Silke Richter

Vom Lehrerpaar zum Prinzenpaar

Bernsdorf. In der aktuellen fünften Jahreszeit regieren in Bernsdorf Kristin und Mario Schellenberg. Die Diplompädagogin (37) und der Förder- und Inklusionspädagoge (40) arbeiten beide an der Freien Oberschule in Bernsdorf. Warum das Prinzenpaar vor seinem Einmarsch sehr frieren musste und was demnächst auf dem Programm steht.
Bilder
Kristin und Mario Schellenberg freuen sich über ihre närrische Amtszeit. Ihre Kostüme trägt das Paar nur bei Auftritten.

Kristin und Mario Schellenberg freuen sich über ihre närrische Amtszeit. Ihre Kostüme trägt das Paar nur bei Auftritten.

Foto: Silke Richter

Welche Rolle spielt, allgemein betrachtet, der Fasching in Ihrem Leben?

Kristin Schellenberg: Bislang waren es unterhaltsame Ereignisse, an denen man »mal rauskam« und länger nicht gesehene Menschen wiedertraf. Der Weiberfasching insbesondere ist seit längerem schon ein äußerst lustiger Abend, an dem man mit einigen Kollegen verkleidet auf eine gute Platzierung im Kostümwettbewerb hofft und mal nicht als Lehrer unterwegs ist.

Mario Schellenberg: Eigentlich keine, vergangenes Jahr war ich mit dem Kollegium das erste Mal beim Weiberfasching.

 

Wie wird man denn Prinzenpaar in Bernsdorf?

Mario Schellenberg: Das ist eine recht ungewöhnliche Geschichte gewesen. Im Lehrerzimmergespräch mit Markus Neumann wirkte dieser ungewohnt abwesend. Daraufhin fragte ich, was mit ihm los sei, und er meinte verzweifelt, dass er kein Prinzenpaar finden kann, weil heutzutage kaum noch jemand Lust hat, diese Aufgabe, verbunden mit einigen Terminen, zu übernehmen. Neugierig fragte ich weiter, was genau man da tun muss und kurzerhand sagte ich ihm, dass meine Frau und ich diese Rolle gern übernehmen würden.

 

Ist die Rolle des Prinzenpaares für Sie beide eine Premiere?

Ja. Ein großes Dankeschön an die Großeltern die während unserer Amtszeit die Kinderbetreuung übernehmen.

 

In Ihrer bisherigen Amtszeit gab es auch so manche Aufregung. Was war passiert?

Kristin Schellenberg: Zur Eröffnungsveranstaltung am 11.11.23 mussten wir uns, solange es geht, versteckt halten. Nur ein weiteres Vereinsmitglied war eingeweiht und sollte uns wenige Minuten vor Einmarsch aus dem Auto abholen. Allerdings lief in der Kommunikation etwas schief. Denn wir wurden in unserem Versteck nicht gefunden und sind halb erfroren. Markus Neumann musste ungeplant von der Bühne geholt werden und beim Suchen helfen. Als wir dann den Vorraum des »Grünen Waldes« betraten, war die Hektik ebenso groß wie die Erleichterung über unser Erscheinen.

Mario Schellenberg: Ansonsten waren die vielen erstaunten Gesichter unserer Schüler und Ehemaligen atemberaubend. Den Reaktionen zufolge hatte niemand mit uns als Prinzenpaar gerechnet.

 

Apropos: Was tragen Sie beide eigentlich als Prinzenpaar und warum haben Sie sich dafür entschieden?

Kristin Schellenberg: Die Grundfarbe der Kostüme ist weinrot. Ich trage ein bodenlanges Kleid mit V-Ausschnitt, Spitze im oberen Bereich und viel Tüll. Und mein Mann trägt einen schwarzen Anzug mit weinrotem Hemd und weißem Rüschenkragen.

 

Nehmen wir mal an, Sie könnten als Prinzenpaar in Bernsdorf tatsächlich etwas in Bereichen wie Entwicklung des Stadtlebens, Gesellschaft, Politik usw. bewirken. Was würden Sie verändern?

Kristin Schellenberg: Als Lehrerin ganz klar: Mehr finanzielle Mittel insbesondere für freie Schulen, Bildung im Allgemeinen und Kitas. Weiterhin ist gerade im ländlichen Bereich eine S-Bahnanbindung nicht nur für Schulausflüge wünschenswert, sondern auch zur Freizeitgestaltung.

Mario Schellenberg: Dem stimme ich zu, man sollte nicht nur erzählen, sondern »einfach mal machen«.

 

Welche Termine stehen bis Aschermittwoch noch auf dem Programm?

Der Weiberfasching am Donnerstag, 8. Februar, findet im Jägerhof in Wiednitz statt. Und das Finale Grande bilden dann der Kinderfasching am 11. Februar im Jägerhof in Wiednitz und am 13. Februar das Zampern in der Kita Kinderland und der Kita Pfiffikus in Bernsdorf.


Meistgelesen