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Keine Chance den Keimen

Mit einer neuen Technologie gegen Keime gehen die Elblandkliniken im Klinikum vor. Das Hygiene-Monitoring-System »NosoEx« ist eingeführt.
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Keime im Krankenhaus sind ein brisantes Thema. Viele Menschen haben Angst, sich während eines Klinikaufenthaltes mit »Keimen« anzustecken. Insbesondere wenn es sich um multiresistente Erreger handelt, steht die Krankenhaushygiene vor einer Herausforderung: Diese Erreger reagieren nicht auf eine Therapie mit Antibiotika und können für betroffene Patienten lebensbedrohlich werden. 90 Prozent der Übertragungen von Erregern erfolgen über die Hände. Jedoch werden statistisch gesehen deutschlandweit nur etwa zwei von drei erforderlichen Händedesinfektionen durchgeführt. Die Hände sind somit ein wesentlicher Grund dafür, dass jährlich bis 600000 nosokomiale Infektionen in Deutschland zu verzeichnen sind. Von diesen enden bis 15000 Fälle tödlich. Gemeinsam mit der GWA Hygiene GmbH aus Stralsund installieren die Elblandkliniken das neuartige Monitoring-System »NosoEx«. Das System aus Hard- und Software erfasst anonym, wann und wie oft Händedesinfektionsmittelspender benutzt werden. Ziel ist es, durch kontinuierliche Erfassung und Auswertung Schwachstellen in der Händedesinfektion zu erkennen und beheben zu können. So funktioniert es... Die Elblandkliniken statten sechs Bereiche für drei Jahre mit dieser Technik aus. Dazu bekommen die Desinfektionsmittelspender und die Mitarbeiter Transponder. Somit können bei Betätigung eines Spenders verschiedene Daten aufgezeichnet werden. »Das System ermöglicht es uns, Transparenz zu schaffen, Verbrauchsmengen genauer zu ermitteln und das Mitarbeiterverhalten bei der Händedesinfektion besser zu analysieren«, so Christoph Kutschker, verantwortlich für die Krankenhaushygiene. Da jeder Mitarbeiter bei Dienstbeginn seinen unbestimmten Transponder aus einer Box nimmt, bleibt die Anonymität gewahrt. Rückschlüsse auf das Verhalten einzelner Mitarbeiter sind somit nicht möglich. Lediglich die Zugehörigkeit zur Berufsgruppe (Pflege, Ärzte, Physiotherapeuten) wird durch Geräte in unterschiedlichen Farben. »Das Desinfektionsverhalten des einzelnen Mitarbeiters steht für uns weniger im Mittelpunkt, wichtiger ist, dass wir uns als Team stetig verbessern«, fügt er an. Am Ende des Tages werden die Daten von den Geräten automatisch ausgelesen und ausgewertet. »Wir halten NosoEx für eine große Chance. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dieser Technologie unser Händedesinfektionsverhalten nachhaltig verbessern und unsere Patienten noch besser schützen können«, so Kutschker. 


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