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Horizonte e.V. fährt Angebot wieder hoch

Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen finden beim Horizonte e.V. eine Anlaufstelle. Coronabedingt lief die Vereinsarbeit in den vergangenen Wochen auf Sparflamme. Jetzt kommen wieder Angebote hinzu.
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Die Kontakt- und Beratungsstelle des Horizonte e.V. in  Lübben ist mit Auflagen wieder für Besucher geöffnet. Es freuen sich (v.l.n.r.): Christine Fremke, Simone Großmann, Viola Klopfleisch, Niklas Eigl und Gabriele Fröschke. Sie blicken übrigens in diesem Jahr auf das 25-jährige Vereinsjubiläum zurück. Foto: sts

Die Kontakt- und Beratungsstelle des Horizonte e.V. in Lübben ist mit Auflagen wieder für Besucher geöffnet. Es freuen sich (v.l.n.r.): Christine Fremke, Simone Großmann, Viola Klopfleisch, Niklas Eigl und Gabriele Fröschke. Sie blicken übrigens in diesem Jahr auf das 25-jährige Vereinsjubiläum zurück. Foto: sts

»Unsere Kontakt und Beratungsstelle kann unter Einhaltung der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln wieder besucht werden«, informiert Viola Klopfleisch, Geschäftsführerin des Vereins. Wie sie sagt, nutzen die Menschen diese überwiegend, um sich zu unterhalten. »Das hat ihnen in den  vergangenen Wochen gefehlt. Bekannte Strukturen sind coronabedingt plötzlich weggebrochen. Jedoch sind diese sozialen Beziehungen und vor allem Gespräche für unsere Besucher enorm wichtig. Viele von ihnen leben allein zu Haus«, erzählt Viola Klopfleisch und fügt an, dass die Kontakt- und Beratungsstelle in den vergangenen sechs Wochen nicht geschlossen, sondern ihr Angebot  heruntergefahren hatte. »Um dennoch den Kontakt zu unseren rund 60 Stammbesuchern aus Lübben und Luckau nicht zu verlieren, haben wir Telefonate geführt, sie besucht, sind mit ihnen spazieren oder für sie einkaufen gegangen. Natürlich wollten sie auch wissen, wie es den anderen geht, denn unsere Kontaktstelle gehört für viele seit zwei Jahrzehnten zum Tagesablauf.« Überwiegend Menschen zwischen 30 und 60 Jahren, die an verschiedenen psychischen Beeinträchtigungen erkrankt sind, suchen die Kontaktstelle auf. Zudem betreuen die Mitarbeiter im Bereich des ambulanten Wohnens psychisch kranke Erwachsene in drei vereinseigenen  Wohngemeinschaften (WG) sowie in deren eigenen Wohnungen - insgesamt 35 Personen, davon 14 in den WGs. Die Corona-Pandemie war und ist für die zu betreuenden Bewohner nicht leicht. »Ihnen fehlt
die Nähe und die menschliche Zuwendung, die sie bisher immer genossen und auch benötigt haben. Mit
Masken und Abstandsregeln ist jetzt natürlich eine Distanz vorhanden, die sie so nicht kennen und auch nur schwer verstehen«, erklärt Betreuerin Christine Frenke.

Jubiläumsjahr

In diesem Jahr blickt der Horizonte e.V. auf das 25-jährige Bestehen. Die Feier muss coronabedingt ausfallen. »1995 wurde der Verein in Lübben von Ärzten und Mitarbeitern der damaligen Landesklinik
gegründet. 1997 ist die Arbeit in der Kontakt- und Beratungstellehinzugekommen, 1999 das  ambulantbetreute Wohnen«, erzählt Viola Klopfleisch. »Ziel war es, ein Hilfsangebot für Patienten aus dem psychatrischen Bereich der Klinik zu schaffen. Ein Nachsorgeangebot, um einen Drehtür-Effekt vorzubeugen. Und das funktioniert gut. Die Krankenhausaufenthalte von einigen Leuten haben sich deutlich verkürzt und sind auch weniger geworden. Manche sind sogar in den vergangenen zehn Jahren überhaupt nicht mehr in der Klinik gewesen.« Die Vereinschefin ist stolz auf dieses Jubiläum und auf die Arbeit im Verein. »Wir erhalten von den Leuten viel Dankbarkeit zurück und spüren, wie wichtig wir für sie sind, für ihre Stabilität und für ihre Gesundheit.« Das Jubiläumsfest soll nachgeholt werden: »2022 blicken wir auf 25 Jahre Kontakt- und
Beratungsstelle zurück. Dann feiern wir das 25-jährige Vereinsjubiläum einfach mit.«

Info

  • Horizonte e.V., Logenstraße 25, 15907 Lübben, Telefon: (03546) 226556
  • Öffnungszeiten: Montag, 8.30 bis 16.30 Uhr; Dienstag, 8.30 bis 14 Uhr; Mittwoch, 10 Uhr bis 16.30 Uhr; Donnerstag, 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr; Freitag, 8 Uhr bis 14 Uhr (und nach Vereinbarung)