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Skulpturengruppe angekommen

Meißen. Bereits 1989 hat die Meißner Bildhauerin Michaela Egdmann den Auftrag übernommen, für das geplante Neubaugebiet Bohnitzsch eine künstlerische Arbeit beizusteuern.

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Mittlerweile lebt die Dipl. Bildhauerin Michaela Egdmann in Dresden, schaut aber immer mal in Meißen vorbei und sieht nach ihren Stelen.

Mittlerweile lebt die Dipl. Bildhauerin Michaela Egdmann in Dresden, schaut aber immer mal in Meißen vorbei und sieht nach ihren Stelen.

Foto: Verena Farrar

»Ich habe mich relativ schnell für eine Gruppe aus drei Köpfen entschieden, die eine Familie symbolisieren sollten. Immerhin waren in unmittelbarer Nähe zum Standort der Skulpturen eine Schule, ein Seniorenheim und viele Wohnungen geplant«, erinnert sich die Künstlerin, die bereits seit 1982 als Bildhauerin in Meißen tätig war.

Im Rahmen des DDR-Wohnungsbaus wurde Kunst automatisch in das Lebensumfeld integriert. Auch das änderte sich mit der politischen Wende. Der Geldgeber - der Bezirk Dresden - für dieses Bauvorhaben war plötzlich nicht mehr existent.

Die Skulpturengruppe - modelliert aus Ton und nach einer Gipsform aus Beton gefertigt - war komplett und wurde 1990 in Augenschein genommen. »Anfangs war völlig unklar, wo sie jetzt stehen sollten«, so die Künstlerin. Denn bis schließlich ein neuer Standort gefunden war, verbrachten die Köpfe einer Frau, eines Kindes und eines Mannes auf einzelnen Stelen drei Jahre eingelagert im städtischen Bauhof. Zur Probe wurden sie schließlich auf dem Käthe-Kollwitz-Platz aufgestellt, bevor sie 1993 ihren Standort am Robert-Koch-Platz vor dem alten Kreiskrankenhaus bezogen. Leider gerieten sie nach dem Umzug der Klinik in Vergessenheit und wurden sogar Opfer von Zerstörungswut. Dann entschied man, die Figuren in den neuen Klinikpark der Elblandkliniken in Nassau aufzunehmen. »Dort haben sie 1999 einen herrlichen Platz bekommen und stehen jetzt zwischen Klinikgebäude und Teich unter einer riesigen Weide. Damit kann ich wunderbar leben«, so die Bildhauerin.

Seit 2015 startete dann die Restauration der Figuren. »Der Betonguss verwittert relativ schnell und auch die Schäden durch Vandalismus vom letzten Standort mussten behoben werden und so habe ich 2017 den Jungen, 2019 die Frau und erst in diesem Jahr den Mann fertiggestellt«, erklärt die Künstlerin.


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