Tony Keil

Der Findlingspark passt sich an

Nochten. Der Findlingspark stellt sich den veränderten klimatischen Bedingungen. In einem Projekt wird in Klimaschutz und Klimaanpassung investiert.

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Mitte Oktober wurde das Projekt »Findlingspark Nochten – auf dem Weg zu klimaangepasster und klimafreundlicher Landschaftsgestaltung« vorgestellt. Bei einem Parkrundgang erklärte Chef-Gärtnerin Simone Dietrich, in welchen Bereichen bereits Veränderungen an der Vegetation vorgenommen wurden.

Mitte Oktober wurde das Projekt »Findlingspark Nochten – auf dem Weg zu klimaangepasster und klimafreundlicher Landschaftsgestaltung« vorgestellt. Bei einem Parkrundgang erklärte Chef-Gärtnerin Simone Dietrich, in welchen Bereichen bereits Veränderungen an der Vegetation vorgenommen wurden.

Foto: Anita Schwitalla

Der Findlingspark in Nochten ist als Ausflugsziel beliebt. Durch die immer wärmer werdenden Sommer und durch Wetterereignisse wie Stürme und Starkregen entstehen immer wieder Schäden, der Aufwand für die Mitarbeiter wächst. Deswegen hat man sich Gedanken gemacht, wie man sich in Sachen Klimawandel für die Zukunft aufstellen kann. Seit Anfang des Jahres läuft ein Projekt, das sich mit klimaangepasster und klimafreundlicher Landschaftsgestaltung beschäftigt.

 

»Wir haben uns zunächst die Frage gestellt, welchen Einfluss der Parkbetrieb auf das Klima hat«, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Anita Schwitalla. Als Parkanlage fällt die Klimaanalyse zunächst positiv aus, trotzdem gibt es Ansatzpunkte. Der Park verbraucht viel Strom, hat aber auch viel Platz zu bieten. Mit einer Photovoltaikanlage könnte man zumindest einen Teil des Stroms selbst erzeugen. »Im Bebauungsplan des Parks ist festgelegt, dass keine freistehenden Anlagen errichtet werden dürfen«, erklärt Anita Schwitalla. Also kamen nur die Gebäudedächer infrage. Die ersten Module sind schon installiert, im März oder April 2023 soll die Anlage inklusive Speicher in Betrieb genommen werden. Es hätte vielleicht auch schneller gehen können, aber die Lieferung eines Wechselrichters verzögert sich. Läuft die Anlage, dann produziert der Park 50 Prozent des benötigten Stroms selbst. Ein weiterer Ansatz sind die Fahrzeuge zur Parkpflege. Die laufen mit Diesel. Man will hier mit den Projektmitteln einen elektrischen Kleintransporter und einen E-Rasentraktor anschaffen.

 

Auswirkung auf Mitarbeiter und Gäste im Blick

 

Außerdem geht es in dem Projekt auch um die Frage, wie sich das veränderte Klima auf den Parkbetrieb auswirkt und wie man hier gegensteuern kann. »Zum einen macht uns die Trockenheit natürlich zu schaffen«, sagt Anita Schwitalla. »Aber auch plötzliche Wetterereignisse sorgen immer wieder für Schäden.« So zerstörte ein Sturm vor einem Jahr einen Pavillon. Starkregen sorgt immer wieder dafür, dass Wege ausgespült werden. Die Hitze im Sommer hat nicht nur Einfluss auf die Pflanzen, sondern auch auf die Mitarbeiter und Gäste. Für die Mitarbeiter wird das Bewässern immer aufwendiger, die Gäste stöhnen in den Sommermonaten unter den hohen Temperaturen und bleiben im Zweifel weg. Deswegen versucht man im Park, Abkühlungspunkte zu schaffen. So wurde dieses Jahr der Wasserspielplatz eröffnet, den auch die Erwachsenen gern zur Abkühlung nutzen. Neue Sitzgruppen mit Überdachung spenden Schatten.

 

Auch bei den Pflanzen wird es Veränderungen geben. »Die Auswirkungen auf die Pflanzen beobachten wir schon seit längerem. Sommer- und Winterheide leiden beispielsweise, Lärchen sind schon fast komplett aus dem Park verschwunden«, sagt Anita Schwitalla. Deswegen will man im Rahmen des Projektes auch schauen, ob man die Bewässerung effektiver gestalten kann und inwieweit man auf hitzerobuste Pflanzen umsteigen kann.

 

Dazu gilt es zunächst, den Bestand und die Entwicklung zu analysieren. Dabei hilft die TU Dresden als Projektpartner. »Wir haben eine gute Dokumentation der vergangenen 20 Jahre. Diese Daten müssen jetzt zunächst ausgewertet werden«, erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin. Das wird Zeit brauchen. Die hat man auch zur Verfügung, denn das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur dem Park helfen. Sie lassen sich auf die Lausitz übertragen. Als Budget stehen 733.000 Euro zur Verfügung. Davon 90 Prozent aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Rahmen des Programmes »Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel«.


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