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Feldroboter bringt den Werkstattschlüssel

Großenhain. Die BayWa ist jetzt offiziell Hausherr in ihrem neuen Standort an der Mülbitzer Straße. Den symbolischen Schlüssel für die moderne Werkstatt überbrachte die Technik gleich selbst - in Gestalt eines kleinen NAIO-Roboters.

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Seine größeren "Geschwister" hacken Unkraut, halten Erdbeerfelder, Obst- und Weinplantagen sauber und natürlich wird das neueste Modell der NAIO-Orion, der erstmals mit aktivem Werkzeug in Reihe hacken können soll, in Großenhain vorgeführt. Was für eine Entwicklung von einer herkömmlichen Werkstatt zu diesem hochmodernen Stützpunkt für Agrartechnik. In Großenhain, direkt an der B101 nach Meißen, können Landwirte die neue Ära des Ackerbaus ab jetzt bestaunen und testen. Eine solche Vorführung war es auch, die die BayWa überhaupt erst nach Großenhain gebracht hat - nach 25 äußerst partnerschaftlichen Jahren in Cunnersdorf, wie Reinhold Bichle, Spartengeschäftsführer der BayWa Sachsen betont und sich dafür auch bedankt.

 

Doch manchmal ändert ein Zufall alles, wenn die Zeit reif dafür ist. So war es 2018. Da stellte die BayWa in Cunnerdorf als erster Händler in Deutschland den neuen Mähdrescher Ideal von Fendt hier vor. Allerdings musste sie sich dafür die Kartoffelhalle der Meißner Agrarprodukte (MAP) an der Mülbitzer Straße mieten. In den folgenden drei Wochen wurde die Lagerhalle nicht nur rund um die Uhr zum Showraum - der Blick der Akteure schweifte auch über das große Areal mit den zwei alten Hallen. Auch der BayWa-Vorstand aus Bayern fand den Standort bei seiner Stippvisite in Großenhain interessant, man sprach mit dem Eigner und wurde sich schnell einig. Noch im gleichen Jahr kam das Okay für die Investition auf 11.000 Quadratmetern. Der neue Technik-Standort wird nun das komplette Sortiment der BayWa abbilden: Service, Maschinen und Fachbedarf für die Landwirtschaft, für Kommunen und Gewerbe, für Obst- und Weinbau sowie für den Privatkunden. Dafür entstehen auf 11.000 m² eine 800 m² Werkstätte mit neun Montageplätzen, ein Ersatzteillager, eine offene Unterstellhalle mit 450 m², ein Fachbedarfs-Shop sowie Büro- und Sozialräume. Auf 3.500 m² im Freien ist die Ausstellungsfläche für Maschinen. 19 Mitarbeiter, drei Azubis - das ist derzeit die Belegschaft. Sie wird wachsen, denn gegen die Joysticks und Displays in echter Landtechnik, nimmt sich jedes Computerspiel dürftig aus. Die Begeisterung des jungen Fendt-Teams schwappt jedenfalls zur Einweihungsfeier nach Großenhain über. Die jungen Leute zeigen sich stolz im BayWa-Team. Kein Wunder, dass die siebente Generation von Fendt-Traktoren, der 700 Vario, mit Rauch und Lichteffekten begrüßt wird. Hier geht`s allerdings nicht um Show, sondern Zahlen.

 

Solche Fahrzeuge kosten Hunderttausende Euro und sollen natürlich 24/7 funktionieren. Nur wer das garantieren kann, wer immer in Rufweite des Landwirts ist, kann solche Spitzentechnik vertreiben. Die BayWa Sachsen macht sich in ihrem 30. Jahr des Bestehens auf in ein neues elektronisches Zeitalter auf dem Acker. Knapp drei Millionen Euro hat das bayerische Unternehmen dafür in Großenhain investiert. Den Hochbau setzte die Firma Freyler Industriebau aus Riesa.

 

Die Geschichte der BayWa geht übrigens zurück auf die 1893 gegründete Bayerische Zentral-Darlehenskasse (BZDK), die sowohl im Bank- als auch im Warengeschäft tätig war. Die Aktionärsstruktur der BayWa Aktiengesellschaft wird von Raiffeisen-Gesellschaften aus Deutschland und Österreich bestimmt. Die Satzung der BayWa Aktiengesellschaft schränkt den Aktionärskreis absichtlich ein, um den genossenschaftlichen Charakter des Unternehmens zu erhalten.


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