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„Gegen die Mauer des Schweigens“

Eine gemeinsame Ausstellung der TelefonSeelsorge Cottbus und der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Cottbus zum Thema Suizid ist derzeit im Lausitz Park Cottbus zu sehen.
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Suizid ist noch immer ein tabuisiertes Thema in unserer Gesellschaft. Dabei nehmen sich allein in Deutschland jährlich etwa 10.000 Menschen das Leben. Weit über 100.000 Menschen begehen jährlich einen Suizidversuch. Die Dunkelziffer liegt jeweils deutlich höher. Für die Hinterbliebenen ist die Selbsttötung eines Angehörigen oft eine schwere Belastung. Die Fragen nach dem Warum, ob man es hätte verhindern können, ob man etwas versäumt hat, machen es Betroffenen und Angehörigen schwer, sich in ihrer Trauer Unterstützung zu suchen. Emmy Weixner-Wülker, selbst Betroffene vom Suizid eines nahen Angehörigen, gründete den AGUS e.V. – Selbsthilfegruppen für Trauernde nach Suizid und erstellte 1998 die Ausstellung "Suizid - keine Trauer wie jede andere. Gegen die Mauer des Schweigens". Neben Zahlen, Fakten, Analyse- und Erklärungsmodellen zur Todesart Suizid und zur Entstehung von Suizidalität, widmet sich die Ausstellung vor allem den Besonderheiten der Suizidtrauer und der Situation der Hinterbliebenen. Seit dem 10. November ist diese Ausstellung im Lausitz Park Cottbus zu sehen. Gemeinsame Veranstalter sind die TelefonSeelsorge Cottbus und die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Cottbus. „Wir wollen die Mauern überwinden und das Schweigen brechen. Mit der Ausstellung wollen wir möglichst viele Menschen mit dem Thema in Kontakt bringen und Hilfsangebote für Betroffene aufzeigen“, erklärt Corinna Preuß, Leiterin der Dienststelle Cottbus der Kirchlichen TelefonSeelsorge in Berlin und Brandenburg. Ein Einkaufscenter ist sicher kein gewöhnlicher Ort für diese Ausstellung. Dennoch war der Lausitz Park Cottbus sofort bereit, die Räume dafür zur Verfügung zu stellen. „Es ist wichtig, gerade auch in der gegenwärtigen schwierigen Zeit auf diese Thematik aufmerksam zu machen und sie aus der Tabu-Zone zu holen“, sagt Centermanagerin Sylke Schulz-Apelt. Die Ausstellung wendet sich an alle, die sich aus beruflichen oder ganz persönlichen Gründen mit dem Thema Suizid auseinandersetzen. Die Inhalte der Ausstellungstexte zur Suizidtrauer basieren auf den Aussagen von Betroffenen. Suizidtrauernde können Teile der eigenen Gefühle wiederfinden, für Nichtbetroffene lassen sie das tiefe Leid erahnen und zeigen konkrete Möglichkeiten von hilfreichen Reaktionen auf. Die AGUS-Ausstellung wird durch zahlreiche konkrete regionale Hilfsangebote der Mitglieder der PSAG Cottbus ergänzt und ist noch bis einschließlich 24. November im Lausitz Park Cottbus zu sehen.