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"Kann Krieg gerecht sein?" - Lehramtsstudierende der TU Dresden diskutieren in Riesa 

Riesa. Am 6. Juni macht die Seminargruppe Halt in Riesa. In der Klosterkirche St Marien wollen sie ab 19 Uhr gemeinsam mit der Reservistenkameradschaft Riesa darüber diskutieren, ob Krieg gerecht sein kann.

Studenten aus Dresden diskutieren am 6. Juni in der Riesaer Klosterkirche über den Krieg.

Studenten aus Dresden diskutieren am 6. Juni in der Riesaer Klosterkirche über den Krieg.

Bild: Farrar

Studenten der TU Dresden diskutieren mit Riesaer Bürgern und der Reservistenkameradschaft Riesa. So starten zwölf angehende Ethik- und Philosophielehrer der TU Dresden mit ihrem Dozenten Prof. Markus Tiedemann in Kanus eine Fahrt die Elbe hinunter. Auf ihrem Weg von Königsstein nach Torgau machen sie Halt in den Gemeinden am Fluss und wollen dort mit Menschen ins Gespräch kommen - auch und gerade über kontroverse Themen. "Querverbindungen Exkursionsseminar für angehende Lehrkräfte zum Thema De-Radikalisierung" hat Markus Tiedemann, Professor für Didaktik der Philosophie und für Ethik an der TU Dresden, sein Projekt genannt.

 

Nach einem Semester konzeptioneller und inhaltlicher Vorbereitung wollen die Studierenden mit den kommenden Diskussionsabenden einen Beitrag dazu leisten, der im sächsischen Wahljahr besonders spürbaren Polarisierung der Gesellschaft einen Moment der Verständigung und De-Radikalisierung entgegenzusetzen.

 

Am 6. Juni macht die Seminargruppe Halt in Riesa. In der Klosterkirche St Marien wollen sie ab 19 Uhr gemeinsam mit der Reservistenkameradschaft Riesa darüber diskutieren, ob Krieg gerecht sein kann. Riesaer Bürger und die Medien sind eingeladen.

 

Die nächste und letzte Station auf der Kanutour der Seminargruppe ist Delitzsch am 7. Juni. Diskussionsbeteiligung ist an allen Abend ausdrücklich erwünscht.

 

Am jeweils folgenden Tag sind Personen aus den Gemeinden eingeladen, eine Station mitzupaddeln. Bedingung sind allein die Einhaltung von Diskursregeln und die Bereitschaft, mit jemandem in einem Boot zu sitzen, die oder der dezidiert eine andere Meinung vertritt.

 

Die Studierenden und ihr Professor Markus Tiedemann wollen mit ihrer Tour der Kommunikationsarmut in der Gesellschaft entgegenwirken, Raum für Austausch und produktiven Streit schaffen. Gleichzeitig werden die Studierenden auch wissenschaftlich tätig: Mit Fragebögen und Interviews betreiben sie soziologische Forschung, deren Ergebnisse im kommenden Wintersemester ausgewertet werden. Die erhobenen Daten werden außerdem einem Projekt zur Verfügung gestellt, das sich mit der Entwicklung und der Implementierung eines die Schullaufbahn begleitenden Kurrikulums zur Pflege von Streitkultur in den Sächsischen Lehrplan beschäftigt.


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