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Jetzt viel günstiger im Nahverkehr unterwegs

Landkreis Meißen. Verkauf des 9-Euro-Tickets ist gestartet - Verkauf in der App ab 1. Juni

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Staatssekretärin Ines Fröhlich hat es schon. Sie erhielt von VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen bereits ein Neun-Euro-Ticket. Die Kunden der Verkehrsbetriebe müssen sich noch bis zum 23. Mai gedulden.

Staatssekretärin Ines Fröhlich hat es schon. Sie erhielt von VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen bereits ein Neun-Euro-Ticket. Die Kunden der Verkehrsbetriebe müssen sich noch bis zum 23. Mai gedulden.

Foto: Kaminski

Kurz vor Einführung wurden dann doch alle Hürden für jene Fahrkarte genommen, die Bahn-Pendler entlasten und andere vom Auto in Bus und Bahn locken soll. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) gab kürzlich bekannt, wie der Vertrieb des Neun-Euro-Tickets zwischen Strehla und Sebnitz funktionieren soll und welche Regeln gelten.

 

Diese besondere Monatskarte wird, wie VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen betonte, personenbezogen sein. Der Nutzer muss darauf seinen Namen eintragen. Es gibt keine Mitnahmerechte, weder für Personen, noch für Hunde oder Fahrräder. Das Ticket gelte unabhängig von den Grenzen der einzelnen Verkehrsverbünde. Wer also von Riesa nach Oschatz oder Leipzig reisen möchte, kann damit in den Regionalexpress »Saxonia« steigen und muss weder das RIO-Ticket noch das für diese kurzen Strecken relativ teure Sachsenticket lösen.

 

Wer Zeit und Muße hat, kann natürlich noch längere Strecken in Anspruch nehmen. Interessant wird das Ticket auch für Fahrten in Richtung Chemnitz. Dass Döbeln, Waldheim und diese Großstadt einem anderen Verkehrsverbund angehören, ist drei Monate lang uninteressant.

 

Wie Burkhard Ehlen erläuterte, können mit diesem Fahrschein auch die Sonderverkehrsmittel im VVO genutzt werden. Das sind die Schmalspurbahnen Radebeul-Radeburg, jene von Freital-Hainsberg nach Kipsdorf, die Kirnitzschtalbahn sowie die Dresdner Bergbahnen.

 

Inhaber von Abokarten und Jobtickets bekommen den über neun Euro hinaus gezahlten Betrag erstattet. »Wer so ein Ticket besitzt, braucht gar nichts machen«, erklärte Burkhard Ehlen. Für sie würden zudem alle bisherigen Vergünstigungen in Kraft bleiben. Das gilt zum Beispiel für die Regelung, dass Inhaber von Monatskarten für den gesamten Verbundraum zwischen Riesa und Dresden die IC und ICE nutzen dürfen. Sie dürfen in diesen drei Monaten einen Erwachsenen und bis zu vier Schüler mitnehmen.

 

Für alle, die sich jetzt neu für solch ein Aboticket entschließen, setzt der VVO noch eins drauf. Bei einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten sind die ersten drei Monate kostenfrei. Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zeigte sich dankbar dafür, dass der Verkehrsverbund und die Unternehmen, mit denen er zusammenarbeitet, so schnell die organisatorischen Voraussetzungen für die Einführung dieses Angebotes geschaffen haben. Sie hofft, dass die Politik damit einen Denkanstoß dafür gibt, was jeder einzelne zum Klima- und Umweltschutz beitragen könne. Sie wünscht sich zudem, dass viele Familien diese Möglichkeit nutzen. »Ich bin gespannt, was als dauerhafter Effekt bleibt«, sagte sie. Man werde nach den drei Monaten sicher sehen, wo in punkto Nahverkehr noch zielgerichtet Maßnahmen ergriffen werden müssen. »Es ist gut, dass der öffentliche Nahverkehr Teil des Entlastungspaketes der Bundesregierung ist und dabei nicht hinten runterfällt«, bewertet Burkhard Ehlen dieses Initiative des Bundes. Das sei Klimaschutz. Man hoffe auf zusätzliche Fahrgäste, könne aber nicht zu jeder Zeit und auf jeder Linie den Takt verdichten.

 

Auch Stephan Naue, Leiter des Produktmanagements Sachsen bei der Bahntochter DB Regio Südost betonte, dass man mit dem Aushandeln der Modalitäten für das Neun-Euro-Ticket schon eine große Aufgabe schnell bewältigt habe, der eigentliche Kraftakt jedoch noch bevorstehe...

 

Er kündigte mehr Doppeltraktionen (also Drei- plus Fünfteiler) für den Saxonia-Express zwischen Leipzig und Dresden an, ebenso für die neue S8 nach Kamenz. Aber beispielsweise auf der S1 von Meißen in die Sächsische Schweiz würden - abgesehen von Pfingsten - keine zusätzlichen Kapazitäten geschaffen. Dazu würde keine Waggons bereitstehen.

 

Das Neun-Euro-Ticket im VVO ist seit dem 23. Mai zunächst an den Automaten der Bahn sowie der Verkehrsbetriebe, zum Beispiel am Busbahnhof und am Alexander-Puschkin-Platz in Riesa erhältlich. In den Apps würde es ab dem 1. Juni freigeschaltet.