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Verein will mit Drohnen junge Rehe retten

Wenn im Mai die Wiesenmahd ansteht, dann werden im Süden des Landkreises in den frühen Morgenstunden Menschen mit Drohnen unterwegs sein. Sie wollen damit Rehkitze retten.
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Wiesenmahd kann für Rehkitze gefährlich werden. Der Verein „Rehkitzrettung Am Großen Stein“ will die jungen Tiere mit Drohnen aufspüren und so retten. Foto: Pixabay

Wiesenmahd kann für Rehkitze gefährlich werden. Der Verein „Rehkitzrettung Am Großen Stein“ will die jungen Tiere mit Drohnen aufspüren und so retten. Foto: Pixabay

Entstanden ist die Idee schon vor einigen Jahren. Da war Andreas Schäfer mit befreundeten Landwirten unterwegs und bekam ein Problem hautnah mit. Wenn im Mai die Wiesen gemäht werden, dann geraten hin und wieder Rehkitze ins Mähwerk. Denn die jungen Tiere laufen vor den Mähdreschern nicht weg. Sie haben einen Duck-Reflex, bleiben einfach liegen. Das ist hilfreich, um nicht von jedem Fuchs aufgescheucht und als Beute erkannt zu werden, bei Landwirtschaftsmaschinen endet es tödlich. „Die Landwirte versuchen viel, wir sind damals die Wiesen abgelaufen“, erzählt Andreas Schäfer. Das sei aber wenig effektiv. Mit Drohnen und Wärmebildkameras wäre das besser zu lösen, dachte er sich. Aber die sind teuer, die Idee lag auf Eis. In diesem Jahr änderte sich das. Da wurde vom Bund eine Förderung ins Leben gerufen. Die erhalten allerdings nur Vereine. Also suchte sich Andreas Schäfer Mitstreiter und der Verein „Rehkitzrettung Am Großen Stein“ war geboren. 

Frühmorgens geht’s raus auf die Wiese

Mit Agrarbetrieben ist man bereits im Gespräch. Die können den Verein anfordern, wenn eine Wiesenmahd ansteht. Dann rücken an dem entsprechenden Tag drei Vereinsmitglieder aus. Es braucht einen Drohnenpiloten und zwei Menschen auf der Wiese. Die Drohne ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Wird eine Wärmesignatur erkannt, schauen die Mitglieder genauer nach. Ist es ein junges Reh, wird es aus dem Feld in einen schattigen Bereich getragen. Angefasst werden die Tier dabei nur mit Handschuhen. Geschehen muss das in den frühen Morgenstunden. Da ist die Wiese kühl, die Rehe so besser zu finden. Die Rehkitzrettung will der Verein kostenlos anbieten, die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Eine Drohne nebst Kamera kostet um die 6.500 Euro. „Den Hauptteil macht die Wärmebildkamera aus. Da wollen wir nicht auf günstigere Lösungen zurückgreifen. Denn die leisten auch weniger und im Zweifel sehen wir die Rehkitze dann nicht“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Aus dem Fördertopf gibt’s 60 Prozent der Anschaffungskosten, maximal aber 4000 Euro. Zwei Drohnen hat der Verein bereits, mindestens vier, gern auch fünf sollen es werden, denn oft wird gleichzeitig in mehreren Orten gemäht. Das geht nur über Spenden. „Die Spendenbereitschaft ist wirklich beeindruckend. Es ist wirklich toll, dass es so viele Menschen mit gutem Herz gibt. Dafür können wir als Verein nur Danke sagen.“ Wer den Verein unterstützen will, kann das unter folgendem Spendenkonto tun:Sparkasse Oberlausitz-NiederschlesienVerwendungszweck: RehkitzrettungIBAN: DE89 8505 0100 0232 0889 50Hinweis: In der gedruckten Version dieses Artikels, erschienen in der Ausgabe am 30. Oktober, ist die IBAN leider falsch angegeben. Korrekt ist die hier genannte IBAN. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.


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