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„Ich bin sehr gern zurückgekommen“

Zurück nach Weißwasser: Stationsschwester Julia Wagner arbeitet seit über einem Jahr wieder in ihrer Heimatstadt.
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Julia Wagner, Jahrgang 1985, ist eine fröhlich gestimmte Frau, deren Lächeln sofort mitreißt. Das spüren auch die kleinen und größeren Patienten, die auf der Kinderstation des Kreiskrankenhauses Weißwasser liegen. Sie ist seit über einem Jahr Stationsschwester. „Wir haben hier ideale Bedingungen: Die Eltern der kleinen und großen Patienten können Tag und Nacht bei ihrem Kind verbringen und sind geschützt und behutsam geborgen. Niemand muss reisen oder ist etwa auswärts untergebracht, sondern ganz ideal bei uns im Krankenhaus. Das ist auch aus meiner Sicht – ich bin ja selbst auch zweifache Mutter – purer Luxus“, sagt Julia Wagner. Was sie zum Beruf gebracht hat? Sie lacht aus vollem Herzen: „Es war schon immer mein Traumberuf, mit Kindern zu arbeiten.“ Auf der Station liegen Kinder mit einer Vielfalt möglicher Krankheitsbilder. Sie selbst und auch ihre Kolleginnen und Kollegen sehen aber vor allem eins: Das Kind, das wieder gesund wird. Auf der Kinderstation findet man die 0 bis 18-jährigen, also vom Neu- und Frühgeborenen bis hin zum jungen Erwachsenen. Häufig anzutreffen sind Verletzungen beispielsweise aus Stürzen, die dann auch mit der chirurgischen Abteilung gemeinsam behandelt werden. Die Kinderabteilung ist außerdem spezialisiert auf Atemwegserkrankungen und Allergietests aller Art, Magen-Darm-Erkrankungen und auch unklare BauchSchmerzdiagnosen sowie alle Vorsorge-Untersuchungen, die sogenannten „U-Untersuchungen“. Teil des Leistungsspektrums sind auch Hüftultraschalle für Schieflagen, Spreizhosen, Tests auf Stoffwechselerkrankungen sowie Screenings und Hörtests – ganz wichtig, weil hier vielfach die Erkrankungen schon im Minimalstadium erkannt und behandelt werden können.

Aus Stuttgart zurück nach Weißwasser

Schwester Julia stammt aus Weißwasser und hat hier eine glückliche Kindheit und Jugend verbracht. Mit ihrem Ehemann, aus Döbern stammend und als Industriemechaniker tätig und fest im Beruf stehend, war sie mehrere Jahre in Baden-Württemberg, hat in Stuttgart den Beruf erlernt und dort gewirkt. Als fast typische Rückkehrerin schätzt sie ihre neue Position ein: Sie „liebt die Umgebung, kennt hier jede Ecke“ und ergänzt: „Man kann von Weißwasser aus alles erreichen: Berlin, Cottbus, Dresden, Görlitz, die polnische Grenze, den Bärwalder See als Erholungsgebiet, den Muskauer Park.“ Gerade zu Corona-Zeiten empfindet sie den Erholungs- und Freizeitwert der Region als so wichtig für die Familie, die sie nach ihrer Rückkehr in Schleife beheimatet hat, einem Zentrum der sorbischen Kultur und Traditionspflege. „Meine jüngste Tochter lernt Sorbisch, und meine älteste kann die Schulsysteme aus Süddeutschland und Ostsachsen nun gut und auch kritisch miteinander vergleichen. Beide Kinder hatten sich schnell in Schule und Kindergarten eingelebt.“ Zwei Kolleginnen seien außerdem aus großen deutschen Städten zurückgekommen – eine aus Berlin und eine aus Leipzig – und beide mit ganz ähnlichen Erfahrungen und Motivationen. Was ist ihr noch wichtig zu erwähnen? „Wir haben hier ein wunderbares Stillcafé, das zwar gegenwärtig noch geschlossen ist, aber den Austausch der jungen Mütter sehr befördert. Hier erfolgt eine individuelle Stillberatung schon ab dem 1. Lebenstag des Kindes, und man nimmt sich viel Zeit für die Frauen, was gerade bei Erstgebärenden so wichtig ist. Sie werden behutsam an die Aufgaben als Mütter herangeführt und nicht allein gelassen.“
  • Das Kreiskrankenhaus Weißwasser hat eine gut ausgestattete Kinderstation und ist Perinatalschwerpunkt – das bedeutet, rund um die Geburt ist auch bei Früh- und kranken Neugeborenen eine Rundum-Betreuung möglich.
  • Das Krankenhaus sucht aktuell noch Kinderärzte, und zwar für das Kreiskrankenhaus ebenso wie für unser MVZ in der kinderärztlichen Praxis. Mehr Infos dazu gibt’s auf www.mvz-weisswasser.de.


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