Verena Farrar

Besonderes Jugendzentrum im Kirchengebäude

Meißen. Das »Kaff« als Anlaufpunkt für alle Kinder und Jugendliche

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Unter der Federführung der Diakonie bietet das Jugendzentrum Kaff im Stadtteil Triebischtal ungeahnte Möglichkeiten. Immerhin ist ein großer Kirchbau als offener Jugendtreff wohl einmalig für den gesamten Landkreis.

Der Jugendtreff »Kaff« nutzt über drei Etagen zahlreiche Räume in der Kirche, die dank eines Förderprojektes 2006 speziell für die Bedürfnisse eines Jugendclubs umgestaltet wurde. So wurden Zwischendecken eingezogen und es entstanden neue, moderne Räume mit viel Platz für unterschiedlichste Funktionen.

Das Angebot des Vereins ist dabei genau so vielseitig, wie die Ausstattung des Hauses. Neben der Freizeitgestaltung, wird nach Bedarf auch eine Hausaufgabenbetreuung angeboten. Einige Schüler des Landesgymnasiums St. Afra helfen z.B. mittwochs gern bei kniffligen Aufgaben. »Bei uns sind alle Kinder und Jugendlichen ab sechs Jahren willkommen. Von Montag bis Freitag, 14 bis 19 Uhr, steht Spaß, Spiel, Basteln, Tanz oder einfach nur quatschen auf dem Plan. Donnerstag wird ein Mädchentreff angeboten und eine Gemeinschaft mit muslimischen Mädchen entwickelt sich gerade. So ist immer etwas los«, verrät Leiterin Theresa Kluge. Sie ist etwas traurig, dass der Band-Probenraum derzeit leer steht, weil im Stadtteil leider keine Band Bedarf dafür hat.

Einmal im Jahr findet der kreisweite »GirlsDay« im Kaff statt und der Jugendtreff beteiligt sich auch an der »Interkulturellen Woche« und vielen anderen Jugend- und Ehrenamtsaktionen. Denn neben Fachkraft Theresa Kluge sind derzeit mit Ute und Mirko noch zwei Ehrenamtler und Diane als Praktikantin für die Kinder da, die sollen selbst aktiv werden und mit ihren Ideen eigene Initiativen starten, so das Konzept des Hauses für mehr Selbstbewusstsein und Stärke.

Eine wichtige Rolle spielt aber auch Therapiehund Blue, der mit seiner gewinnenden Art wohl jeden aus seinem Schneckenhaus herausholt oder besonders unruhige Charaktere wieder umgänglicher macht. Damit bietet der Mischling einen echten therapeutischen Mehrwert und sorgt für gute Stimmung. Die Kinder übernehmen gern Verantwortung beim Spaziergang.

Jetzt gilt es für das Kaff-Team auch die sozialen Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Die Gewöhnung an die Freizeitgestaltung per TV, Sozialen Medien oder Computerspielen hat während der Coronazeit bei vielen Kindern und Jugendlichen stark zugenommen, waren sie im Lockdown oft die einzige Beschäftigung, die noch möglich war. »Deshalb setzen wir wieder verstärkt auf offline-Beschäftigungen«, kündigt Theresa Kluge an. So wurde der kleine Vorgarten neu gestaltet und muss gepflegt werden. In den Ferien gibt es einen speziellen Ferienplan mit geänderten Öffnungszeiten, der schon einige Wochen vorher eingesehen werden kann.

Auf dem Programm stehen zum Beispiel eine Wochenfahrt oder Paddeln, Wandern oder ein Besuch im Zoo oder Freizeitpark und viele andere schöne Dinge: www.diakonie-meissen.de  

»Lieber ist uns natürlich, wenn sich die Jugendlichen persönlich bei uns melden. Da kann man sich gleich ein bisschen »beschnuppern« und kennen lernen«, so die Leiterin. Sie will für die Kids Erlebnisse schaffen, von denen sie lange zehren können.