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Baustelle sorgt für Diskussionen

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Jörg Seebach, Realisierungsmanager des Abschnittes Zeithain bis Leckwitz, informiert Lutz Thiemig, Bürgermeister der Gemeinde Glaubitz, und Ulrich Mölke, Bauleiter des Gesamtprojektes (v.l.n.r.).

Jörg Seebach, Realisierungsmanager des Abschnittes Zeithain bis Leckwitz, informiert Lutz Thiemig, Bürgermeister der Gemeinde Glaubitz, und Ulrich Mölke, Bauleiter des Gesamtprojektes (v.l.n.r.).

Foto: Peter Noack

Glaubitz. Der Ausbau der Eisenbahnstrecke Leipzig - Dresden hat Folgen für die Gemeinde Glaubitz. Bürger konnten sich sich jetzt beim Tag der offenen Baustelle informieren.

 

»1995 haben wir zum ersten Mal im Gemeinderat über die technischen Lösungen zum Ausbau der Eisenbahnstrecke auf dem Abschnitt in unserer Gemeinde beraten. Am 30. Juni 2020 erfolgte dann der Baustart. Bürgermeisterkollegen haben mir damals gesagt: Bei einer Baumaßnahme der Deutschen Bahn in der Gemeinde verlierst du deine letzten grauen Haare«, erinnert sich Bürgermeister Lutz Thiemig. Zu Beginn des Projektes sah es auch so aus. Die Kommunikation seitens der Deutschen Bahn wurde nur auf der Grundlage des Planfeststellungsverfahrens geführt und es war zu befürchten, dass die Bedenken der Bürger nicht berücksichtigt werden.

 

Gemeinsam Lösungen gefunden

 

Der Ausbau der Eisenbahnstrecke von Leipzig nach Dresden auf eine mögliche Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit. Bis 2026 soll der Glaubitz betreffende Abschnitt von Zeithain bis Weißig fertig sein. Die Baumaßnahme in diesem Abschnitt hat für die Gemeinde Glaubitz schwerwiegende Folgen. Was passiert, wenn die Bahnübergänge auf der Bahnhofstraße und der Poststraße geschlossen werden? Müssen dann Glaubitzer über Nünchritz durch eine Unterführung oder über die B169 über eine Brücke fahren? Wie weit werden die anliegenden Grundstücke in Mitleidenschaft gezogen? Ganz abgesehen von sieben Jahren Baulärm, Schmutz, Umleitungen und längere Fahrstrecken nicht nur für die Glaubitzer. Die Probleme wurden aber im gegenseitigen Einvernehmen gelöst. Die Lösung für eine Unterführung der Bahnhofstraße war planungstechnisch einfacher lösbar. Bei der Poststraße gab es Schwierigkeiten, die Unterführung auch für LKW zu ermöglichen. Inzwischen sieht es so aus, dass die Unterführung der Poststraße schon Anfang 2024 fertig sein wird, die Bahnhofstraße folgt später. Dann zieht wieder Normalität in Glaubitz ein.

 

Vorteile für die Glaubitzer

 

Für die Glaubitzer ergeben sich nach der Fertigstellung durchaus Vorteile. Getrennte Fußgänger- und Fahrzeugunterführungen der Bahnhofstraße und eine gemeinsame Unterführung der Poststraße werden das lange Warten an einer geschlossenen Schranke beenden. Lärmschutzwände sorgen für Ruhe. Beide Bahnsteige erhalten je einen Fahrkartenautomaten mit Informationsmöglichkeiten. »Mit dem Realisierungsmanager Jörg Seebach von der Deutschen Bahn ist mir ein zuverlässiger Ansprechpartner zur Verfügung gestellt worden. Deshalb habe ich meine grauen Haare auch alle noch behalten«, lacht Bürgermeister Lutz Thiemig. Die Glaubitzer Bürger haben sich mit den gegenwärtigen Unannehmlichkeiten arrangiert und sich am Tag der offenen Baustelle umfassend informieren können. Leider wurde Moni´s Blumen an der Bahnhofstraße zum Jahreswechsel 2021/2022 geschlossen. Geschäftseinbrüche durch zwei Jahre Corona und die langjährige Baustelle haben Monika Krause mit ihrem kleinen Team dazu bewogen, das Geschäft für immer zu schließen.