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Aktiver Kampf gegen das Höfesterben

Nossen. Bei einer jüngsten Kundgebung in Nossen forderten Bauern, Gärtner und Landwirte einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Flächen.

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Kundgebung der lokalen Bauern vor dem Nossener Rathaus.

Kundgebung der lokalen Bauern vor dem Nossener Rathaus.

Foto: Privat

Dazu haben sie sich kürzlich zu einer Kundgebung vor dem Rathaus Nossen zusammengefunden. Sie wollen eine transparente, faire und gemeinwohlorientierte Verpachtung von landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum der Stadt Nossen erreichen und kritisierten die weitverbreitete Vergabepraxis nach Höchstgebot und Gewohnheitsrecht.

Die Bauern übergaben die von der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (AbL) erarbeiteten Verpachtungskriterien an eine Stellvertreterin des Bürgermeisters. Der Kriterienkatalog zur Gemeinwohlverpachtung solle die Kommunalpolitik bei der zielgerichteten Auswahl von bäuerlichen und zukunftsorientiert wirtschaftenden Pächtern unterstützen. Die Verpachtung von öffentlichem Land solle auch dem öffentlichen Interesse zugute kommen. »Die Stadt Nossen steht in der Verantwortung lokale, bäuerliche Landwirtschaft zu stärken und gegenüber großindustrieller Landwirtschaft bei der Vergabe ihrer Flächen zu bevorzugen. Nur so kann ein Höfesterben verhindert und die Region lebendig gehalten werden«, sagt Landwirtin Lilli Haule. Kriterium für die Vergabe solle nicht das höchste Gebot oder die Gewohnheit sein, sondern beispielsweise die Anzahl der geschaffenen Arbeits- und Ausbildungsplätzen, die Größe der bewirtschaftenden Schläge oder die regionale Vermarktung.

Die Kriterien würden jeweils mit Punkten versehen und bieten somit ein transparentes Verfahren zur Pachtvergabe, das für die Verwaltungen einfach zu handhaben sei. Alle abzufragenden Kriterien seien von den Betrieben einfach zu erfassen, da diese im Wesentlichen aus bereits zu erstellenden Anträgen, Berichten und Bescheiden abzulesen seien. Auch für die Verwaltungen sei es einfach handhabbar, da lediglich Zahlen miteinander verglichen werden müssten und kaum landwirtschaftliches Fachwissen zur Beurteilung notwendig sei. »Gerade für uns Junglandwirtinnen ist extrem wichtig, dass der Zugang zu Land transparent gestaltet wird, sonst ist es fast unmöglich neue Betriebe zu gründen und die regionale Lebensmittelproduktion zu stärken. Wir brauchen dringen, bäuerliche, nachhaltige und regional stark verankerte Landwirtschaft«, so Lilli Haule weiter. Die Aktion war Teil des bundesweiten Aktionstages der AbL, bei dem zeitgleich in über 30 deutschen Städten und Gemeinden eine gemeinwohlorientierte Verpachtung gefordert wurde. Weitere Aktionen gab es in Dresden, Meißen und Döbeln.


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