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100 Jahre alte Nachricht geborgen

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Zufallsfund: In einer Bügelflasche wurde ein Originalschriftstück zur Denkmalsweihe vor genau  100 Jahren gefunden. Fotos: A. Huth

Zufallsfund: In einer Bügelflasche wurde ein Originalschriftstück zur Denkmalsweihe vor genau 100 Jahren gefunden. Fotos: A. Huth

»Ihren im Weltkriege gefallenen Helden – die dankbare Gemeinde Kreinitz« – so steht es mit Psalm 119 in Stein gemeißelt am Denkmal der Gefallenen am Kreinitzer Friedhof. An der Vorderseite der quadratischen Säule ein senkrechtes Schwert, an den Seitenflächen stehen die Namen der im 1. Weltkrieg Gefallenen Kreinitzer – Gedenken und Mahnung zugleich. Seit Wochen wird es restauriert. Mit den Jahren war es bereits stark verwittert. Schon seit längerer Zeit wurde nach finanziellen Möglichkeiten für eine Restaurierung gesucht. Ähnlich ist der Zustand des Denkmals in Jacobsthal. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern unserer Kirchgemeinde, des Ortschaftsrates und des Kulturvereins/ Heimatvereins hat sich der Sache angenommen und arbeitet seit einem reichlichen Jahr daran, das Projekt zur Restaurierung der Denkmale in Kreinitz und Jacobsthal voranzubringen. Nachdem im November der Förderantrag der Kirchgemeinde durch die Sächsische Aufbaubank bewilligt wurde, konnte das Projekt unter Leitung der Pfarrerin Frau Skriewe-Schellenberg, zu dem auch die Planung einer entsprechenden Veranstaltungsreihe in Kreinitz und Jacobsthal gehört, weiter vorangetrieben werden. Nach dem Abbau Anfang Dezember trat das Kreinitzer Denkmal seine Reise nach Riesa an und wird von der Firma Heischmann restauriert. Dank der Arbeit von Dorle Körnig, die Namen damals von Schülern abschreiben ließ und der Archivierung im Kreinitzer Museum, konnte dem Steinmetz die vollständige Namensliste für die Restaurierung übermittelt werden. Beim Abbau des Denkmals machten die Beteiligten eine interessante Entdeckung. Im Hohlraum des Sockels stießen sie auf eine Flasche der Actien-Bierbrauerei zu Reisewitz, die 1868 gegründet wurde. Nach dem 1. Weltkrieg war die Brauerei 1921 gezwungen, eine Interessengemeinschaft mit der Dresdner Felsenkellerbrauerei einzugehen. 1930 wurde der Brauereibetrieb eingestellt und nach der Bombardierung Dresdens endete auch die Lohnbrauerei des Reisewitzer Biers in der Felsenkellerbrauerei. Jetzt befand sich in der Bügelverschlussflasche kein Bier, sondern ein gut erhaltenes Papier mit den Unterschriften der am Aufbau Beteiligten. Demnach wurde das Denkmal am 8. September 1921 geweiht. So kann die Arbeitsgruppe, ohne es zu wissen, den 100. Geburtstag für die Weihe des restaurierten Denkmals eingeplanen. Grund genug für eine feierliche Einweihung und den Auftakt der Veranstaltungsreihe in diesem Jahr. Arbeitsgruppe »Gedenkorte Kreinitz und Jacobsthal«