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Riesaer siegt im Alpencup

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Pünktlich zum 70. Geburtstag des belgischen Jahrhundert-Radrennfahrers Eddy Merckx starteten am Wochenende bei bestem Wetter rund 1500 Teilnehmer im Rahmen der „Eddy Merckx Classics“ zum furiosen Finale des seit vielen Jahren etablierten Alpencups. Die dreiteilige Marathonserie findet bereits zum 12. Mal statt und machte 2015 ihren Anfang beim Amadé Radmarathon in Radstadt (AT) am 17. Mai, führte die Teilnehmer danach am 12. Juli zum „Engadin Radmarathon“ in Zernez (CH) und schließlich dann zu den „Eddy Merckx Classics“ am 13. September vor den Toren Salzburgs.
Strahlender Sonnenschein, Temperaturen um 25 Grad Celsius und eine wunderschöne Region als Austragungsort: Die Premiere der „Eddy Merckx Classics“ in Fuschl am See wurde in jeder Hinsicht ein Erfolg. Beste Rahmenbedingungen also für das Finale des Alpencup 2015. 169km, 2600hm – auf der Langstrecke. Die anspruchsvolle Streckenführung verlangte auch trainierten Fahrern alles ab.Traumhafte Landschaften, attraktive Strecken, einzigartigen See- und Berg-Panoramen, so führte die Langstrecke an nicht weniger als elf (!) Seen vorbei. Als führender in der Alpencup-Wertung der AK Ü50 reiste der Riesaer Achmed Goltzsche (SC Riesa/RDL) begleitet von Torsten Anton AK Ü40 und Jens Stephan AK Ü50 vor die Tore Salzburgs. Goltzsche dem diese welligen mit pausenlosen Anstiegen gespickten Streckenprofile eher weniger liegen und dem der zweimaligen Amateurweltmeister Werner Hügel aus Ingolstadt mit seiner Mannschaft im Nacken saß hatte in der Vorbereitung noch einmal alle Reserven mobilisiert und stand sehr gut vorbereitet am Start. Nach dem Startschuss dann genau das vorausgesagte.In ungeheurem Tempo wurden die ersten Anstiege genommen und die selektive Strecke trennte alsbald die Spreu vom Weizen. Pausenlose Attacken vom ersten Rennkilometer prägten das Bild der ersten Hälfte des Rennens.
Goltzsche der in der Männerspitzengruppe mithielt, immer umringt von seinem ärgsten Verfolger und seinen wesentlich jüngeren Helfern die alles versuchten um den Riesaer distanzieren. Allerdings hatten sie wohl nicht mit soviel Kampfgeist gerechnet. Jede Attacke seiner ärgsten Widersacher im Kampf um den Alpencup wurde von Goltzsche vereitelt. Verbissen kämpfend ging Goltzsche jeden Angriff mit. Bei Kilometer 120 allerdings wendete sich das Blatt. Für sein gutes letztes Renndrittel bekannt setzte Goltzsche 15 km vor dem Ziel zum Gegenschlag an, sprengte die Gruppe und ließ auch dem Zweitplazierten im Kampf um den begehrten Alpenpokal praktisch stehen und fuhr am letzten Berg sogar noch 5 Minute heraus.Oben angekommen wurden die letzten vier Kilometer zur Triumphfahrt bis zur Ziellinie an der Strandpromenade von Fuschl. “Für mich war es taktisch und körperlich wohl das beste Rennen das ich je gefahren bin. Von Anfang bis Ende immer im Bilde und auf den Punkt genau topfit, ich bin einfach überglücklich, so konnte ich den Zieleinlauf mal richtig genießen „ sagte Goltzsche.
Am Ende war es dann in der Tageswertung in 4 Stunden 48 Minuten der 2. Platz nur wenige Sekunden hinter dem österreichischen Sieger Paul Lindner (Salzburg) der in der Alpencupwertung keine Rolle spielte. Die Daten dieser wilden Hatz waren dann fast unvorstellbar: 36 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit bei 2600 Höhenmetern und 169 Kilometern bei einem Durchschnittspuls von 161 Schlägen die Minute. “Ich hätte vorher nie gedacht das ich so was durchhalten kann aber Rennfahrerblut ist eben keine Buttermilch „ lächelte Goltzsche später bei der Siegerehrung.In der Gesamtwertung des Alpencups aller Teilnehmer bedeutete das immerhin Rang sechs. Eine ebenfalls sehr gute Vorstellung lieferte Jens Stephan der in der AK Ü50 startend einen guten 20.Platz in 5 Stunden 25 Minuten belegte. Torsten Anton der nur zwei Cuprennen bestritt kam in der Tageswertung der AK Ü40 auf Rang zehn ein (5 Stunden 9 Minuten).
Der absolute Höhepunkt der gesamten Saison dann natürlich die Siegerehrung mit dem mittlerweile 70-jährigen Kannibalen Eddy Merckx .Voller Stolz nahm Goltzsche die Glückwünsche und den Sieger-Pokal für den Alpencup 2015 aus den Händen des besten Rennfahrers aller Zeiten (je fünfmal Sieger der Tour de France und des Giro d’Italia, dazu je einmal der Spanien-Rundfahrt und der Tour de Suisse, sowie dreimal Straßenweltmeister) entgegen.Mit dabei am Fuschlsee auch der frühere deutsche Bahn- und Straßenweltmeister Rudi Altig (78).
Anett Berge