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Ukrainische Akzente beim Neiße Filmfestival

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Eröffnet wird das Festival mit dem ukrainisch-türkischen Spielfilm »Klondike«.

Eröffnet wird das Festival mit dem ukrainisch-türkischen Spielfilm »Klondike«.

Foto: NFF

Landkreis. Am 17. Mai startet das Neiße Filmfestival in seine 19. Auflage. Aus Solidarität mit den vom Krieg betroffenen Menschen setzt das Filmfest in seinem Festivalprogramm mit einem Film, Musik und einer Ausstellung ukrainische Akzente. Für Geflüchtete ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.

 

Eröffnet wird das Filmfestival mit dem ukrainisch-türkischen Spielfilm »Klondike« von Maryna Er Gorbach. Bereits bei der Premiere auf dem Sundance Film Festival war der Film hochaktuell. Nun wurde er von einer noch schlimmeren Realität eingeholt. Nicht mehr „nur“ im Donbass – in der ganzen Ukraine herrscht Krieg. Der Film zeigt Irka und Tolik, die 2014 Mitten im Kampfgebiet in einem Dorf im ostukrainischen Donezk leben und ihr erstes Kind erwarten. Die Wand des Wohnzimmers ist bereits durch Bomben zerstört, Truppen erobern den Ort. Doch Irka weigert sich, ihr Heim zu verlassen. Als in der Nähe ein Flugzeug der Malaysian Airlines abgeschossen wird, fällt ihnen die Tragödie buchstäblich vor die Haustür. Regisseurin Maryna Er Gorbach und Hauptdarstellerin Oxana Cherkashyna sind beim Neiße Filmfestival zu Gast und präsentieren ihren Film mit einem Filmgespräch.

 

Fotoausstellung und Musik

 

Seit 8. Mai ist im Kulturcafé »Alte Bäckerei« in Großhennersdorf die Ausstellung »Familia« der Fotografin Oksana Yushko zu sehen. Ihr Projekt, ukrainisch-russische Paare zu fotografieren, begann bereits nach den Ereignissen um 2014 in der Ostukraine. Erstes Motiv waren ihre eigenen Eltern. In ihren bis 2021 entstandenen Bildern sieht sie keine politische, sondern vor allem eine humanistische Dimension: »Bei meinen Fotos geht es nicht um Politik. Sie zeigen Menschen. Wir haben immer noch eine Chance auf eine bessere Zukunft. Wir hoffen, dass wir Freunde bleiben werden, dass wir uns immer verstehen werden«, so Yushko.

Zu den Höhepunkten im Rahmenprogramm gehört das Konzert mit »DakhaBrakha« am Freitag, den 20. Mai ab 20 Uhr im Kühlhaus Görlitz. Der Name des 2004 im Kiew gegründeten Band entstammt der alten ukrainischen Sprache und steht für »Geben & Nehmen«. Die Musik des Quartetts vereint Folk und Beat, Jazz und Trance. Musikalisch begleitet wird das Neiße Filmfestival von DJ Yuriy Gurzhy, der zur Eröffnungsveranstaltung am 17. Mai im Theater in Zittau und am 18. Mai im Garten des Kulturcafés „Alte Bäckerei“ in Großhennersdorf zu erleben ist. Gurzhy kommt ursprünglich aus der Ukraine und lebt seit 1996 in Berlin. Er ist Musiker, DJ, Produzent und Radiomoderator. Einen Namen machte er sich zuallererst mit dem Projekt „Russendisko“, das er im Jahr 2000 gemeinsam mit dem Autor Wladimir Kaminer initiierte.

 

Freier Eintritt für Geflüchtete

 

Insgesamt gibt es zum 19. Neiße Filmfestival an sechs Tagen in rund 20 Spielstätten entlang der Neiße über 90 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme in drei Wettbewerben und verschiedenen Filmreihen sowie weitere Konzerte, eine Lesung und mehr. Für Geflüchtete, nicht nur aus der Ukraine, ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei. Als Nachweis am Einlass gilt ein entsprechendes Ausweisdokument. Das komplette Festivalprogrammgibt es online unter www.neissefilmfestival.net.