Verena Farrar

Meißen liebäugelt mit Löthain

Die Gemeinde Käbschütztal wird mittelfristig komplett aufgeteilt. Suchen sich die Nachbarkommunen jetzt die Sahnestückchen raus?
Bilder

Die Meißner Stadträte haben sich für Verhandlungen mit der Gemeinde Käbschütztal ausgesprochen: Die Altgemeinde Jahna-Löthain soll an die Stadt Meißen angegliedert werden. Der Verhandlungstisch kann gedeckt werden... Ab Januar könnte die Altgemeinde Jahna-Löthain an die Stadt Meißen angegliedert werden. Bereits im vergangenen Jahr hat der Gemeinderat Käbschütztal beschlossen, dass eine dauerhafte Eigenständigkeit seiner Gemeinde nicht möglich erscheint und Gespräche mit Nachbarkommunen wegen der Zukunft des Gemeindegebietes geführt werden sollen. Vertreter einer Arbeitsgruppe aus Käbschütztal berichteten über die Lage der Gemeinde und mögliche Perspektiven eines Zusammenschlusses. Ähnliche Vorgespräche hat es mit den Nachbarkommunen Klipphausen, Nossen und Lommatzsch gegeben. Jetzt sitzen Stadträte aller Fraktionen an einem Tisch und werten als neue Arbeitsgruppe Unterlagen zur kommunalen Infrastruktur und Finanzausstattung der Gemeinde Käbschütztal aus. Die Gemeinde besitzt keinen ausgeglichen Haushalt und ist von sich aus auch nicht mehr in der Lage durch Ausgabenkürzungen und Einnahmeerhöhungen einen Haushaltsausgleich zu erwirtschaften. Um alle kommunalen Aufgaben aber dennoch zu erfüllen, muss die Gemeinde ganz oder teilweise an angrenzende Städte/Gemeinden angegliedert werden. Die Gemeinde Käbschütztal ist nicht mit dem Gemeindegebietsreformgesetz 1998 entstanden. Daher sieht der Freistaat hier auch eine Aufteilung der Gemeinde als möglich an. Eine Aufteilung bedingt, dass alle Gemeindeteile an bestehende Gemeinden angegliedert werden können. Eine Aufteilung sollte landschaftlich-topographische Situation, Erreichbarkeitsverhältnisse, Verkehrsbeziehungen aber auch historische Bindungen berücksichtigen. Für die Stadt Meißen ist daher die Altgemeinde Jahna-Löthain für eine Eingliederung geeignet. In dem Gebiet befinden sich als gemeindliche Einrichtungen zwei Feuerwehrgerätehäuser und eine Kindertagesstätte. Des Weiteren existieren 59,2 km an gemeindeeigenen Straßen, Wege und Plätze. Die Altgemeinde hat ca. 1.577 Einwohner. Es sind investive Schulden in Höhe von 826.679 Euro konkreten Objekten zuordenbar. Hinzu kommen noch Schulden aus in Anspruch genommenen Kassenkrediten. Eine denkbare Eingliederung bedarf einer Vereinbarung von Käbschütztal und der Stad Meißen, aber auch die Bürger des betroffenen Gebietes werden vor Beschluss angehört.