Europäische Union prüfe derzeit, für ukrainische Staatsangehörigen ein erleichtertes Verfahren für den weiteren Aufenthalt einzuführen. Damit wäre ein Asylantrag nicht mehr erforderlich. Weitere Informationen hierzu werden in den nächsten Tagen erwartet. Das Recht dazu, einen Asylantrag zu stellen, bestehe unabhängig davon grundsätzlich fort. Aufgrund der aktuellen Lage in der Ukraine sei davon auszugehen, dass es für ukrainische Staatsangehörige, die sich derzeit zu Kurzaufenthalten in Deutschland befinden, nicht zumutbar sei, für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis das Visumverfahren nachzuholen, sofern sie nicht mit dem hierfür erforderlichen Visum eingereist seien. Ukrainische Staatsangehörige, die visumfrei für einen Kurzaufenthalt nach Deutschland eingereist seien, könnten nach Ablauf der 90 Tage eine Aufenthaltserlaubnis für einen weiteren Aufenthalt von 90 Tagen einholen.
 

Weitere Hinweise

 
Weitere Informationen zur aktuellen Situation und eine Zusammenstellung von Informationen zu den aktuell besonders häufig gestellten Fragen finden Geflüchtete und ebenso auch Bürger auf der Seite des BMI »HIER«. Zur Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis wenden sich die Betroffenen an die für ihren Aufenthaltsort zuständige Ausländerbehörde. Personen mit Aufenthaltsort im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wenden sich hierfür an das Asyl- und Ausländeramt des Landkreises: Asyl- und Ausländeramt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Anschrift: Dubinaweg 1, 01968 Senftenberg, Telefon: 03573/870-4601, Telefax: 03573/870-4610, E-Mail: asyl-auslaenderamt@osl-online.de
 
(01. März 2022, PM/Landkreis Oberspreewald-Lausitz)