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Glasinvest: Brache soll zum Wohnviertel werden

Auf dem Glasinvest-Gelände in Radebeul Ost sollen schon bald 300 bis 350 Menschen ein neues Zuhause finden. Die Tage des markanten Gebäudes sind damit gezählt.
Nachdem die Pläne der TLG scheiterten, einen Einkaufsmarkt auf dem Gelände zu errichten, ist viel Zeit ins Land gegangen. Nun gibt es zwei neue Investoren, die einen Wohnpark für Senioren und Familien planen.  	Foto: Archiv

Nachdem die Pläne der TLG scheiterten, einen Einkaufsmarkt auf dem Gelände zu errichten, ist viel Zeit ins Land gegangen. Nun gibt es zwei neue Investoren, die einen Wohnpark für Senioren und Familien planen. Foto: Archiv

 „Wohnpark Glasinvest“ – unter diesem Titel firmiert das wohl letzte Radebeuler Wohnungsbauprojekt, zumindest in dieser Größenordnung. Bereits im November 2015 erwarb die Bautzener Firma Hentschke Bau und das in Radebeul ansässige Unternehmen Sächsische Wohnimmobilien GmbH (SWG) das 12.000 Quadratmeter große Grundstück an der Meißner Straße. Die SWG hat in der jüngeren Vergangenheit u.a. mehrere Stadtvillen an der Waldstraße realisiert. Hentschke Bau ist u.a. Spezialist auf dem Gebiet des sozialen Wohnbaus.  Auf Einladung der Radebeuler SPD präsentierten die beiden Investoren kürzlich den aktuellen Arbeitsstand für das Glasinvest-Areal. Wie Peter Heil (Geschäftsführer der SWG) erklärte, habe es auf Anregung der Stadt bereits einen Wettbewerb gegeben, an dem sich zwei Architekturbüros beteiligten – Schubert/Horst (Dresden) und aT2 (Radebeul). Das Gelände wird demnach zweigeteilt. Während im hinteren Bereich zur Goethestraße sechs Punkthäuser mit rund 60 Eigentumswohnungen entstehen sollen, sind entlang der Meißner Straße hin mehrere größere, zusammenhängende Baukörper geplant, die im Erdgeschoss Platz für Gewerbeflächen und weiter oben Räumlichkeiten für ein Pflegeheim (120 Plätze) und betreutes Wohnen 10 bis 20 Plätze) bieten werden.  „Ferner plant die Wohnungsgenossenschaft Lößnitz an der Freiligrathstraße/Meißner Straße 40 neue Mietwohnungen zu bauen, die sich in das Ensemble einfügen“, sagte Heil. Er betonte, dass alle neuen Bauten niedriger seien als bestehende Häuser. Die wesentlichen Unterschiede der beiden Entwürfe bestehen in der Anordnung der Wohnhäuser, der Fassadengestaltung an der Meißner Straße und die Nähe deren Gebäude zu einander. Ein Spielplatz, öffentliche Wege durch das Viertel, eine umfangreiche Begrünung, eine neue Haltestelle sowie ein kleiner Marktplatz an der Hauptstraße sind weitere Bestandteile des Vorhabens. Der ohnehin angespannten Parksituation in Radebeul Ost will man mit  einer großräumigen Tiefgarage unter der Anlage begegnen, die teilweise öffentlich genutzt werden kann.   In Summe soll mit dem „Wohnpark Glasinvest“ Wohnraum für immerhin 300 bis 350 Menschen geschaffen werden. Die Investoren gehen davon aus, dass im Zuge der Maßnahme auch rund 70 neue Jobs entstehen werden. Die Drogeriemarktkette DM, der Bäcker Dreißig und der Konsum (Frida) hätten bereits Interesse für die neuen Ladenflächen bekundet, heißt es. „Trotz dessen, dass niemand jetzt sagen kann, wie die Eigentumswohnungen einmal aussehen werden, gibt es schon zehn Reservierungen dafür“, erklärte Heil. Derzeit liegt der Ball bei der Stadt und ihren Gremien. Als nächstes müsste der Aufstellungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan vollzogen werden. „Welche Variante den Vorzug bekommt, entscheidet am Ende der Stadtrat“, so der Investor weiter. Seinen Worten zufolge gäbe es allerdings noch Vorbehalte in einigen Stadtratsfraktionen und Teilen der Verwaltung  zum geplanten Pflegeheim.  
Läuft alles glatt, dann könnte der erste Spatenstich im besten Fall Ende dieses Jahres erfolgen. Der Abriss des Glasinvest-Gebäudes ist damit nur noch eine Frage der Zeit. „Wir wollen das eigentlich spätestens zur Jahresmitte angehen“, sagte Heil. Allein für den Rückbau und die Herstellung der Baufreiheit sind drei Monate angesetzt.
             


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