tok/pm

Menschenkette und gemeinsame Kundgebung

Bilder
Foto: Keil

Foto: Keil

Die IG Metall Ostsachsen hat für den 29. November, 13 Uhr, eine Kundgebung auf dem Brautwiesenplatz angekündigt, bei der sich die Beschäftigten von Siemens und Bombardier in Görlitz gemeinsam für den Erhalt der Industriearbeitsplätze in Ostsachsen starkmachen. Der Kundgebung werden Menschenketten von den jeweiligen Werkstoren bis zum Brautwiesenplatz vorausgehen. "Mit Siemens und Bombardier setzen derzeit die beiden größten industriellen Arbeitgeber in Görlitz das Schicksal einer ganzen Region aufs Spiel", sagt Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. "Die IG Metall hat bereits angekündigt, dass wir auch vor größeren Auseinandersetzungen nicht zurückschrecken werden", so Otto weiter mit Bezug auf die Aussagen des IG Metall Vorstands, einen Arbeitskampf in Erwägung zu ziehen. Entgegen einzelner anderslautender Meldungen habe Siemens die Schließungspläne für das Görlitzer Werk bisher nicht zurückgenommen. Den derzeit 960 Beschäftigten droht also weiterhin der Verlust des Arbeitsplatzes.

Hintergrund

Zu dem seit zwei Jahren schwelenden Konflikt um den Erhalt des Görlitzer Waggonbaus wird die Region nun auch noch mit einer angekündigten Schließung des Siemens Dampfturbinenwerks bedroht. Eine Schließung seines Werks in der Neißestadt hat der kanadische Schienenfahrzeughersteller Bombardier mittlerweile zwar ausgeschlossen, es sind jedoch nicht alle Arbeitsplätze langfristig gesichert. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende des Jahres 2019 ausgeschlossen, sein Umstrukturierungsprogramm verfolgt der Konzern indes weiter. Welche Folgen das konkret für Görlitz haben soll, gibt Bombardier bisher nicht bekannt. Der Vorstand der Siemens AG hat vor mehreren Wochen über die Presse verlauten lassen, ganze Standorte, v.a. in Ostdeutschland, auf Schließung oder Verlagerung hin prüfen zu wollen. Kurze Zeit später wurde dann einer der größten Jahresgewinne in der Geschichte des Unternehmens verkündet, um wiederum wenige Tage darauf die Belegschaft in Görlitz darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie bis 2023 ihr Arbeitsplätze verlieren und ihr Werk geschlossen wird.


Meistgelesen