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Hoffen auf Hilfe der Politik

Görlitz. Ministerpräsident Michael Kretschmer war gestern in die Bäckerei Wittig eingeladen. Im Gespräch ging es um die aktuellen Schwierigkeiten angesichts steigender Preise.

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Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Dennis Wittig (links) und Dirk Wittig (rechts).

Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Dennis Wittig (links) und Dirk Wittig (rechts).

Foto: Keil

Wenn Sachsens Ministerpräsident eine Bäckerei besucht, dann will er im Normalfall vermutlich einfach ein paar Brötchen oder ein Stück Kuchen kaufen. Gestern war das allerdings anders. Da war Michael Kretschmer zu Gast in der Bäckerei Wittig in Görlitz. Die hatte ihn eingeladen, um über die aktuelle Situation und die daraus resultierenden Probleme zu sprechen. »Wir haben die Corona-Krise überstanden, mussten zwar zeitweise Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, aber glücklicherweise niemanden entlassen«, sagt Mitarbeiter Thomas Seibt. Jetzt stehe man durch die steigenden Preise für Rohstoffe und Energie vor der nächsten Mammutaufgabe. Die Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Bäckereien und andere Betriebe könnten durchaus für einen Zeitraum aufhören zu produzieren, seien deshalb aber noch nicht insolvent, sorgten für zusätzlichen Frust. Habeck hatte das auf die Frage hin geantwortet, ob er am Ende des Winters mit einer Insolvenzwelle rechne.

 

Bei dem Gespräch in Görlitz berichtete die Bäckerei Wittig dem Ministerpräsidenten unter anderem von kräftig gestiegenen Preisen für Rohstoffe. Beim Mehl sei das beispielsweise ein Plus von 70 Prozent. Noch drastischer sieht’s beim Strom aus. Hier haben sich die Abschlagszahlungen mehr als verdoppelt, außerdem musste das Unternehmen einen fünftstelligen Betrag nachzahlen. Die Öfen wiederum funktionieren mit Gas. Auch hier steigen die Preise. Dazu kommen auch Lieferengpässe für Zutaten, so das nicht mehr alle Produkte angeboten werden können. »Wir wollten mit dem Gespräch einfach die Probleme aufzeigen und hoffen, dass hier eine politische Lösung gefunden wird. Denn wenn es so weitergeht, dann war‘s das für viele Unternehmen«, sagt Thomas Seibt. Er kann sich einen Energiepreisdeckel vorstellen. Alle Kosten, die darüber hinaus entstehen, müsste dann der Staat auffangen.