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Rainer Könen

Bereitmachen zum Investieren

Kamenz. Auf dem Kamenzer Flughafen entsteht ein neues Gewerbegebiet. Einige der ausgewiesenen Grundstücke sind bereits verkauft.

Offizieller Start für die Gewerbegebietserschließung des Kamenzer Flugplatzes: da griffen der Geschäftsführer der Flugplatz Kamenz GmbH, Wulf-Dietrich Schomber, der CDU-Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk, Kamenz‘ Oberbürgermeister Roland Dantz, Christoph Winkler von DIW Bau und der Leiter der Kreisfinanzverwaltung, Alexander Glas (v.l.n.r.), zum Spaten.  Foto: Rainer Könen

Offizieller Start für die Gewerbegebietserschließung des Kamenzer Flugplatzes: da griffen der Geschäftsführer der Flugplatz Kamenz GmbH, Wulf-Dietrich Schomber, der CDU-Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk, Kamenz‘ Oberbürgermeister Roland Dantz, Christoph Winkler von DIW Bau und der Leiter der Kreisfinanzverwaltung, Alexander Glas (v.l.n.r.), zum Spaten. Foto: Rainer Könen

Cleared for take-off (bereit zum Abheben) heißt es in der Luftfahrtbranche, wenn ein Flieger von der Flugsicherung die Starterlaubnis erhält. So ist das überall in der Welt, auf großen wie auch kleinen Aeroports. Natürlich auch auf dem Kamenzer Flugplatz. Dort heißt seit kurzem für Unternehmen: cleared for invest - bereit zum Investieren. Wird ein Teil des 18 Hektar großen Flugplatzareals in den kommenden Jahren zu einem Gewerbegebiet umgestaltet, auf einer Fläche von rund 12.000 Quadratmeter. »Damit wollen wir interessierte Unternehmen ermuntern, sich auf unserem Flugplatz anzusiedeln«, meinte Kamenz‘ OB Roland Dantz beim ersten Spatenstich, dem offiziellen Baustart für das neue Gewerbegebiet. Man habe rund zehn Jahre an dieser großen Aufgabe gearbeitet, so der Oberbürgermeister, nun sei man endlich froh, dass man mit diesem Gewerbegebiet nicht nur weitere Arbeitsplätze schaffen, sondern auch zeigen könne, dass die Wirtschaft in der Region weiter prosperiere.

Kosten für Erschließung liegen bei rund 1,2 Mio. Euro

Wulf-Dietrich Schomber, Geschäftsführer der Flugplatz Kamenz GmbH, fand für dieses Gewerbegebiet schon einige Investoren, wurden drei der vier Grundstücke bereits verkauft. An Unternehmen, die mit dazu beitragen sollen, so die Hoffnung von Flugplatzchef Schomber, den kleinen Aeroport der Lessingstadt weiter voranzubringen. Zu den neuen Investoren gehört etwa die Großenhainer Flugschule »Born-2-Fly«, die künftig angehende Piloten in Kamenz ausbilden wird. Es tut sich also einiges auf dem ehemaligen Militärflugplatz. Auch zwischen Flugplatz und dem angrenzenden Ortsteil Zschornau ist auf einer Fläche von 20 Hektar ein weiteres Gewerbegebiet geplant. Die Kosten für die Erschließung des unweit des Towers gelegenen Gewerbeparks, in dem sich vor allem flughafenspezifische Unternehmen ansiedeln sollen, liegen bei rund 1,2 Millionen Euro. Auch Mittel aus dem SED-Sondervermögen (PMO-Vermögen) werden in die Erschließung des neuen Gewerbegebietes einfließen. Wie der sächsische CDU-Landstagsabgeordete Aloysius Mikwauschk erklärte, seien das rund 300.000 Euro.

Signal für denStrukturwandel

Bis Mitte November dieses Jahrs sollen die Arbeiten des ersten Bauabschnittes abgeschlossen sein. Der zweite Abschnitt soll 2024 beginnen. Und auch das bezeichnen Oberbürgermeister wie Flugplatzchef als Erfolgsgeschichte: Auf dem Flugplatz will eine Berliner Unternehmensgruppe Abstell- und Produktionshallen bauen. Aus Sicht von Dantz sei dieses Gewerbegebiet auf dem Flugplatz ein »Signal für den Strukturwandel in der Region«. Denn die Luftfahrt gehöre ja schließlich seit Jahrzehnten zu Kamenz, so Dantz weiter. Zehn Unternehmen mit knapp 60 Mitarbeitern haben sich gegenwärtig auf dem Flugplatz angesiedelt, darunter neben der SLS (Sächsische Luftfahrt Service GmbH) auch das Flugsportzentrum Bautzen. Dass der Kamenzer Flugplatz intensiv genutzt wird, zeigt die Zahl der Flugbewegungen. Rund 18.000 sind es jährlich. Zum Vergleich: Der Flughafen in Dresden- Klotzsche verzeichnete 2022 rund 12.000 (!) Flugbewegungen. Allerdings starten und landen dort fast nur große Passagierjets, in Kamenz sind es meist Sport- und Segelflieger.

Die Erschließungsarbeiten werden von der in Kamenz ansässigen Firma DIW Bau übernommen. Auch soll das Flugplatzgelände an die Staatstraße in Richtung Schiedel angebunden werden.


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