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Aus Syrien nach Deutschland

Harissa, Barazek und Hummus – wer Zutaten oder Produkte sucht, die er beim Lebensmitteldiscounter nicht ohne Weiteres bekommt, der hat seit einigen Monaten auf der Berliner Straße einen neuen Anlaufpunkt.
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Ahmed Abdul Wahab an der Frischetheke in seinem Laden auf der Berliner Straße. Foto: tok

Ahmed Abdul Wahab an der Frischetheke in seinem Laden auf der Berliner Straße. Foto: tok

Dort betreibt Ahmed Abdul Wahab sein Geschäft. Sein Weg bis hin zum eigenen Laden in Deutschlands östlichster Stadt war kein leichter. Ahmed Abdul Wahab hatte in seiner Heimat Syrien ein Gewerbe, sein Vater führte dort außerdem eine Fabrik, die Lebensmittel abfüllt. Doch die Probleme wurden für seine Familie irgendwann zu viel. Seit 2011 herrscht in dem Land Bürgerkrieg. Der Vater ging mit seiner Firma nach Ägypten, um dem Krieg zu entfliehen. Als dann auch noch sein erstes Kind mit Epilepsie geboren wurde und in Syrien nicht ausreichend medizinisch versorgt werden konnte, entschloss er sich, seine Heimat zu verlassen. Vor fünf Jahren kam er mit seinem Kind und seiner Frau nach Deutschland, lebte zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft in Dresden. Er machte, genau wie seine Frau, einen Sprachkurs, fand Arbeit beim einem Paketdienst, kam nach Görlitz. Der Sohn starb leider in Deutschland, auch eine hier geborene Tochter litt an der Krankheit und starb schließlich daran. Inzwischen ist Ahmed Abdul Wahab glücklicher Vater einer weiteren Tochter, die keine gesundheitlichen Probleme hat. Der Wunsch nach einem eigenen Laden blieb. Denn hat er sich vor einigen Monaten erfüllt. Seine Ware importiert er zum einen aus Ägypten. Naheliegend, betreibt der Vater dort doch immer noch seine Firma. Der Vater war es auch, der ihm das Geld lieh, um sich in Deutschland selbstständig zu machen. Frische Waren – Obst, Gemüse, Fleisch – bezieht er von anderen Händlern. Seine Frau unterstützt ihn bei der Buchhaltung, außerdem hat er einen Angestellten, der vorn im Laden. „Ich habe inzwischen Kunden, die aus Bautzen und sogar aus Dresden hierherkommen“, erzählt Ahmed Abdul Wahab. Deswegen arbeitet er auch an einem Onlineshop, der demnächst online gehen soll.


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