Seitenlogo
pm/tok

Die Neiße fließt vorübergehend durch Niesky

Niesky. Das Museum Niesky zeigt erstmals eine Freiluftausstellung im Garten des Konrad-Wachsmann-Hauses und holt sich dazu aus Görlitz eine kulturgeschichtliche Schau über die Lausitzer Neiße.
Die Ausstellung ist ab sofort und bis zum Tag des offenen Denkmals im September im Garten des Konrad-Wachsmann-Hauses aufgebaut. Die viersprachige Schau entstand mit EU-Mitteln und ist daher kostenlos anzusehen.

Die Ausstellung ist ab sofort und bis zum Tag des offenen Denkmals im September im Garten des Konrad-Wachsmann-Hauses aufgebaut. Die viersprachige Schau entstand mit EU-Mitteln und ist daher kostenlos anzusehen.

Bild: André Schulze

Das Museum Niesky leiht sich die Tafeln über die Geschichte der Lausitzer Neiße vom Kulturhistorischen Museum Görlitz, dem sie gehört. Und doch betrachtet Museumsleiter Dr. Jan Bergmann-Ahlswede die Ausstellung als seine eigene. Wie kommt das?

 

Eine der Stationen des Historikers Bergmann-Ahlswede, bevor er als Museumsleiter nach Niesky kam, waren die altehrwürdigen Görlitzer Sammlungen. Und gerade dort schuf er 2019 und 2020 im Rahmen eines Interreg-Förderprojektes die Wanderausstellung über den heutigen deutsch-polnischen Grenzfluss – unterstützt von den Görlitzer Museumskollegen, zu denen er auch heute noch einen engen Kontakt hält.

 

Schon damals planten sie die Ausstellungselemente so, dass sie auch im Freien aufgestellt werden können – als hätten sie schon geahnt, dass die Schau ein paar Jahre später auch im Garten des Konrad-Wachsmann-Hauses in Niesky gezeigt werden könnte. Die robusten Rahmen und mit Text und Bild bedruckten Tafeln sollen Wind und Wetter standhalten – und vor allem der Sonne, denn die Ausstellung wird über den Sommer dort zu sehen sein.

 

Als die Ausstellung entstand, erstellten die Naturwissenschaftler vom Senckenberg-Museum für Naturkunde Görlitz ein Schwesterprojekt zur Natur der Neiße. Beide Ausstellungen waren bis heute schon an mehreren Standorten in Deutschland und Polen zu sehen, z.B. in Görlitz, Peitz und in Zgorzelec.

 

Die Neiße im Rahmen einer kulturgeschichtlichen Schau der interessierten Bevölkerung vorzustellen, war ein Novum. Entsprechend thematisch breit stellten sich die Ausstellungsmacher auf. Da geht es um Archäologie, Siedlungsgeschichte, Wasserkraftnutzung, Hochwasser, Tourismus, Kunst und Kultur, sowie Grenzaspekte und Verbindendes über den Fluss. So entsteht ein unerwartet reiches Spektrum kulturhistorischer Zugänge zum Fluss, der jedem Bewohner in der Region zwar vermeintlich vertraut, aber längst nicht so bekannt ist, wie viele meinen.

 

Die längste Zeit in ihrer Geschichte war die Neiße eben keine Grenze, sondern das ganze Gegenteil: Als Verkehrsweg, Wirtschaftsader durch die Region und Sehnsuchtsort für Kunst- und Kulturschaffende, aber auch Naturliebhaber verband und verbindet der Fluss die Regionen Nordböhmen, Lausitz und Schlesien miteinander, genauso, wie sie Tschechien, Polen und Deutschland verbindet. Doch wussten Sie schon, dass entlang der Neiße in der Bronzezeit blaue Glasperlen und Bernstein von Süd nach Nord und umgekehrt durch Europa transportiert wurden, dass der Fluss einmal mit Handelsschiffen befahren wurde, oder dass schon vor 150 Jahren engagierte Anrainer leidenschaftlich gegen die Wasserverschmutzung stritten? Davon und von vielen anderem mehr erfahren Sie in der Wanderausstellung „Abenteuer Neiße – Geschichten am Fluss“.


Meistgelesen