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Auch der letzte Nagel sitzt!

Ein Richtfest im Winter gibt es nicht so oft, aber davon lassen sich die Handwerker auf der Kindergartenbaustelle in Prausitz nicht verunsichern. Immerhin sollen die Jüngsten der Gemeinde im Spätsommer in ihren neuen Kindergarten einziehen können.

Beeindruckend sicher, schnell und viele von ihnen auch kerzengerade - schlagen die Mädchen und Jungen der Vorschulgruppe des Prausitzer Kindergartens den symbolischen letzten Nagel in den »Dachstuhl« ihres Kindergartens ein. Es soll Glück bringen und den Abschluss der Arbeiten der Zimmerleute anzeigen, erklärt Zimmerermeister Glen Heinitz als er den Jüngsten den Start zum Hämmern gibt. Die Arbeiten auf der Baustelle seien bisher gut verlaufen, auch wenn man sich bis dato einen Zeitverzug von etwa sechs Wochen eingehandelt habe, fasst Bürgermeister Conrad Seifert zusammen. »Die Gründe dafür konnten wir nicht beeinflussen. Immer wieder war es zu Verzögerungen gekommen, weil benötigtes Baumaterial nicht pünktlich geliefert werden konnte«, erzählt er. Jetzt habe man nochmal die Abläufe optimiert ohne sich beim Ausbau gegenseitig im Wege zu sein, damit der neue Zeitplan gehalten werden könne. Immerhin soll zum Ende des Sommers oder spätestens in den Oktoberferien der Umzug gefeiert werden. Bis dahin freuen sich die Kinder jeden Tag und bestaunen den Baufortschritt. Von der Bodenplatte bis zum Rohbau war natürlich viel zu sehen, jetzt geht es an den Innenausbau und die Gebäudehülle des Ersatzneubaus. Conrad Seifert erinnert sich an die großen Diskussionen im Gemeinderat, um das Vorhaben auf den Weg zu bringen: »Es war keine leichte Entscheidung, aber es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung«, ist er überzeugt. »Wir haben dann hier an einem zentralen Standort die Kinder unserer Gemeinde vom Krippenalter bis zur Grundschule beisammen in modernen Einrichtungen«, so Seifert weiter. Für die Eltern sei das ein ganz wichtiger Standortfaktor, der ihnen viel Zeit spart: Wer Geschwisterkinder hat, kann mit einem Stopp alle Kinder sicher abliefern. Dafür musste zwar die Grundschule einen Teil ihres Areals abgeben, tat dies aber gern damit die Kindergartenkinder eine moderne und passende Einrichtung bekommen. Auch bei den Plänen konnten die Jüngsten und ihre Erzieherinnen viele Hinweise und ihre Ideen einbringen. So wird es im Neubau auch eine Kinderwerkstatt geben, in der gewerkelt und gebaut werden kann. Darüber freuen sich auch die anwesenden Handwerker: »Vor dem Hintergrund des Azubismangels im Handwerk, können die Kinder nicht früh genug für die vielen Berufe in ihrem Umfeld interessiert werden und da kann die Kinderwerkstatt vielleicht der Start in eine aufstrebende Handwerkerkarriere werden«, hofft René Heinitz, Geschäftsführer der Dachdecker Heinitz GmbH & Co. KG aus Lommatzsch, der mit seinem Team das Dach des Kindergartens decken wird. In diesen Tagen haben die Handwerker aber nicht nur mit Personalmangel und Nachwuchssorgen zu kämpfen, vor allem die gestiegenen Preise an den Rohstoffmärkten für Holz, Steine, Dämmmaterial oder Dachziegel machen ein Ausführen der Arbeiten zum vereinbarten Preis oft unmöglich. Nicht selten werden vereinbarte Lieferungen von den Herstellern einfach abgesagt... Auch hier haben die Prausitzer Glück, sie konnten die Planungen im richtigen Moment abschließen und bei vielen Gewerken größtenteils auf bisher bestellte Lagerbestände zurückgreifen.