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Ein Servicehaus für die Dörfer?

Canitz. Vorschläge der Zukunftswerkstatt in Canitz könnten das Leben vor Ort verändern.

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Ideen für die Zukunft in den Dörfern: Zweite Zukunftswerkstatt trifft sich in Canitz. Interessierte Dorfbewohner sind dabei.

Ideen für die Zukunft in den Dörfern: Zweite Zukunftswerkstatt trifft sich in Canitz. Interessierte Dorfbewohner sind dabei.

Foto: ZWK

Unter dem Motto »Möglichkeiten statt Hindernisse« fand kürzlich eine Zukunftswerkstatt für die ältere Generation in Riesas ländlichen Ortsteilen statt. Eingeladen waren Bewohner von Riesas ländlichen Ortsteilen. Dort diskutierten Menschen aus Canitz, Pochra, Oelsitz, Jahnishausen und Mautitz Fragen des Wohnens im Alter auf dem Lande, sprachen über bestehende und wünschenswerte Nachbarschaftshilfe, verbesserungswürdiges Internet, Busabfahrzeiten, Mitfahrgelegenheiten und vieles mehr.

 

Probleme nehmen zu

 

Als größte Probleme der Älteren auf dem Lande wurden schnell der Wegfall von ärztlichen Sprechstunden vor Ort, die Schließung von Dienstleistungsgeschäften, wie Friseur oder Bankfilialen und der Wegzug des Einzelhandels ins Auge gefasst.

 

Es ist stiller geworden in den Dörfern und Gemeinden, viele Dienstleister sind in die nahen Städte abgewandert und verlangen jetzt mehr Mobilität von den Senioren, die sie oder der öffentliche Nahverkehr nicht leisten können.

 

Die Lösung liegt so nah

 

Die Lösung wäre da eine Art Service-Stützpunkt im Ort. Wo all jene sich wöchentlich einfinden, zu denen ansonsten jeder Einzelne so manche Fahrstrecke zurücklegen müsste. So würden gemeinsam genutzte Räume zum Gewinn für alle Dorfbewohner und auch die Anbieter würden und nicht zuletzt auch die Umwelt schonen.

 

Als größtes Hindernis für das Umsetzen neuer Ideen wurden oft fehlende Finanzen ausgemacht, aber auch abschreckende Auflagen und gefühlte Überregulierungen. Vielleicht würde ein Fördertopf-Manager oder -Wegweiser Finanzlücken schließen können.

 

»Dörfler« wollen gehört werden

 

Unüberhörbar war einerseits der Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit für die ländlichen Gebiete, andererseits das Bedürfnis nach möglichst autonomer Entscheidung über die Gelder für den eigenen Ortsteil. Noch mehr als auf Geld aber wird es nach dieser Runde nun darauf ankommen, an denkbaren Lösungen für Zukunftsfähiges dranzubleiben, Kräfte zu bündeln und konstruktiv über Wege und Möglichkeiten statt über Hindernisse zu streiten.

 

Eine dritte Zukunftswerkstatt gemeinsam mit Trägern und Institutionen, die dabei »ins Boot« geholt werden müssen, könnte dazu in absehbarer Zeit Wege ebnen.


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