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Haus am Demi wird Gesundheitsstandort

Görlitz. Die Renovierung der Humboldt-Apotheke ist fast abgeschlossen. Die Bauarbeiten im Rest des Hauses am Demianiplatz werden noch einige Monate dauern.
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Apothekerin Marta Zagrobelna (sie leitet die Humboldt-Apotheke) und Apotheker Piotr Szumlas in der provisorischen Offizin (so nennt man den Verkaufsraum einer Apotheke).  Foto: T. Keil

Apothekerin Marta Zagrobelna (sie leitet die Humboldt-Apotheke) und Apotheker Piotr Szumlas in der provisorischen Offizin (so nennt man den Verkaufsraum einer Apotheke). Foto: T. Keil

Foto: T. Keil

Aktuell nehmen die Kunden der Görlitzer Humboldt-Apotheke einen Nebeneingang. Denn die eigentlichen Räume im Eckgeschäft des Gründerzeithauses am Demianiplatz werden renoviert. Im Inneren geben sich die Handwerker die Klinke in die Hand. Mehrere Gewerke arbeiten gleichzeitig, damit alles rechtzeitig fertig wird. »Die Zusammenarbeit mit den Firmen, die alle aus der Region stammen, klappt wirklich super«, freut sich Sven Mimus. Er und seine Frau Stefanie Scheibe-Mimus haben das Haus gekauft. Die Apothekerin, die bereits Inhaberin der Fortuna-Apotheke auf der Reichenbacher Straße ist, übernahm die Humboldt-Apotheke im September 2022.

 

Mit der Renovierung bekommt die altehrwürdige Apotheke nicht nur einen frischen Anstrich, in der Offizin (dem Arbeits- und Verkaufsraum) ist forthin mehr Platz für das Angebot und die Kundenberatung. Auch ein separater Beratungsbereich wird gebaut, der genutzt werden kann, wenn Diskretion gefragt ist.

 

Insgesamt werden die Räumlichkeiten neu strukturiert, so dass die Arbeitsabläufe effektiver funktionieren. Dazu gehört auch ein neuer Kommissionierautomat, der bereits eingebaut ist und der das alte Schubladensystem ersetzt. Dadurch haben die Apotheker mehr Zeit für die Kunden, da der Automat die benötigten Medikamente automatisch heraussucht und befördert.

 

Zurück im Eck

 

In einigen Tagen soll die Renovierung abgeschlossen sein, so dass ab 11. Dezember wieder wie gewohnt der Eckeingang in die Apotheke führt. Die Bauarbeiten im Haus werden aber weitergehen. Das Ehepaar will aus dem Gebäude einen Gesundheitsstandort machen, dort vom Arzt bis zur Physiotherapie unterschiedliche Praxen unterbringen. Zehn Einheiten sind es insgesamt, nur zwei sind noch frei. Wer genau am Ende in das Gebäude einziehen wird, will das Ehepaar noch nicht verraten. Die neuen Mieter sind aber schon in den Sanierungsprozess mit einbezogen. »Wir führen viele Gespräche und planen alles gemeinsam«, erklärt Sven Mimus. Vom Anbringungsort des Waschbeckens bis zur Zahl der Steckdosen wird alles so gebaut, wie es gewünscht wird. Das alles auch noch mit dem Denkmalschutz in Einklang zu bringen, ist nicht immer einfach. »Wir haben extra einen Restaurationsbericht erstellen lassen und wollen, wo immer es geht, erhalten, was zu erhalten ist«, sagt Sven Mimus.

 

Work & Sleep

 

Im Zuge der Sanierung, für die insgesamt knapp 3 Millionen Euro investiert werden, entstehen in dem Gebäude auch moderne Seminarräume, in denen Veranstaltungen rund ums Thema Gesundheit angeboten werden sollen. Spendiert bekommt das Haus auch einen Fahrstuhl. In der obersten Etage entstehen außerdem Coworking-Plätze, also Arbeitsplätze, die gemietet werden können. Der Kniff dabei: Es soll eine Art »Work & Sleep« werden. Das Angebot richtet sich also an Mieter, die den Arbeitsplatz nicht nur für ein paar Stunden oder Tage, sondern eher für einige Wochen oder Monate brauchen. Die können dann in dem Gebäude am Demianiplatz für die benötigte Zeit leben und arbeiten. Bleibt alles im Zeitplan, soll die Sanierung Mitte 2024 abgeschlossen sein.


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