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Wie fahrradfreundlich sind die Städte des Landkreises?

Die Radfahrerperspektive ist wieder gefragt: Beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) können alle Radfahrer mitmachen, um das Fahrradklima in ihrer Stadt zu bewerten.
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Die Umfrage läuft bis 30. November. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2017 präsentiert. Der ADFC-Fahrradklima-Test wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Foto: ADFC/Jens Schütte

Die Umfrage läuft bis 30. November. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2017 präsentiert. Der ADFC-Fahrradklima-Test wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Foto: ADFC/Jens Schütte

Beim letzten ADFC-Fahrradklima-Test im Jahr 2014 haben deutschlandweit über 100.000 Menschen mitgemacht. So waren die Löbauer beispielsweise im Vergleich zu anderen Städten sehr zufrieden mit Falschparkerkontrollen auf Radwegen und der Verfügbarkeit von öffentlichen Fahrrädern, bemängelten aber insbesondere den Fahrraddiebstahl in Löbau. Die Görlitzer zeigten sich mit dem Zustand der Radwege zufrieden und lobten die Ampelschaltungen für Radfahrer, bemängelten in ihrer Stadt aber ebenfalls die vielen Fahrraddiebstähle und den Winterdienst auf den Radwegen. Die Zittauer Radler fanden ebenso wie die Löbauer die Falschparkerkontrollen auf Radwegen gut, sind mit dem Zustand der Radwege zufrieden und bemängeln den Fahrraddiebstahl und die fehlenden Abstellmöglichkeiten. Aus dem nördlichen Teil des Landkreises fehlen leider Ergebnisse.
Test als Gradmesser „Rad fahren ist gesund und macht es möglich, ein bisschen Bewegung in den Alltag einzubauen, etwa wenn man den Weg zur Arbeit statt im Auto mit dem Rad zurücklegt. Solange jedoch die Gefahr besteht, dass das eigene Zweirad gestohlen wird kann das die Entscheidung aufs Rad zu steigen negativ beeinflussen“, sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Sichere Fahrradständer, an denen man nicht nur das Vorderrad, sondern auch den Rahmen anschließen kann und Maßnahmen wie die Fahrradcodierung sind ein wirksames Mittel gegen Fahrraddiebstahl. Viele Städte und Gemeinden haben in den letzten Jahren etwas für den Radverkehr getan. Ob sich die Bemühungen in der öffentlichen Meinung widerspiegeln, soll der Fahrradklima-Test ans Tageslicht bringen. Die Ergebnisse sind der Gradmesser dafür, wie gut die Bedingungen zum Radfahren in einer Stadt sind. Die Bewertung aus Sicht der Radfahrer ermöglicht konkrete Aussagen darüber, ob sich Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs positiv ausgewirkt haben oder Investitionen versackt sind. Daher ist es auch für Städte und Gemeinden attraktiv, Radfahrer zu motivieren, bei der Umfrage mitzumachen. Zumal Orte eine bestimmte Teilnehmerzahl erreichen müssen, um bewertet zu werden: Städte und Gemeinden bis 100000 Einwohner brauchen mindestens 50 Teilnehmer, bei bis zu 200000 Einwohnern sind es 75 und bei mehr als 200000 Einwohnern sind 100 Teilnehmer notwendig. 2014 kamen deutschlandweit 468 Städte und Gemeinden in die Bewertung, die auf www.adfc.de/fahrradklima-test nachgelesen werden kann.
Wie funktioniert der Fahrradklima-Test? Der Online-Fragebogen kann mit PC, Tablet oder mit dem Smartphone auf www.fahrradklima-test.de ausgefüllt werden. Auch der QR-Code auf Flyern und Plakaten leitet direkt zur Umfrage. In etwa zehn Minuten lassen sich die 27 Fragen beantworten. Falls eine Frage auf die eigene Gemeinde nicht zutrifft – etwa weil es keine Einbahnstraßen oder Ampeln gibt – kann man auch weiterklicken. Am Schluss der Umfrage ist Platz, um Anmerkungen und Hinweise auf lokale Probleme einzutragen. Diese werden nach Abschluss des Projekts an die zuständige Stadtverwaltung weitergeleitet. Wer in mehreren Städten und Gemeinden mit dem Rad unterwegs ist und eine gute Ortskenntnis besitzt, kann auch mehr als nur den Heimatort bewerten. (pm)