Matthias Stark

Brände ohne Ende

Kamenz. In Kamenz wurde den Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Bautzen eine mobile Brandübungsanlage übergeben.

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In der mobilen Brandübungsanlage können die Kameraden der Feuerwehr unter sehr realitästnahen Umständen die Brandbekämpfung trainieren. Foto: Matthias Stark

In der mobilen Brandübungsanlage können die Kameraden der Feuerwehr unter sehr realitästnahen Umständen die Brandbekämpfung trainieren. Foto: Matthias Stark

Dass die Arbeit der Feuerwehren zu den ganz wichtigen Dingen zählt, steht außer Zweifel. Aber es ist auch die richtige Ausbildung nötig. Um die zu gewährleisten, wurde nun von SachsenEnergie zum wiederholten Male eine mobile Brandübungsanlage zur Verfügung gestellt. Die Anlage befindet sich auf dem Gelände des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Kamenz.

Bis zu 600 Grad und schlechte Sicht

Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Bautzen können bis zum 9. September die Anlage zur Ausbildung nutzen. Sie ermöglicht es, unter nahezu realen Bedingungen die Bekämpfung von Bränden an Strom- und Gasverteilungsanlagen zu trainieren. Bei bis zu 600 Grad Hitze müssen die Teilnehmer mit schlechter Sicht, der Gefahr eines Gasaustritts oder auch mit ungeschützten elektrischen Leitungen umgehen lernen. Die Beigeordnete des Landkreises Bautzen, Dr. Romy Reinisch, eröffnete die Übungswoche in Kamenz im Beisein von Kreisbrandmeister Stefan Hentschke, der Geschäftsführerin der SachsenNetze GmbH Dr. Katrin Kadner sowie dem Regionalbereichsleiter Detlef Marko.Zur Verfügung gestellt wird eine mobile Übungsanlage »Fire Dragon« der Firma Dräger

Die Anlage ist einer ca. 40 m2 großen Wohnung nachempfunden. Über Düsen wird das Feuer in den Container geleitet. So entstehen auf Knopfdruck wirklichkeitsnahe Brandherde, beispielsweise Zimmer-, Treppen- oder Verteilerkasten- und Gasleitungsbrände. Übrigens sollte man nicht unrasiert zum Training kommen, weil dann möglicherweise die Schutzmaske nicht richtig sitzt.

André Geiler, Leiter des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Kamenz, erläutert: »Das realistische an der Anlage ist, dass eine Vielzahl von Elementen unserer Einsätze simuliert werden können. Eine Küche kann brennen. Das erfordert spezifische Handgriffe und Lösungen. Ein Schaltkasten kann brennen. Auch hier können wir bestimmte Handgriffe erlernen. Uns geht es darum, an allen Brandstellen die Angst zu nehmen und den nötigen Respekt zu trainieren. Auch das Vertrauen in die Schutzbekleidung und die Ausrüstung ist wichtig. Wie nah kann ich an einen Brandherd heran, um mit möglichst wenig Wasser zu löschen und den kleinsten Schaden zu verursachen.«

Keine Angst, aber ordentlich Respekt

Zahlreiche Kameraden konnten schon am ersten Tag die Anlage nutzen. So auch Tobias Hoffmann von der Freiwilligen Feuerwehr Kleinröhrsdorf. Er ist noch ein wenig außer Puste, als er nach Verlassen der Anlage auf die Frage antwortet, ob man während der Übung Angst haben muss: »Angst muss man nicht haben, aber einen gesunden Respekt. Es wird ordentlich warm da drin und ich denke, das ist schon ziemlich realitätsnah. Das sollte jeder Feuerwehrmann mal trainieren dürfen.« Für ihn ist die Übung nicht die erste dieser Art. »Die letzte ist schon ein paar Jahre her. Zur Auffrischung war es nun höchste Zeit.« Und bringen diese Übungen überhaupt etwas für den Kameraden? »Ja, natürlich«, sagt Tobias Hoffmann, »so realitätsnah kann man an den Standorten der Feuerwehren kaum üben. Deshalb sind wir froh, diesen Übungscontainer nutzen zu können.«

Seit 2009 kann die mobile Brandübungsanlage im Landkreis Bautzen bereits genutzt werden. Seither haben etwa 4.400 Angehörige der Feuerwehren eine Ausbildung absolviert. Die SachsenNetze GmbH stellt die Anlage zum 13. Mal zur Verfügung. Die praxisnahe Ausbildung der Kameraden ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit der Feuerwehren in den Gemeinden.


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