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Die Schenkung des Kunstsammlers Egidio Marzona

Dresden wir mit den umfangreichen Schenkung von 1,5 Millionen Objekten zum Eldorado für Experten und Freunde moderner Kunst. Einzige Bedingung: Das Blockhaus wird als Domizil für die Sammlung saniert und als Archiv ausgebaut.
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Das Blockhaus steht seit der Flut 2013 leer, gehört seit 1994 dem Freistaat. Zuletzt waren hier unter anderem die Sächsische Akademie der Künste und die Landesstiftung Natur und Umwelt untergebracht. Bald wird es die größte Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts beherbergen. Foto: Pönisch

Das Blockhaus steht seit der Flut 2013 leer, gehört seit 1994 dem Freistaat. Zuletzt waren hier unter anderem die Sächsische Akademie der Künste und die Landesstiftung Natur und Umwelt untergebracht. Bald wird es die größte Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts beherbergen. Foto: Pönisch

Briefe, Fotos, Skizzen und Zeichnungen, Plänen, Borschüren, dazu  eine große Design- und Möbelsammlung, Architekturkonvolute sowie rund 1.000 Kunstwerke, Skulpturen, Gemälde und Designobjekte umfasst eine der umfangreichsten Sammlungen von Kunst und Design des 20. Jahrhunderts, die schon bald in Dresden zu sehen sein wird. Rund 1,5 Millionen
Noch zählen die Experten, wie viele Kunstwerke  Egidio Marzona, einer der international bedeutendsten Sammler von Avantgardekunst, den Staatlichen Kunstsammlungen als Schenkung überlässt. 1,18 Millionen Stücke sind bisher erfasst, die Sichtung ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Gutachter gehen deshalb davon aus, dass sich die Gesamtzahl der Objekte noch auf etwa 1,5 Millionen erhöhen wird. Den Wert der Sammlungen schätzen die Experten aufgrund der vorliegenden Gutachten auf 120 Millionen Euro. Bei der Frage nach dem Wohin der gesammelten Avantgarde-Kunst galt ein, ein  großes und würdiges Haus zu finden. Das Blockhaus, seit der jüngsten Flut 2013 leergezogen, dem Freistaat gehörend und auf Sanierung hoffend, bot sich an. 20 Millionen will das Land Sachsen bis 2019 nun in die im 18. Jahrhundert gebaute ehemalige Neustädter Wache investieren, um daraus ein modernes, den Anforderungen der Sammlung entsprechendes Gebäude zu machen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich hatte in den Verhandlungen sogar zugesichert, dass die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden für Archivierung, Präsentation und Erforschung der Sammlung neun zusätzliche Personalstellen finanziert werden. Politisches Signal Egidio Marzona will seine Schenkung an Dresden vor allem als politisches Signal verstanden wissen. Vor allem als Weckruf an das Bürgertum der Stadt, die Elbmetropole nicht Kräften zu überlassen, die dem Image der Stadt noch mehr schaden als bisher. Und er wünscht sich, dass »ein lebendiges Archiv entstehen soll, das sowohl dem Fachpublikum als auch Laien attraktive Angebote bietet«. Er sehe der Arbeit an der Realisierung des Archivs der Avantgarden mit Zuversicht und Freude entgegen, so der Deutsch-Italiener. Sein umfangreiches Archiv der Avantgarde stärke die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als wissenschaftliches Kompetenzzentrum mit internationaler Ausstrahlung, lobte Prof. Dr. Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.