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Fördermittelbescheid übergeben: 33 Millionen für die Tram

Görlitz. Die Fördermillionen für die neuen Görlitzer Straßenbahnen sind da. 2025 soll die erste Tram fahren.

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Bei der Übergabe des Fördermittelbescheids (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Octavian Ursu, Sven Sellig (GVB), Ex-Oberbürgermeister Siegfried Deinege, Ministerpräsident Michael Kretschmer und GVB- Geschäftsführer André Wendler.

Bei der Übergabe des Fördermittelbescheids (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Octavian Ursu, Sven Sellig (GVB), Ex-Oberbürgermeister Siegfried Deinege, Ministerpräsident Michael Kretschmer und GVB- Geschäftsführer André Wendler.

Foto: T. Keil

Ein Ereignis, das es nur alle vier oder fünf Jahrzehnte einmal gibt, nannte es Oberbürgermeister Octavian Ursu. Er dürfte nicht zu hoch gegriffen haben, schließlich bekommt man nicht alle Tage 33,12 Millionen Euro für neue Straßenbahnen überreicht. Genau diese Summe stand auf dem Fördermittelbescheid, den der Geschäftsführer der Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB), André Wendler, am Mittwoch (4. Januar) von Ministerpräsident Michael Kretschmer entgegennahm. Der GVB-Chef bezeichnete das als einen Meilenstein, mit dem das Potential der Stadt unterstützt und unterstrichen werde.

Für 36,8 Millionen Euro sollen acht neue Straßenbahnen angeschafft werden. Das wird zu 90 Prozent gefördert. Allein mit dem Kauf der neuen Bahnen ist es aber nicht getan. „Wir haben in dem Kontext natürlich die Infrastruktur umzubauen, zu modernisieren und auf ein neues Level zu heben“, so André Wendler. Deswegen sind die jetzt überreichten Mittel auch nur ein Teil der Summe, die die GVB aus dem Strukturwandel-Topf erhalten. Insgesamt sollen 67 Millionen fließen. Der Rest geht in die Infrastruktur und in neue Technologien (Wasserstoff, autonomes Fahren). So sollen etwa die Haltestellen Bahnhof Südausgang und Demianiplatz dank Umbau barrierefrei werden und Streckenabschnitte für autonomes Fahren vorbereitet werden.

Die Umbaumaßnahmen an der Infrastruktur sind für die Jahre 2024 bis 2026 geplant. Bereits 2025 sollen die neuen Straßenbahnen in Görlitz ankommen, die erste im Frühjahr, die restlichen sieben dann sukzessive im Laufe des Jahres. Auch wenn der Umbau der Infrastruktur da noch nicht abgeschlossen sein wird, könnten die Bahnen schon eingesetzt werden. Sie sind zwar breiter, können aber, mit Begegnungsverboten in einigen Kurven, fahren.

 

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Wir wollen vorangehen

Dass so viel Geld für die Straßenbahnen nach Görlitz fließt, hatte auch immer wieder für Kritik gesorgt. Ministerpräsident Michael Kretschmer verteidigte die Entscheidung. Die Investition werte den Standort auf. Um Menschen hierher zu ziehen, müsse die Region spannend sein. „Hier müssen Dinge passieren, die woanders erst später stattfinden. Wir wollen vorangehen“, so Kretschmer. Er freue sich in dem Zusammenhang auch, dass die neuen Straßenbahnen in Sachsen gebaut werden, hätte aber noch lieber gesehen, dass das bei Alstom in der Region passiert. Tatsächlich aber werden die Bahnen in Leipzig gefertigt.

Er sei vor allem unzufrieden und habe wenig Verständnis dafür, dass es auch jetzt bei der Frage, ob nicht zumindest Teile des Auftrags hier in der Region realisiert werden könnten, so wenig Bewegung bei Alstom gebe. „Alstom hat die Bombardier-Werke gekauft, sie wussten, woran sie sind. Sie wussten auch, welche Schwierigkeiten damit verbunden sind. Eigentum verpflichtet. Wir haben eine klare Erwartung als Staatsregierung, dass diese Verantwortung übernommen wird und die Standorte Bautzen und Görlitz eine Zukunft haben“, so der Ministerpräsident.


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