tok/pm

Görlitzer Kantinenlesen #65

Bilder

Das Görlitzer Kantinenlesen ist mit einem Besucherrekord ins neue Jahr gestartet. Ende Januar war das Basta! so brechend voll, dass manche Gäste nur noch aus der oberen Etage zuhören, aber die Bühne im Parterre gar nicht sehen konnten, weil es voll war. Die beliebte Lesebühne war mit einem richtig guten Programm ein absoluter Magnet. Daran möchten die Veranstalter im Februar anknüpfen. Neben den Berliner Autoren Gotti (zuletzt vor mehr als zwei Jahren beim Kantinenlesen dabei) und Dan Richter sowie dem Impro-Pianisten Andrés Atala-Quezada kommt das beliebte Berliner Improtheater Foxy Freestyle am 26. Februar erneut nach Görlitz. Es gibt also ein Wiedersehen mit den Meistern der Improvisation in Spiel und Musik. Sie sorgen mit spontanem Theater auf Publikumszuruf für eine ganz andere Facette beim Kantinenlesen. Somit dürfte einem unterhaltsamen und kurzweiligen Lesebühnen-Abend nichts im Wege stehen. Los geht’s 21 Uhr.

Details zu den Künstlern am 26. Februar:

Martin „Gotti“ Gottschild, 1976 in Berlin geboren, ist seit Jahren auf diversen Lesebühnen unterwegs. Er liest Geschichten über Menschen, die es wirklich gibt und andere, die eher nicht so. Seine Spezialität dabei sind die umwerfend komischen „Diavorträge“  - absurde Geschichten, die er sich zu nostalgischen Familien-Dias ausdenkt, die er wiederum auf Flohmärkten findet.  Zudem ist er der literarische Teil von "Tiere streicheln Menschen", der Action-Lesung, bei der man nicht gleich giftige Blicke zugeworfen bekommt, nur weil die Lederjacke knirscht. „Tiere streicheln Menschen“ sind zweimonatlich jeweils am dritten Sonntag, Montag und Dienstag im Monat im Berliner Frannz-Club zu erleben - immer mit neuem Programm. Zudem treten sie regelmäßig in Halle, Leipzig, Dresden, Braunschweig, Kassel, Rostock und Nürnberg auf.  Außerdem ist das Duo gern gesehener Gast im QuatschComedyClub, MTV HOME, Nightwash, Radio Fritz Und Ken FM. „Die 3-Minuten-Lesung” mit Gotti ist jeden zweiten Freitag um 16.45 Uhr auf 100,6 FluxFM zu erleben. Nicht zuletzt erschien im März 2010 sein Buch „Der Schatz im Silberblick“ bei Loob, im Juni 2011 „Die Schwarte Mamba“ und schließlich im Juni 2012 „Herr Hasel & Fräulein Nuss“, beide ebenfalls bei Loob. Dan Richter, geboren 1968 in Berlin, ist Schriftsteller, Bühnenkünstler und seit 1999 Autor. Auf sein Konto gehen Veröffentlichungen in verschiedenen Tageszeitungen, Literaturzeitschriften und Anthologien. Dan Richter ist Mitbegründer und Autor der wöchentlichen Literaturshows Chaussee der Enthusiasten (seit 1999) und Kantinenlesen (seit 2000), die derzeit die erfolgreichsten regelmäßigen Literaturveranstaltungen Berlins sind. 2001 begründete er die Improvisations-Ensembles „Foxy Freestyle“; „Paula P.“, „Die Bö“ und „Berliner Dunkeltheater“, von 2001 bis 2003 war er auf Poetry Slams in Berlin, München, Hamburg, New York, Boston und Chicago zu erleben. Weiterhin ist Dan Richter seit 2002 Improvisationslehrer und –theoretiker, Co-Autor des Buches „Chaussee der Enthusiasten“ und der Zeitschrift „Brillenschlange“ und Übersetzer des Buches „Das Tao der Kreativität“ („Free Play“) von Stephen Nachmanovitch. Foxy Freestyle heißt das bekannte Improtheater aus Berlin-Friedrichshain. Mitwirkende sind Dan Richter, Matze Fluhrer, Steffi Winny, Paul Moragiannis, Janine Tuma und Editha Kötter. Die sechs spielen, unterstützt vom Impro-Pianisten  Andrés Atala-Quezada, professionelles improvisiertes Theater: flotte Szenen, musikalische Einlagen, intelligenter Humor. Stücke, die auf starke Charaktere und mitreißende Geschichten abzielen. Collagen, die die wichtigen Themen des Lebens beleuchten. Abendfüllende Genre-Improvisationen und ausgefeiltes Musiktheater. In wöchentlichem Wechsel zeigen sie bereits seit September 2007 in Berlin Improvisation in allen Farben: Impro-Langform, Musik-Shows, Impro-Games, Crossover mit anderen Künstlern und die offene Bühne für alle, die mit ihnen Improtheater spielen wollen. Außer Trapez-Akrobatik mit jonglierenden Nilpferden ist also alles dabei. Eine kleine Abordnung von Foxy Freestyle kommt nun erneut nach Görlitz und mischt das Kantinenlesen mit Improtheater auf.
  
Andrés Atala-Quezada: Wie klingt das McDonald's-Jingle im Barockstil? Kann ein Name vertont werden? Hat ein Volkslied das Zeug zu einem Rocksong? Die Antwort lautet: ja! Der Pianist Andrés Atala-Quezada aus Berlin nimmt, was er in die Ohren bekommt, und macht daraus Musik. Der 1980 in Rostock geborene Künstler fuhr, trotz seines klassischen Klavier-Studiums, stilistisch schon immer mehrgleisig. Seine Improvisationen wechseln, wenn es sein soll, von einem Genre ins nächste, von der Wiener Klassik in den Jazz, vom Pop in die Romantik. Dabei wird der Zuhörer immer mit eingebunden, ja seine Vorgaben sind die eigentliche Inspiration für die entstehenden Klavier-Stücke. Die Fähigkeit zur spontanen Musik kommt ihm auch beim Improvisationstheater zugute. Seit Dezember 2000 spielt Andrés Atala-Quezada Improtheater, seit 2007 ist er fester Pianist bei "Foxy Freestyle" und regelmäßiger Spezialgast bei den Berliner Lesebühnen. Parallel schreibt und unterrichtet er und ist Korrepetitor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.