Gerald Svarovsky

kommentiert: Taugen die Energiekostenentwicklungenals Politikinstrument?

Kommentar von Prof. Gerald Svarovsky, Honorarprofessor an der Staatlichen Studienakademie Bautzen und Berater für Kommunal-, Haushalts- und Arbeitsmarktpolitik

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Prof. Gerald Svarovsky

Prof. Gerald Svarovsky

Foto: Privat

Fast stündlich vernehmen wir in den Nachrichten Aussagen von Politikern, tatsächlichen und vermeintlichen Experten und Sachverständigen zur Entwicklung der Energie- und Gaskosten sowie ihren möglichen Folgen.

Den Forderungen zur Verlängerung der Betreibung von Atomkraftwerken und Tagebauen folgen öffentliche Überlegungen zu Verteilszenarien knapper Gasvorräte. Tempolimits auf Autobahnen diskutiert man kontrovers. Die Reduzierung von Raumtemperaturen in öffentlichen Einrichtungen und auch in Wohnräumen ist Thema fast jedes Bundespolitikers. Gasnotfallpläne werden ebenso gefordert wie neuerdings Hitzenotfallpläne und vieles andere mehr.

Es ist zu erwarten, dass in der parlamentarischen Sommerpause durch sogenannte »Hinterbänkler« immer weitere Wortmeldungen dazu in der Öffentlichkeit publiziert und in Talkshows präsentiert werden.

 

Hilft uns das in der aktuellen Situation? Taugen globale Krisen und deren Auswirkungen als Element der Selbstdarstellung und für politische Botschaften? Ich sage: nein. Angst schüren, alle möglichen und unmöglichen Szenarien »an die Wand zu malen«, das bringt uns nicht weiter. Es spaltet die Gesellschaft erneut. Die in vielen Orten - auch bei uns in der Lausitz - montäglich sich versammelnden Spaziergänger erhalten neue Argumente, um ihren Protest gegen staatliches Handeln zum Ausdruck zu bringen. Die Ausnutzung globaler Krisen und deren Folgen zur Durchsetzung schon lang gehegter politischer Weichenstellungen ist ein unseriöses Mittel. Politik für den Bürger zu machen bedeutet, Politik mit dem Bürger zu gestalten. Wir sind alle vernunftbegabte Wesen, darauf sollte sich auch die Politik, aber auch jeder von uns, wieder besinnen.

Versuchen wir darum gemeinsam auf die Herausforderungen der Zukunft zu reagieren. Die politisch Verantwortlichen, indem sie überlegt sinnvolle, schnell umsetzbare aber vor allem nachhaltige Rahmenbedingungen schaffen. Wir, die Bürgerschaft, indem wir die uns gegebenen Ressourcen vernünftig, sparsam und effizient einsetzen.

Das spart nicht nur im Geldbeutel. Das darf auch nichts mit politischen Einstellungen zu tun haben.

 

Das passende Video gibt‘s auch im LAUSITZWELLE Fernsehen in der Drehscheibe Lausitz: im Livestream unter www.lausitzwelle.de, auf youtube.com/LAUSITZWELLE, im Kabelfernsehen sowie via DVB-T2 (Kanal 27) und MagentaTV ab 18 Uhr sowie im Satellitenprogramm bei SachsenEins ab 18.30 Uhr.