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Über 200 Notrufe in der Silvesternacht

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Symbolfoto: Gerhard Kienzle auf Pixabay

Symbolfoto: Gerhard Kienzle auf Pixabay

Über 200 Notrufe, 45 Brände, dazu zahlreiche Fälle von Körperverletzung und Sachbeschädigung – so lautet die Bilanz der Silvesternacht aus polizeilicher Sicht. „Die Menschen feierten überwiegend ausgelassen den Silvestertag und begrüßten das Neue Jahr traditionell mit Feuerwerk. Leider gab es auch wieder eine Vielzahl von Personen, bei denen Zerstörung und Gewaltbereitschaft im Vordergrund standen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Görlitz. So wurden im Zeitraum vom 31. Dezember, 18 Uhr, bis 1. Januar, 6 Uhr, beispielsweise 45 Brände polizeilich registriert. Bei diesen standen Mülleimer, Hecken, Sträucher, Bäume, Container oder auch Fahrzeuge und Carports in Flammen. Ursache all dieser Brände: Unsachgemäßer Gebrauch von Pyrotechnik. Der Großteil privater und öffentlicher Veranstaltungen verlief friedlich. Insgesamt wurden 21 Körperverletzungen und zehn Sachbeschädigungen angezeigt. Fahrlässiger Umgang mit Pyrotechnik wurde den Beamten 24 Mal gemeldet. Für neun Personen waren die Feierlichkeiten aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums frühzeitiger beendet. Diese mussten teilweise mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert oder ihren Angehörigen übergeben werden. Im Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Görlitz gingen im oben angegebenen Zeitraum 213 Notrufe ein. Neben den bereits erwähnten Delikten wurde unter anderem eine Vielzahl von Ruhestörungen gemeldet.

Polizist musste notoperiert werden

Zu Ausschreitungen kam es in der Silvesternacht in Leipzig. Dabei wurde ein Polizist so schwer verletzt, dass er in einem Krankenhaus notoperiert werden musste. Um Mitternacht hatten sich über eintausend Menschen am Connewitzer Kreuz zusammengefunden. Nach dem Silvesterfeuerwerk wurden laut einer Mitteilung der Leipziger Polizei gegen 0.15 Uhr Polizeibeamte an der Selneckerstraße und an der Wiedebachstraße massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Ein 38-jähriger Beamter wurde dabei so schwer verletzt, dass er das Bewusstsein verlor und im Krankenhaus notoperiert werden musste. In dem Fall ermittelt die Soko LinX inzwischen wegen versuchten Mordes. Zunächst war wegen versuchten Totschlags ermittelt worden, die konkreten Tatumstände und Verletzungen hätten laut LKA allerdings zu einer Hochstufung geführt. Polizeipräsident Torsten Schultze dazu: „Polizeibeamte sind Menschen. Es ist erschreckend, wie skrupellos Personen in der Silvesternacht am Connewitzer Kreuz durch offensichtlich organisierte Angriffe schwerste Verletzungen von Menschen verursachen bzw. in Kauf nehmen.“ Allerdings wurde nach den Ausschreitungen auch Kritik an dem Polizeieinsatz laut. So habe es keine deeskalierende Einsatztaktik gegeben und die Einsatzkräfte seien „verheizt“ worden.