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Riesaer Originalrezept von 1912

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Stadtbahnverein bringt echten Riesaer Kräuterlikör nach altem Rezept heraus.

Stadtbahnverein bringt echten Riesaer Kräuterlikör nach altem Rezept heraus.

Foto: Farrar

Riesa/Meißen. Über Zufälle und wunderbare Umwege ist der Riesaer Stadtbahnverein an das Originalrezept des Riesaer Klosterlikörs der Firma Richard Boden KG unter dem Namen »Bodendictiner« gelangt. Diesen gab es nachweislich seit 1912. Beim Firmenabriss wurde der schreibmaschinengetippte Zettel mit dem Rezept gefunden und über eine Nachlassauflösung dem Stadtbahnchef, Kurt Hähnichen, überlassen. Das Rezept verweist auf 20 Zutaten - 16 Kräuter und vier Öle. Im engen Kreis des Vereins wurde schnell über die Idee nachgedacht, wieder einen echten Riesaer Likör zu etablieren. Bereits zur 900 Jahrfeier der Stadt hatte Riesa einen Kräuterlikör kreiert und den »Riesa Labim« für diesen Anlass auf den Markt gebracht. Jetzt sollte der Likör dauerhaft für die Kreativität der ehemaligen Klostertradition stehen. Allerdings durfte der ursprüngliche Name »Bodendictiner« aus markenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr genutzt werden.

Trotz der Begeisterung bei allen Beteiligten dauerte es noch anderthalb Jahre bis die erste Flasche abgefüllt wurde. »Nur mit der professionellen Arbeit von Siegberg Hennig von der Meissener Spezialitätenbrennerei Prinz zur Lippe wurde aus dem Rezept ein nach heutigen Bedingungen ansprechender Likör«, erklärte Kurt Hähnichen. Das Rezept musste dann doch an heutige Rohstoffe und Geschmacksvorlieben angepasst werden. Auch dieser Likör, der den Namen »Reszoa« trägt, soll zu einem historischen Datum der Stadt stehen, dem 28. Juli 2023: Vor 400 Jahren bekam der Flecken Riesa das Stadtrecht.

Entstanden ist ein goldigheller Likör mit kräftigem Geschmack in einer tief schwarzen Flasche. »Wir wollten an die Kutten der Mönche im Kloster erinnern und so eine Verbindung zu Riesas Geschichte schaffen«, erklärt Hähnichen. Der Likör sei quasi wieder »auferstanden«.


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