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„Mei Nieske is dar schienste Urt“

Sachsen ist am 10. Juni zu Gast in Niesky. Gefeiert wird der Sächsische Familientag. Die Bewerbung Nieskys war kein Zufall, feiert die Stadt doch in diesem Jahr ihren 275. Geburtstag. Der Familientag bildet den Höhepunkt, aber auf dem Programm rund ums Jubiläum stehen das ganze Jahr über noch jede Menge andere Veranstaltungen.
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Der Sächsische Familientag gehört unseren Familien. Wo Familie ist, ist Zukunft. Deshalb richten wir jedes Jahr einen Familientag aus. Jung und Alt können dabei ganz viel Spielen, Ausprobieren und Erleben“, so Familienministerin Barbara Klepsch, hier zu sehen beim Familientag 2016 in Markranstädt. Foto: Olaf Ludwig

Der Sächsische Familientag gehört unseren Familien. Wo Familie ist, ist Zukunft. Deshalb richten wir jedes Jahr einen Familientag aus. Jung und Alt können dabei ganz viel Spielen, Ausprobieren und Erleben“, so Familienministerin Barbara Klepsch, hier zu sehen beim Familientag 2016 in Markranstädt. Foto: Olaf Ludwig

Bis zu 15.000 Besucher sind für eine beschauliche Stadt wie Niesky kein Pappenstiel. So viele Gäste werden beim Sächsischen Familientag erwartet. „Wir haben uns vor zwei Jahren beworben und waren vergangenes Jahr schon in Markranstädt, um uns den Familientag vor Ort anzuschauen“, verrät Simone Sturm, Sachgebietsleiterin Ordnung und Sicherheit der Nieskyer Stadtverwaltung. Für die Stadt sei der Familientag sicher eine große Aufgabe, aber man müsse diese nicht allein bewältigen, so Sturm weiter. Denn Organisator des nicht kommerziellen Festes ist das Sächsische Sozialministerium, das auch einen Großteil der anfallenden Kosten übernimmt. Die Stadt Niesky muss sich „nur“ um die passende Infrastruktur und Technik kümmern und sich natürlich als guter Gastgeber zeigen. „Der Familientag und das Herbstfest im September sind sicher die Höhepunkte, aber es gibt im Rahmen des Jubiläums noch viele andere Veranstaltungen. Wir haben versucht, das alles in einem Veranstaltungsplan zu bündeln“, erzählt Heike Schönfelder, von der Stabstelle Controlling der Stadtverwaltung. Zu finden ist der Plan auf der Website der Stadt. Wie die Stadtverwaltungs-Mitarbeiterin betont, hat der Plan allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und das hat einen guten Grund. Denn noch können jederzeit neue Veranstaltungen eingetragen werden. Ein regelmäßiger Blick auf die Website lohnt sich also. Nicht alle Veranstaltungen finden extra wegen des Jubiläums statt, auch viele traditionellen Nieskyer Feste und Aktionen sind in dem Plan zu finden.

Nieskyer Gedichte und Geschichten

„Mei Nieske is dar schienste Urt, keen sichen findst nemich...“ heißt es in einem Gedicht, das 1882 in dem Buch von Th. Erxleben „Niesky und Umgegend“ veröffentlicht wurde. Es könnte auch der Titel der nächsten Veranstaltung sein, die im Rahmen des Jubiläums auf dem Programm steht. Am 8. Februar, 19 Uhr, dreht sich in der Stadtbibliothek alles um Gedichte und Geschichten von Niesky und Umgebung von anno dazumal bis heute. Zum Klingen und Reden bringt sie Hans Berger auf Hochdeutsch und in Oberlausitzer Mundart. Im Laufe der 275-jährigen Geschichte von Niesky entstand eine stattliche Anzahl an Gedichten und Geschichten über den Ort und seine Umgebung. Einige wurden auf Papier gebracht und so von Generation zu Generation weitergereicht. Hans Berger hat sie gesammelt und er kann sie auch in originaler Mundart vortragen. Ebenfalls im Februar gibt’s Schlager mit Sigrid & Marina (19. Februar) und Fasching mit dem KCN
(25. Februar) im Bürgerhaus, das Dampfmaschinenfest im Autohaus Henke (26. Februar) und der Seniorenfasching im Bürgerhaus (27. Februar) auf dem Programm. Im März beginnen die Nieskyer Spaziergänge, die übers Jahr verteilt unter anderem zum Quitzdorfer Stausee, durch die Nieskyer Parkanlagen und bei einer Grenzwanderung entlang der historischen Grenzfestlegung von 1765 führen.

Echter Geburtstag

Das Niesky jetzt Geburtstag feiern kann, hat die Stadt auch dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass die Gründung des Ortes genau belegt ist. Oft wird bei Stadt-Jubiläen „nur“ die erste schriftliche Erwähnung gefeiert, weil gar nicht bekannt ist, wann die Stadt gegründet wurde. In Niesky weiß man es aber auf den Tag genau und kann es in der Infobroschüre der Stadt nachlesen: Am 8. August 1742 legten böhmische Emigranten, die aus Glaubensgründen ihre katholische Heimat verlassen hatten, den Grundstein für die ersten drei Häuser. Eines dieser Häuser ist bis heute erhalten geblieben: Das Haus des ersten Ortsvorstehers von Niesky, Johann Raschke.