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Einfach Freunde sein - auch ohne gleiche Sprache

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Willkommenskita bekommt Fördermittelbescheid und Lob für die mutige Arbeit Gleich zwei sächsische Ministerinnen in einer Gröditzer Kita - das gab es noch nie! Kultusministerin Brunhild Kurth und Integrationsministerin Petra Köpping besuchten die AWO Willkommenskita „Buratino“. Was sie dort zur hören bekamen, erstaunte die Politikerinnen. Immer mehr schutzsuchende Familien kommen nach Sachsen. Damit steigt auch die Zahl der Kindereinrichtungen, die Kinder aus Flüchtlingsfamilien aufnehmen. Das stellt Erzieherinnen vor Herausforderungen – von kulturellen Unterschieden bis hin zum Umgang mit den Fluchterfahrungen der Kinder. Das sächsische Modellprogramm WillkommensKITAs der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung stärkt die Fachkräfte in zehn Kindertageseinrichtungen für ihre Arbeit mit Kindern aus geflüchteten Familien. Auch in Gröditz hat die Stiftung Partner gefunden und mit der AWO-Kita mittlerweile echte „Intergrationsprofis“ an Start. Zur Halbzeit der gut dreijährigen Programmlaufzeit ziehen Träger und Förderer des Programms nun Bilanz: Was hat sich vor Ort in den Kitas seit dem Programmstart verändert? Bildungsplan natürlich Ja - Es gibt aber auch Freiräume für die neu ankommenden Kinder, die den Alltag, ihre Welt und auch die Gesellschaft oft anders erleben und begreifen als ihre deutschen Spielkameraden. Initiatorin Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, und die beiden Ministerinnen sind beeindruckt von der Unbefangen- und Offenheit mit der sich die Erzieherinnen der Herausforderung gestellt haben - und das mit Erfolg. Kita-Leiterin Heike Seifert sieht ihre Arbeit und den engagierten Einsatz ihres Teams bestätigt. Auf die Frage nach dem Patentrezept für die funktionierende Integration der Kinder, muss die „Buratino“-Chefin lächeln: „Natürlich gibt es keins, das wäre wohl auch zu einfach. Wir haben nicht nach einem fertigen Konzept gearbeitet, sondern uns versucht in die ausländischen Kinder hinein zu versetzen. Wir wollten, dass sie sich wohl, sicher und geborgen fühlen“, so Heike Seifert. Und so schnell sich die jüngsten Flüchtlinge eingelebt hatten, so schnell und unkompliziert haben sie die Sprache gelernt, Freunde gefunden und sich ein Stück in die Gemeinschaft eingefügt. Das haben sie natürlich auch in ihre Familien getragen. Die Anwesenden sehen das als Integration mit kleinen, aber sehr wirksamen Schritten. Als „kleiner“ Nebeneffekt wurde von Brunhild Kurth und Petra Köpping der Fördermittelbescheid 2016 in Höhe von 147.000 Euro für die weitere Arbeit überreicht.