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Großenhainer Revier bleibt erhalten

Großenhain. Vandalismus, Internetkriminalität und häusliche Gewalt sind Alltagsthemen bei den Polizeieinsätzen in Großenhain. Gute Nachricht: das Revier bleibt erhalten!

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte das personell kleinste Revier der Polizeidirektion Dresden in Großenhain und sprach sich für den Erhalt des Reviers aus. Der Regierungschef folgte damit einer Einladung von Revierleiterin Sandra Geithner. Die Erste Polizeihauptkommissarin hatte die Veranstaltung »Regierung vor Ort« der Sächsischen Staatsregierung im Kulturzentrum Schloss als Polizeiführerin abgesichert und Michael Kretschmer eingeladen.

 

Beim jetzigen Besuch waren Großenhains Oberbürgermeister Dr. Sven Mißbach, Landrat Ralf Hänsel sowie Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig anwesend. Während der Gesprächsrunde informierten unter anderem der Vertreter der Revierleiterin und Leiter des Streifendienstes, der Erste Polizeihauptkommissar Raiko Riedel, und zwölf Bedienstete über ihre Aufgabenfelder, die Kriminalität und die Entwicklung der Unfallzahlen. »Zurzeit ist Vandalismus an PKWs das Hauptproblem bei uns«, erklärte Geithner, um gleich darauf zu präzisieren: »Es ist kein Raub, sondern Zerstörung: zerstochene Reifen, zerschlagene Autoscheiben und zerkratzter Lack.«

 

Für Großenhain sei das auffällig viel, aber »Wir kriegen jeden«, versprach die Revierleiterin. Weiterhin erklärte sie, dass die Kriminalitätszahlen nahezu konstant geblieben seien, dass sich aber die Kriminalitätsfelder verschoben hätten: »Die Internetkriminalität ist viel größer geworden, die Aufklärung ist aber ungleich komplizierter als bei anderen Verbrechen«, schätzte sie ein. Aber auch häusliche Gewalt ist ein Thema für das Großenhainer Revier.

 

Vandalismus ist zur Zeit Hauptproblem

 

Außerdem erachteten es die Anwesenden als sehr wichtig, dass Angriffe auf Amtsträger, den Staat, die Gesellschaft sowie Institutionen streng geahndet werden, denn die Menschen, die sich einsetzen, müssten geachtet werden. Oft ist aber leider zu wenig Personal vorhanden. Vorallem die Zahl der Bürgerpolizisten sei zu gering, wurde kritisch festgestellt. Geitner meinte, dass von derzeit fünf Polizisten auf sieben bis acht erhöht werden sollte.

 

Für 35.000 Einwohner im Revier - welches Großenhain, Priestewitz, Schönfeld, Ebersbach, Thiendort und Lampertswalde umfasst - sei dieses Instrument der Polizeiarbeit sehr wichtig. Es müssen immerhin 453 Quadratkilometer bestreift werden. »Dieser Dienst ist notwendig, das ist das, was die Leute sehen, wir dürfen uns nicht vom Bürger entfernen«, betonte die Polizeihauptkommissarin. Durchschnittlich sind zwei Fahrzeugstreifen im Revier unterwegs.

 

Im Revier arbeiten zurzeit 58 Polizeivollzugsbeamte und fünf Beschäftigte. Die Mitarbeiter diagnostizieren eine sehr gute Zusammenarbeit der drei Reviere im Landkreis sowie mit dem Landratsamt. Landrat Ralf Hänsel wünscht, dass die Landkreise mehr in die Entscheidungen des Freistaates einbezogen werden.

 

Zusammenarbeit zwischen Revieren und Landkreis

 

Kretschmer versprach, dass die Struktur, so wie sie sich aktuell darstellt, gut ist und weiter ausgebaut werden soll. Er versicherte, dass das Großenhainer Revier nicht mit Nachbarrevieren zusammengelegt wird. Kretschmer unterstrich mehrfach, dass der Freistaat an dem Revier in der jetzigen Form festhalte. Die Bediensteten lobten während der Gesprächsrunde auffallend oft das familiäre Arbeitsklima. Der Gast aus Dresden besuchte nach dem Gespräch die Kriminaltechnik, die Arrestzellen sowie die Wache des Reviers. Außerdem nahm Kretschmer in einem VW Passat Streifenwagen Platz und ließ sich die Spezialtechnik im Fahrzeug erklären.

Für alle war es ein aufschlussreicher Besuch mit wichtigen Zusagen für Großenhain.


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