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Wenn man allein nicht mehr weiterkommt

Wenn ein Konflikt festgefahren ist, wenn man mit Reden nicht weiterkommt, dann kann es helfen, eine neutrale Person mit einzubeziehen, die vermittelt. Das Mediation genannte Verfahren kann einem auch den Gang vor Gericht ersparen.

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Konflikte bei einer Scheidung sind häufig ein Grund, eine Mediatorin oder einen Mediator einzusetzen.

Konflikte bei einer Scheidung sind häufig ein Grund, eine Mediatorin oder einen Mediator einzusetzen.

Foto: Pixabay

Wie werden Sorge- und Umgangsrecht geregelt, wer bekommt das Haus, wer zahlt laufende Verbindlichkeiten weiter? Bei einer Scheidung sind viele wichtige Fragen zu klären. Und das zwischen Menschen, die sich durch den schmerzlichen Schritt der Trennung nicht immer wohlgesonnen sind. Schnell entstehen Konflikte, die nicht selten vor Gericht enden und alle beteiligten Zeit, Geld und Nerven kosten.

 

Eine Mediation kann helfen, genau das zu vermeiden. Dabei wird eine neutrale, unabhängige Person hinzugezogen. Ziel des Mediators ist es, alle beteiligen Parteien an einen Tisch zu bekommen und dann bei den Gesprächen zu vermitteln. Er sorgt dafür, dass alle Parteien gehört werden, dass es nicht laut und aggressiv wird. »Wichtig ist, dass alle Parteien der Mediation zustimmen. Es muss auf freiwilliger Basis passieren«, sagt Sandra Jahnke. Die Görlitzerin ist studierte Wirtschafts- und Familienmediatorin und Organisationsentwicklerin und bietet Wirtschafts- und Familienmediation an. »Manche Menschen setzen die Mediation in den Bereich der Esoterik. Aber das stimmt nicht. Es ist ein offizielles Verfahren, für das es Regeln und Gesetze gibt«, erklärt Sandra Jahnke.

 

Der Mediator fällt keine Entscheidungen, es wird auch nicht nach einer Schuld gesucht, sondern nach Lösungen, die für alle Seiten funktionieren. Wie lange das dauert, wie viele Sitzungen nötig sind, hängt natürlich von den Problemen ab, die zu lösen sind. Am Ende steht (hoffentlich) eine schriftliche Zielvereinbarung. Das kann den Beteiligten nicht nur Zeit und Nerven sparen, sondern oft auch Geld. Bei hohen Streitwerten, beispielsweise einem Haus, entstehen auch hohe Gerichtskosten. Da kann es sich schon allein aus finanzieller Sicht lohnen, eine außergerichtliche Lösung zu finden.

 

Bei der Mediation muss es natürlich nicht um eine Scheidung gehen. Viele andere Themen sorgen für Konflikte, bei denen ein unabhängiger Dritter vermitteln kann. Beispiele sind der Übergang an die nächste Generation in einem Familienunternehmen, Auseinandersetzungen beim Thema Erbe und Konflikte zwischen Eltern und Kindern.

 

Wer Hilfe benötigt, kann beispielsweise online auf www.mediator-finden.de den passenden Mediator oder die passende Mediatorin suchen.


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