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Görlitz. Die Stadt Görlitz ist erstmals im Besitz zweier Gemälde des Görlitzer Künstlers Gustav Adolph Kadersch. Die fanden ihren Weg aus Goldberg in die Neißestadt.

Bilder
Gustav Graf von Westarp, Bürgermeister der Stadt Goldberg (rechts im Bild), und Dr. Jasper von Richthofen, Direktor der Görlitzer Sammlungen, mit den zwei Porträtgemälden des Görlitzer Malers Gustav Adolph Kadersch.

Gustav Graf von Westarp, Bürgermeister der Stadt Goldberg (rechts im Bild), und Dr. Jasper von Richthofen, Direktor der Görlitzer Sammlungen, mit den zwei Porträtgemälden des Görlitzer Malers Gustav Adolph Kadersch.

Foto: Görlitzer Sammlungen

Gustav Adolph Kadersch, der aus Bernstadt stammte (geb. 1804) und an der Dresdener Kunstakademie studiert hatte, gehörte jener Generation von Künstlern an, deren Möglichkeiten mit Porträts Geld zu verdienen durch die aufkommende Fotografie zunehmend erschwert wurden. Daher bestritt er später seinen Lebensunterhalt auch eher als Zeichenlehrer am Gymnasium Augustum. In Görlitz ist er vor allem für seine Stadtansichten bekannt, die die Stadt Görlitz in der Umbruchphase vom späten Biedermeier zur frühen Industrialisierung zeigen.

 

Jetzt sind erstmals zwei Gemälde des Künstlers in den Besitz der Stadt Görlitz gelangt. Dabei half der Zufall. »Bei einer Tagung in Jena traf ich einen langjährigen Archäologenkollegen wieder, Dr. Fred Ruchhöft«, erzählt der Direktor der Görlitzer Sammlungen, Dr. Jasper von Richthofen. »Er ist Leiter des Museums in Goldberg und sprach mich auf die beiden Bilder an.« Die Bilder gelangten als Schenkung einer Einwohnerin der Stadt Plau ins Museum von Goldberg (Mecklenburg-Vorpommern). Da diese Bilder aber keinen Bezug zu Goldberg und den Sammlungsschwerpunkten des dortigen Museums haben, ist Jasper von Richthofen mit seinem Kollegen übereingekommen, die beiden Gemälde in den Bestand der Görlitzer Sammlungen zu übernehmen.

 

»Die beiden Gemälde sind für die Görlitzer Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Entdeckung und für unsere Museumssammlung eine wertvolle Ergänzung«, freut sich Kunsthistoriker Kai Wenzel. »Denn bisher gab es keine Gemälde von Gustav Kadersch in unserem Bestand.« Um die Bilder aber ausstellen zu können, bedarf es einer Konservierung und Restaurierung. Danach sollen die beiden Porträts künftig im Barockhaus oder im Kaisertrutz für die Besucher zu sehen sein. Laut Inschrift auf der Bildrückseite sind auf den im Jahre 1845 geschaffenen Werken der Kantor Johann Gottlieb Hirche und seine Ehefrau Rosine Eleonora abgebildet. Diese Angaben, sowie die Lebensdaten der beiden, werden nun anhand historischer Unterlagen geprüft.